Lifestyle – Im Gespräch

(c) Grabner stadtbekannt
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Christoph Abele im Gespräch

28. Juli 2013 • Im Gespräch

caTekk

Christoph Abele, vielen besser unter seinem Pseudonym caTekk bekannt, ist schon lange kein Unbekannter mehr auf Wiens Clubbühnen. Spätestens seit der 2007er Veröffentlichung von „Funny Little Clouds“ auf Flex Schallplatten ist der gebürtige Salzburger auch international auf der Bildfläche erschienen. Stadtbekannt hat den Musiker zum Gespräch gebeten.

Stadtbekannt: Servus Chris! Als caTekk bist du ja nun schon fast ein Jahrzehnt im Wiener Clubzirkus aktiv. Wie fing denn alles an? Wie kamst du zur elektronischen Musik?

caTekk: Servus Michael! Wie es anfing weiß ich schon fast gar nicht mehr, da ich eigentlich schon als Kind elektronische Musik gehört habe. Mit 14 Jahren stand der erste Technics 1210 unter dem Weihnachtsbaum und seitdem geht´s rund. [Lacht] Das Musikmachen kam dann aber eigentlich erst später dazu.

Stadtbekannt: Wie sah dein Werdegang aus? Du hast ja nicht begonnen aufzulegen und warst dann sofort auf allen Clubbühnen zuhause oder?

caTekk: Nein. Die ersten drei oder vier Jahre habe ich das eigentlich nur für mich alleine, beziehungsweise mit Freunden gemeinsam zum Spaß gemacht. Es war nie der Plan damit mal Geld zu verdienen oder so. Angefangen hat das dann erst so richtig, als ich mit 18 Jahren nach Wien gezogen bin.

Stadtbekannt: Was waren die Gründe für den Umzug? Hatte die Musik was damit zu tun oder war das im Nachhinein betrachtet nur ein toller Zufall?

caTekk: Dafür gab es einige Gründe. Musik, Freunde, eine Frau und nicht zu vergessen die langweilige Gegend aus der ich komme. Zell am See im Pinzgau ist zwar eine tolle Gegend für Wintersport, aber ich hatte dort immer das Gefühl, dass die Welt still steht.

Stadtbekannt: Durchwegs gute Gründe. Wie hat deine Karriere dann in Wien Fahrt aufgenommen? Ich glaube das Flex und dessen Umfeld war ja nicht ganz unbeteiligt daran, oder?

caTekk: Ja, das Flex hat sicher eine entscheidende Rolle gespielt. Wie auch das Technoboard damals. Wahrscheinlich auch die Tatsache, dass ich für damalige Verhältnisse doch noch sehr jung war für die Szene. Heute mit Traktor, etc. wäre das nichts Besonderes mehr.

Stadtbekannt: Warum Technoboard? Bist oder warst du daran beteiligt?

caTekk: Nein, aber das Technoboard war vor Web 2.0 die beste Möglichkeit für Newcomer ihre Mixe und Tracks unter die Leute zu bringen. Und ehrlich gesagt auch die wesentlich bessere. Denn da waren die Einträge auch für jeden lesbar ohne dafür Geld bezahlen zu müssen.

Stadtbekannt: Der endgültige Durchbruch war ja dann ohne Zweifel das Release von „Funny Little Clouds“, die ja auch von internationalen DJs auf und ab gespielt wurde. Wie hast du das damals wahrgenommen? Hast du mit dem Erfolg gerechnet?

caTekk: Ehrlich gesagt habe ich die Nummer nicht wirklich ernst genommen nachdem sie fertig war. Das waren meine ersten Gehversuche beim Produzieren und so hat es sich auch für mich angehört. Ich habe den Track dann ein paar befreundeten DJs gegeben, in ein paar Internetforen gestellt, aber selber nie gespielt. Dann kamen von allen Seiten plötzlich euphorische Berichte wie gut die Nummer im Club funktioniert. Nachdem ich sie dann selber mal gespielt habe und gleich reihenweise Leute gekommen sind, die wissen wollten was da gerade läuft, ist mir auch aufgefallen, dass der Track wohl was haben muss.

