Kultur – Literatur

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„Das Wetter vor 15 Jahren“ und sein internationaler Durchbruch

28. Mai 2010 • Literatur

„Das Wetter vor 15 Jahren“ erschien schon 2006, ein Roman, mit dem Wolf Haas durchaus Erfolge in der Heimat feierte. Eine Journalistin befragt den Autor zu seinem neuen Buch, und so erzählt Wolf Haas in Interviewform die Geschichte eines Mannes, der sich an das Wetter vor 15 Jahren erinnern kann – wegen seiner großen Liebe.

Das besondere an dem Buch? Das besondere ist, dass ein fiktiver Wolf Haas mit einer fiktiven Journalistin im Interview ein Buch erschafft, das aus den Erzählungen des fiktiven Wolf Haas über den fiktiven Vittorio und den Kommentaren der fiktiven Journalistin zu dem fiktiven neuen Buch des fiktiven Autors besteht. Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Und das aus folgendem Grund: Wolf Haas beweist in diesem Roman, dass er literarisch komplizierte und schwerfällige Konzepte spielend leicht in fließende Textform bringt und somit nicht unterschätzt werden darf.

Die Brenner-Bücher des Autors sind im deutschsprachigen Raum und besonders in Österreich bekannt und beliebt, mit „Das Wetter vor 15 Jahren“ ist neben der Krimi-Reihe auch ein Liebesroman entstanden, ein Genre, das AutorInnen mit Krimi-Leserschaft oftmals zum Verhängnis wird. Aber nicht so in diesem Fall – auch die Liebesroman-Hürde nahm Wolf Haas ohne Probleme und verfasste einen Roman, der fern von Kitsch und Schmalz die Herzen der LeserInnen rühren konnte, sowie zum Schmunzeln anregte.

Jetzt ist „Das Wetter vor 15 Jahren“ auf der Longlist des „Best Translated Book Award 2010″ erschienen, für Wolf Haas ein Erfolg abseits des deutschsprachigen Raumes, der beweist, dass der Haas’sche Stil auch ins englische übersetzbar ist. Um die Übersetzung kümmerten sich Stephanie Gilardi and Thomas S. Hansen.

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