Kultur – Musik

Konzert Conor Oberst Arena (c) STADTBEKANNT Friedl
Konzert Conor Oberst Arena (c) STADTBEKANNT Friedl

Conor Oberst in Wien

16. August 2014 • Musik

„destiny, divine and all that top shit!“

Upside Down Mountain heißt das neueste Album des Sängers und Songwriters, das im Mittelpunkt des Abends in der Wien Arena stand. Das soll aber keine Beschwerde sein, denn das Set bot auch Tracks aus früheren Zeit des Liedermachers an.

So ertönten nicht nur Lieder von seinen Soloplatten, beispielsweise durfte man auch Stücken der Bright Eyes (ein weiteres seiner Projekte) lauschen. Unterstützung bei der Darbietung gab es übrigens von der Band Dawes, die gleichzeitig auch als Vorband im Einsatz waren. Und das mit viel Humor, gleich ob in der Interaktion mit dem Publikum („you gonna stick to us the hole night!“) oder in ihren Lyrics. Wie sie klangen? Man könnte sagen, ein bisschen wie die Söhne von Bruce Springsteen. Viel Rock, ein großer Anteil an 70er Jahre-Klängen und ein Hauch von Stadion. Aber bitte Hut ab vor ihnen, denn nicht jeder Voract schafft es, um bereits 8:00 Uhr Abends einen kompletten Saal zu füllen! Aber zurück zum wohl charmantesten Barden unserer Zeit selbst!

 

Ein Hoch auf Arrangements!

Dass Conor Oberst sich in der Kritik schon relativ früh die Bezeichnung Wunderkind verdient und gesichert hat, fiel seit spätestens gestern nicht mehr schwer zu glauben. Denn es waren einige klangliche Überraschungen zu hören. So wurde mitunter selbst aus einer Ballade eine rockige, laute Nummer. Und überrascht wurde man spätestens am Ende mit einer Art politischen Protestsong.

 

Ein moderner Troubadour

Spätestens nach der Mitte des zweistündigen (Lob an dieser Stelle hierfür!) Konzertes konnte man bestätigen, dass es sich bei ihm noch immer um einen jungen, höchst zornigen Mann handelt, der über viel Begabung besitzt. Die liegt vorrangig darin, dass er es vermag, einen mit Melodien zu umgarnen und durch seine Texte Geschichten zu erzählen, die einen durch ihre große und geballte Emotionalität berühren. Und das wusste das Publikum zu schätzen, das ihm nicht selten mit Stille und andächtigem Lauschen dankte. Das sorgte auch für eine sehr eigene Atmosphäre: Man hatte weniger das Gefühl auf einem Konzert zu sein, als einer Art musikalischer Lesung beizuwohnen.

Am Ende gabs ihn als Zugabe sogar kurz ganz allein auf der Bühne, samt Bussis ans werte Volk vor ihm und Lautmalerei. Übrigens steht dem jungen Herrn nichts besser, als die klangliche Reduzierung seiner Stücke, welche laut seiner eigenen Aussage viel „destiny, divine and all that top shit!“ in sich bergen und zwar in den schönsten Worten, die uns möglich schienen. Und hier noch unsere persönliche Moral von der Geschichte: „There are hundreds of ways / to get trough the day“. Conor Oberst hören ist einer davon.

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