Stadtbekannt: Stichwort Produzieren. Bist du mittlerweile Hauptberuflich Musiker? Sprich schaffst du es mit DJing und Produktionen deine Brötchen zu bezahlen?

caTekk: Nein. Ich bin freiberuflicher Tontechniker. Arbeite auch für den ORF, mache Mixdowns und auch die ein oder andere Auftragsproduktion. Das schöne wenn man viele Optionen hat ist, dass man nicht alles annehmen muss. So kann ich nur da spielen wo ich spielen will und nur die Musik machen die mir gefällt. Aber natürlich wäre es schön, wenn es mal mit der eigenen Musik so richtig hinhaut. Nur bin ich nicht bereit dafür musikalisch Kompromisse einzugehen.

Stadtbekannt: Wie siehst du deine eigene Musik? Kannst du dich irgendwie in Genregrenzen einordnen?

caTekk: Nein. Ich mache eigentlich sehr viele unterschiedliche Sachen. Das ist Fluch und Segen zugleich. Weil man ja als Artist irgendwie eine Linie braucht um die Leute nicht zu vergraulen. Auch deswegen arbeite ich mit Lee Stevens gerade an einem neuen Projekt, genannt „Space Echo“, wo all die Ideen, die jetzt nicht unbedingt rein für den Clubkontext sind, verarbeitet werden.

Stadtbekannt: Und solo? Wirds vielleicht wieder mal einen Catekk Liveact geben? Vielleicht gar mit neuen Releases?

caTekk: Einen caTekk Liveact nicht. Aber ziemlich wahrscheinlich einen Space Echo Liveact. Wir arbeiten viel mit SängerInnen und anderen MusikerInnen zusammen, da sind nach oben hin Live keine Grenzen gesetzt. Macht dann schon mehr Spaß als alleine. Aber es gibt bald ein neues caTekk Release auf Estrela. „Guys Like Us“. Und kürzlich erst ist mein Remix von Rodney Hunters „Right Here, Right Now“ erschienen. Es folgen weitere Remixe von Ken Hayakawa und Konea Ra dieses Jahr. Und unser Space Echo Remix von „Austra – Home“, ist letzte Woche auf Platz 5 in die Fm4 Charts eingestiegen.

Stadtbekannt: Gratuliere! Vielleicht von dir als Produzent noch ein paar Worte zur derzeitigen Lage der elektronischen Musik. Du bist ja kein großer Freund diverser Pop Edits und co., die gerade den Markt überschwemmen hab ich gehört. Wie gehts weiter, beziehungsweise sollte es weitergehen?

caTekk: Ich habe zwar selber einen Edit von „The XX – Intro“ gemacht, aber generell findet man in meinen DJ Sets eher wenige Edits. Die Überlegung bei „Intro“ war eher, dass dieser Track mit einem 4/4 Beat super funktionieren könnte. Und genau das ist es auch. Ein toller Track mit einem 4/4 Beat und einer etwas anders geloopten Bassline. Wie die meisten anderen Edits auch. Dass man Beyonce Vocals fünf Halbtöne runterpitcht und Dreiklänge dazu spielt, dem kann ich eher wenig abgewinnen. Ich hoffe, dass diese Edit Flut bald wieder vorbei ist und mehr Platz für wirklich kreative Leute bleibt, die eigene Musik machen. Deswegen habe ich auch keinen Edit mehr gemacht, obwohl das Feedback auf den einen sehr gut war.

Stadtbekannt: Zu guter Letzt noch zu deinen Gigs. Gibts irgendeinen der dir in besonderer Erinnerung geblieben ist? Warum?

caTekk: Der erste Gig im Flex wird mir immer in Erinnerung bleiben. Da durfte ich ein fast vierstündiges Warm-Up für Anthony Rother machen, den ich damals sehr großartig fand.

Stadtbekannt: Zu Recht! Chris, ich danke dir für deine Zeit und wünsche alles Gute!

caTekk: Danke!

Michael Grabner

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