Lifestyle – Skurriles

(c) STADTBEKANNT Mautner
(c) STADTBEKANNT Mautner

Das Feiertags-Ranking

15. August 2015 • Skurriles

Feiertage und ihre Vor- bzw. Nachteile

Unis werden gerankt, das BIP von Ländern, Vermögen, Einkommen – warum also nicht auch Feiertage ranken?

Es macht wenig Sinn Feiertage zu ranken, könnte man einwenden. Völlig subjektiver Unfug ohne tiefere Bedeutung, aber welchen Sinn machen Feiertage denn überhaupt?

In Österreich gibt es unabhängig von der Sinnfrage jedenfalls nicht weniger als 22 Feiertage. Der große Vorteil eines katholischen Landes ist eben, dass beinahe ständig irgendein/e Heilige/r zu feiern ist oder mal wieder irgendwas mit Maria ansteht, um es stark vereinfachend zu sagen. Die Evangelischen sind hingegen weit sparsamer mit Feiertagen, arbeiten dafür aber auch mehr, was eigentlich ein schlechter Deal ist.

Viele der österreichischen Feiertage sind entweder nur in einem Bundesland, nur für SchülerInnen oder für überhaupt niemanden frei, 12 bzw. 13 Tage sind aber für alle ArbeitnehmerInnen auf Grund von Feiertagen jedes Jahr arbeitsfrei. Für STADTBEKANNT ist der heutige Feiertag Anlass, sich den Feiertagen und ihren Vor- bzw. Nachteilen zu widmen.

 

Die schlechten Feiertage

Neujahr

Muss fast notgedrungen frei sein weil ein hunderttausendfacher Klageschrei nach Aspirin niemandem zuzumuten ist. Ansonsten aber völlig sinnlos. Wird in aller Regel im Bett verbracht, nur ganz wenige Hartgesottene und ausgewiesene Silvesterfeinde feiern an diesem Tag. Ansonsten ist der Tag die Fortsetzung von Silvester und Fortsetzungen sind bekanntlich immer schlechter als das Original. Wirklich toll ist er nur für einen, es ist der  jährliche Höhepunkt in den Bilanzen des Aspro – Herstellers Bayer. Wir raten allen unsere Katerrezepte ans Herz und wünschen gute Nacht.

Heilige Drei Könige (6.Jänner)

Besonders ablehnenswerter Feiertag. Denn Weihnachten ist vorbei, es gibt keine Geschenke mehr, abnehmen muss man auch nach all den Weihnachtskeksen, die Neujahrsvorsätze hat man noch nicht vergessen und auch der/die Letzte muss jetzt wieder arbeiten. Zu feiern gibt’s nichts, weshalb der Tag eigentlich in einen Klagetag umgewidmet werden sollte.

Pfingsten

Man muss schon Christoph und Lollo heißen um Pfingsten etwas abgewinnen zu können. ChristInnen feiern die Entsendung des heiligen Geistes. Ansonsten wie ein zweiter Sonntag in der Woche. Alles schläft in den Geisterstädten. Pfingsten bietet sich für eine kleine religionsphilosophische Diskussion a la „ist das Christentum ein Mehrgottglaube“ an, wer daran keine Freude hat, hat eigentlich nichts zu tun. Zu allem Überdruss ist es in Wien zumeist noch kalt, wenn es Pfingsten ist.

 

Die so lala Feiertage

Christi Himmelfahrt & Fronleichnam

Für Fronleichnam spricht definitiv, dass es an einen Zombie splatter movie erinnert. Tatsächlich geht es um die leibliche Anwesenheit Christi im Sakrament der Eucharistie, während Christi Himmelfahrt sich mit dem was der Name vermuten lässt, beschäftigt. Beide gehören zur never ending katholischen Osterstory. Für Nicht-Religionsafficionados erklärt sich die Reihenfolge auch fast von selbst. Zuerst muss Christus in den Himmel fahren, schickt den Jüngern zu Pfingsten den heiligen Geist vorbei, um dann leiblich bei Eucharistien anwesend zu sein. In genau dieser Reihenfolge feiert man auch. Gegen die Feiertage spricht vieles, unter anderem, dass man in einem längst nicht mehr so katholischen Land etwas anderes feiern könnte, womit mehr Leute etwas anfangen können als beispielsweise mit Fronleichnam. Außerdem ist es kalt. Beliebt sind diese Feiertage aber deshalb, weil man einiges Geschick vorausgesetzt, etliche verlängerte Wochenenden im Frühling feiern kann.

