Wien – Gut zu wissen

KHM

Das Kunsthisorische Museum

9. Mai 2013 • Gut zu wissen, Museen

Wie viele Penisse sieht man im Kunsthistorischen Museum? 

Viel weniger, als man denkt. Das Naturhistorische Museum ist da um einiges freizügiger. Obwohl es früher eröffnet wurde: Mit dem Bau beider wurde 1871 begonnen, dennoch eröffnete das Kunsthistorische erst 1891, das Schwestermuseum schon 1889. Die beiden Hofmuseen wurden nach längerer Diskussion auf dem ehemaligen Glacis errichtet, zwischen Hofburg und den kaiserlichen Hofstallungen, dem heutigen MuseumsQuartier. Zwischen ihnen wurde der Maria-Theresien-Platz angelegt, auf dem mit dem Maria-Theresien-Denkmal das bedeutendste Herrscherdenkmal der Habsburger in Wien steht: Es zeigt Maria Theresia (die nie gekrönte Kaiserin), Verkörperungen der Tugenden Gerechtigkeit, Kraft, Milde und Weisheit sowie symbolhaft ihren Hofstaat: die Berater, die Verwaltung, das Militär sowie Wissenschaft und Kunst (inklusive Wolfgang Amadeus Mozart als Kind). Außerdem flankieren Reiterstandbilder vierer Feldherren der Ära Maria Theresias das Denkmal. Insgesamt sieht man 29 Figuren auf dem Denkmal, davon 25 historische.

Mindestens ebenso ausgetüftelt waren Beleuchtungs- und Klimatisierungskonzept der beiden Museen: Dank der doppelten Verglasung konnte ohne künstliches Licht besichtigt werden, allerdings schwankten deswegen die Öffnungszeiten saisonal.

Zur Besichtigung von männlichen Geschlechtsteilen eignet sich das Kunsthistorische Museum dennoch nur bedingt. Im zweiten Obergeschoss findet man eine Münzausstellung, die Geschichte des Geldes ab dem 7. vorchristlichen Jahrhundert im Raum Mazedonien, Persien, Mesopotamien sowie Münzen, Orden und Aktien. Daher keine Penisse.

In den Gemäldegalerien des ersten Obergeschosses (niederländische, flämische, deutsche, italienische, spanische und französische Malerei) helfen einem nur die Niederländer. Aber auch hier keine Amsterdamer Rotlicht-Verhältnisse: zwei Bilder mit je einem erwachsenen Penis, sonst nackige Kleinkinder, auch bei den Italienern.

Die Ägypter im Hochparterre malten und bildhauerten scheinbar auch keine Nackten, bei den – an sich nicht so prüden – Römern und Griechen der Antike sind oftmals nur Torsos erhalten. Mit viel gutem Willen kommt man auf 28 mehr oder weniger vollständige Penisse.
Zu allem Überfluss verdeckt der unübersehbar in der Mitte der Hauptstiege stehende Theseus seine Männlichkeit mit einem Weinblatt.

„Darf’s a bisserl mehr sein?“

Weitere Fragen zu Wien und deren interessante Antworten findest du in Wann verlor das Riesenrad seine Waggons? von Axel N. Halbhuber erschienen im Metroverlag.    

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