Wien – Gut zu wissen

Wiener Schnitzel (c) stadtbekannt.at
Wiener Schnitzel( c) stadtbekannt.at

Das Wiener Schnitzel

29. Mai 2013 • Gut zu wissen

Wann ist ein Schnitzel gut?

Ein Schnitzel ist dann gut, wenn einem die Herkunft des „Bröselteppichs“ völlig powidl (egal) ist. Als gesichert gilt, dass das Wiener Schnitzel aus Italien kommt, wahrscheinlich aus Oberitalien rund um Mailand. Die einen sagen, schon um 1500, andere glauben der – ziemlich wahrscheinlich erfundenen – Legende, Feldmarschall Radetzky, der in seinen 73 Jahren Militärdienst (unter fünf Kaisern) einige Schlachten in Italien schlug, habe es um 1850 mitgebracht. In Kochbüchern findet es sich ab etwa 1840. Richtig durchgesetzt hat sich der Begriff „Wiener Schnitzel“ erst später. „Schnitzel“ oder „Schnitzlein“ sagte man schon im 17. Jahrhundert zu handtellergroßen Fleischschnitten.

Wie gesagt, das ist alles brösel (powidl). Wichtig ist: Dem Wiener ist sein Schnitzel so heilig wie dem Inder die Kuh. Dabei sind die meisten verzehrten Schnitzel in Wien vom Schwein. Das muss allerdings ebenso ausgewiesen werden – „Wiener Schnitzel vom Schwein“, gespreizter (hochtrabender) auch „Schweinsschnitzel Wiener Art“ – wie das Hühner- und das Putenschnitzel. Das echte Wiener Schnitzel ist vom Kalb, in sehr heißem Butterschmalz schwimmend goldgelb gebacken. Und, um das auch klarzustellen: das Fleisch wird davor in Mehl gewendet, dann durch verquirlte Eier gezogen, dann in Bröseln gewälzt. So viel steht fest.
Zu den originalen Beilagen hat hingegen fast jeder Wiener eine Meinung. Der Autor dieses Buches glaubt an Reis und Preiselbeeren. Am üblichsten sind Erdäpfelsalat oder Petersilerdäpfel. Pommes frites und Ketchup sind wenig traditionell, aber mittlerweile am beliebtesten. Ob einem Wiener das nun schmeckt oder nicht.

Das Mascherl (also den Ruf) für das „beste Schnitzerl Wiens“ hat das Lokal Figlmüller. Aber das wissen halt auch die Touristen. Das wiederum weiß der Figlmüller. Der Wiener weiß für gewöhnlich, wo er sein Schnitzel isst, wenn nicht sowieso daheim oder bei der Mama. Denn die wahre Stärke dieses Nationalheiligtums ist, dass man es fast überall bekommt – im teuren Restaurant und beim Wirten ums Eck. Vor dem Schnitzel ist jeder gleich.

 

„Darf’s a bisserl mehr sein?“

Weitere Fragen zu Wien und deren interessante Antworten findest du in Wann verlor das Riesenrad seine Waggons? von Axel N. Halbhuber erschienen im Metroverlag.

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