Staatsfeiertag & Nationalfeiertag

1. Mai bzw. 26. Oktober wird gefeiert und ja, wir haben zwei von den Staatsfeiern. Während der 1. Mai der Feiertag der Werktätigen weltweit ist und gegen ihn eigentlich nur spricht, dass Hitler ihn eingeführt hat, ist der 26. Oktober ein wirklich doofer Feiertag. Wir feiern den Abzug der Alliierten Soldaten, als ob wir nichts Besseres gefunden hätten. Dominiert wird der 26. Oktober von einer höchst peinlichen Leistungsschau des österreichischen Bundesheeres. Wobei es auch Menschen gibt, die der skurrilen stand up Komik dieses Umzugs etwas abgewinnen können.

Die Marias

Maria Himmelfahrt am15. August und Maria Empfängnis (Maria Shopping) am 8. Dezember. Die leibliche Aufnahme Marias ist das bislang letzte Dogma der katholischen Kirche von 1950. Dass die katholische Kirche damit die heilige Familie in den Himmel geholt hat ist verstörend, aber war wohl nicht anders zu erwarten. Bei Maria Empfängnis geht es um Marias und nicht um Jesus Empfängnis, eigentlich aber um den größten Einkaufsrausch des Jahres. Kaum aushaltbar sich an diesem Tag aus dem Haus zu wagen, am besten man mauert sich ein. Ablehnen kann man, dass halb Österreich am 8. Dezember so tut, als hätte man genau einen Tag Zeit zum Geschenke kaufen. An Maria Himmelfahrt kann man eigentlich alles ablehnen, insbesondere das wir diesen Tag feiern weil Papst Pius IX noch 1950 meinte ein Dogma zu sprechen und somit zu verkünden was unumstößlich ist, weil es von Gott geoffenbart ist. Wer´s nicht glaubt dem wurde damals mitgegeben „…leugnet oder in Zweifel zieht, so soll er wissen, dass er völlig von dem göttlichen und allumfassenden Glauben abgefallen ist.“ Ob man dieses Risiko in Kauf nehmen kann und will muss wohl jede/r selber wissen.

 

Besondere Erwähnung

Tag der Volksabstimmung

Wird nur in Kärnten gefeiert und sollte man Idealerweise mit einer Ortstafel um sich schlagend begehen.

 

Die kontroversen Feiertage

Weihnachten

Das Weihnachten kontrovers ist haben wir bereits festgestellt, in unserem Pro/ Kontra Weihnachten.

Ostern

Geschenke verstecken und danach suchen finden fast alle toll. Das Bemalen von Ostereiern eigentlich auch. Mit einigem Glück bricht rund um Ostern der Frühling an, was ja auch nicht so übel ist. HeuschnupfenallergikerInnen hassen diese Zeit hingegen. Ostern ist der wichtigste katholische Feiertag, weshalb er bei ausgewiesenen KirchenfeindInnen deshalb nicht wohlgelitten ist. Gegen Ostern spricht ansonsten nur, dass es weit weniger Geschenke als zu Weihnachten gibt, für Ostern hingegen, dass es dafür auch viel ruhiger ist.

 

Die guten Feiertage

Christtag und Stephanitag

Weiß irgendjemand was da gefeiert wird und interessiert das jemanden? Egal, die Tage werden ohnehin damit verbracht Verwandtschaftsbesuche zu absolvieren, letzte Weihnachtsgeschenke zu verteilen und abzustauben, sich einige Kilos mit fettem Essen und Weihnachtskeksen anzufuttern, Geschenke in solche für den Umtausch und solche, die man behält zu trennen, sich mental auf den Jahresschlussverkauf vorzubereiten und sich der Muse hinzugeben. Sehr entspannende Tage, die wirklich fast jede/r schätzt.

Silvester

Silvester ist eigentlich gar kein Feiertag. Persönlich ist er mir dennoch der liebste, weil er von sich nichts behauptet was er auch hält. Kein Mensch feiert den heiligen Silvester, es geht um einen völlig sinnlosen Umtrunk dessen Sinnlosigkeit noch durch das Verpulvern von Millionen mittels Raketen unterstrichen wird. Man nimmt sich zwar irgendetwas fürs kommende Jahr vor, vergisst es aber stante pede und kann sich auch an sonstiges am kommenden Tag eher nicht erinnern. Viele gehen an diesem Tag rodeln, bereiten ausgefeilte Feuerwerke vor oder versuchen Molti, Pichler und Co. im Vorglühen zu überbieten. Die ganze Stadt ist ein rauschendes Fest und am nächsten Tag muss sich niemand für irgendetwas schämen, denn es beginnt ja ein neues Jahr.

Weitere Artikel

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

« »