Kultur

Wien Ausblick (c) STADTBEKANNT
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Das Lueger Denkmal umgestalten?

29. Mai 2010 • Kultur

Eine Initiative setzt es sich zum Ziel das Lueger Denkmal in Wien in ein Mahnmal gegen Rassismus und Antisemitismus umzugestalten.

Seit vielen Jahren wird immer wieder Kritik am Dr. Karl Lueger Ring, dem Lueger Platz und dem dazugehörigen Denkmal laut. Die Kritik richtet sich gegen das Wirken Dr. Karl Luegers, der von 1897 bis 1910 Bürgermeister von Wien war. Seine strikte Assimilationspolitik die von Zuwanderern einen Eid zum Erhalt des „deutschen Charakters von Wien“ einforderte und sein katholischer Antisemitismus werden ihm vorgeworfen. Für viele Historiker gilt Lueger als die Person, die den Antisemitismus in Wien Massen- und Mehrheitsfähig machte. Auch Adolf Hitler war ein großer Bewunderer des Wirkens des Wiener Bürgermeisters. 

Obwohl man Karl Lueger wohl zurecht als einen der Bodenbereiter für den nationalsozialistischen Vernichtungsantisemitismus bezeichnen kann, wurden die Namen der Straßen und Plätze die nach ihm benannt waren niemals geändert und auch das Denkmal keiner kritischen Neugestaltung unterzogen. Nicht einmal der Dr. Karl Lueger Ring, der erst im Austrofaschismus diesen Namen erhielt und an dem beispielsweise die Universität Wien liegt, wurde bislang umbenannt. Die Möglichkeit eine Umbenennung in Helmut Zilk Ring vorzunehmen, wird aber nach wie vor debattiert.

Nun hat sich in Wien ein Arbeitskreis auf der Angewandten Universität gebildet, der eine Umgestaltung des Lueger Denkmals in ein Mahnmal gegen Rassismus und Antisemitismus anstrebt. Die Initiative will keinen Abriss des alten Denkmals, sondern eine kritische Auseinandersetzung und kreative Neugestaltung des bisherigen. Die Initiative befindet nämlich, dass weder PolitikerInnen die sich des Antisemitismus bedienen mit Denkmälern geehrt werden dürfen, noch der Umstand, dass dies momentan der Fall ist, verschwiegen werden darf. 

Bis 1.März 2010 läuft deshalb ein Open Call in dessen Rahmen alle interessierten Menschen Projekte zur Neugestaltung des Denkmals einreichen können. Die eingesendeten Beiträge werden sofern erwünscht auf der Homepage der Initiative veröffentlicht und für 2010 ist dann auch eine Ausstellung der Entwürfe geplant.

Offen bleibt, ob die Initiative genügend öffentlichen Druck erzeugen kann um die Idee dann auch tatsächlich umzusetzen. Mehr Informationen gibt es auf der Homepage des Arbeitskreises. 

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