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Foto: STADTBEKANNT Marlene Mautner
Foto: STADTBEKANNT Marlene Mautner

Das Gespenst von Schönbrunn

4. April 2016 • Skurriles

Was wäre ein Schloss ohne Schlossgespenst?

Man kennt das Schloß Schönbrunn ja primär wegen seiner ausladenden, barocken Opulenz, wegen des Tiergartens, des Schmetterlingshauses, der Gloriette. Aber was die wenigsten wissen: Schönbrunn hat auch ein Schlossgespenst.

 

Gruseliger Nachtbesuch

Und zwar handelt es sich bei dem Schönbrunner Schlossgespenst um den um Schloss umherwandelnden Geist der Gräfin Auersperg, der dokumentierterweise zuletzt einer Zofe der Kaiserin Zita erschienen sein soll.

Wie sich das ganze ereignet hatte? Die letzte Kaiserin von Österreich, Zita, war mit ihrer Entourage auf der Durchreise und zu Besuch im Schloss Schönbrunn. Die Hofdamen, Diener und sonstiger Anhang wurden in den zahllosen Zimmern und Kammern des weitläufigen Schlosses untergebracht. Eine der Hofdamen, eine Zofe, übernachtete in einem Zimmer, das die Bediensteten des Schlosses mieden. Warum durfte die gute Dame bald am eigenen Leib erfahren: Eine für damalige Verhältnisse altertümlich gekleide Dame kam jede Nacht in das Zimmer der Zofe, ohne eine ersichtliche Einganstüre zu verwenden und verschwand durch eine Tapetentüre (durch die Tapete war die Türe nicht gleich als Eingang sichtbar). Diese Prozedur wiederholte sich Nacht um Nacht. Die Zofe konnte sich an kein Gesicht der gespenstischen Gestalt exakt erinnern, das einzige was sie wiederzugeben vermochte war die Tatsache, dass die Frauenfigur erstaunlich schöne Hände hatte.

 

Rastlose Liebende

Bei einem Spaziergang durch das Schloss erkannte die Zofe das Gespenst wieder: Die Dame blieb vor einem Portrait wie angewurzelt stehen. Es handelte sich um das Gemälde der Gräfin von Auersperg, die 1775 verstarb. Bei den Gardisten war die Erscheinung der luziden Gräfin schon so bekannt, dass diese ihr auf den Treppen und in den Gängen Platz machten, bevor sie in jenem Zimmer verschwand, in dem die Hofdame Nacht für Nacht Besuch bekam.

Der Grund für ihr nächtliches Umherwandeln war angeblich die Affäre mit Franz Stephan, weswegen sie Nacht für Nacht vom Schönbrunner Teepavillon bis in ihr Appartement im 2. Stock im Schloss wandern muss.

Heute gibt es leider nur noch wenige, die von den Gewohnheiten der rastlosen Seele im Schloß Schönbrunn zu erzählen wissen. Aber: Am besten die Augen und Ohren bei eurem nächsten Schönbrunn Besuch offen halten, vielleicht sieht ja der eine oder andere die traurige, ruhelose Maria Wilhelmina von Auersperg.

Schönbrunner Tiergarten


1130 Wien
+43 1 877 92 94
http://www.zoovienna.at/

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