Kultur – Literatur

Keine Delikatessen - Schweigen#19 2014 Cover
Keine Delikatessen - Schweigen#19 2014 Cover

Buchtipp: Keine Delikatessen #19 – „Schweigen“

7. Dezember 2014 • Literatur

Wie weit ist es bis zum Balkan? Eine der großen Fähigkeiten von Literatur ist es, einem das Ferne nah zu bringen, Grenzen zwischen Ländern und Barrieren zwischen Kulturen verschwinden zu lassen. Das gelingt mit der neuen Ausgabe der Literaturzeitschrift „Keine Delikatessen“ ungewöhnlich gut: Zu dem Thema „Schweigen“ versammeln die „Delikatessen“ (denn solche sind es) Texte aus den unterschiedlichen Ländern des Balkans, sowohl in der jeweiligen Originalsprache als auch in deutscher Übersetzung. Durch das Nebeneinander beider Sprachen entsteht eine besondere Art der Verschwisterung. Das Unverständliche wird verständlich, man lernt etwas über die fremde Sprache, ohne sie zu durchdringen: über ihren Rhythmus, ihre Melodie, ihre Sonderzeichen und Eigenheiten. Gleichzeitig werden die Texte auch im eigentlichen Sinne lesbar gemacht. Dazu haben neben der Redaktion der Zeitschrift auch einige ÜbersetzerInnen einen wesentlichen Teil beigetragen – und natürlich die AutorInnen, deren Lyrik und Erzählungen in den Balkan mitnehmen.

 

„Keine Delikatessen“ gibt es bereits seit über zehn Jahren, als Anthologie für literarische Neuentdeckungen, für (noch) unbekannte AutorInnen. Besonders ist dabei stets das Zusammenspiel aus Bild und Text, Gestaltung und Erzählung: Die Titelmotive von Karin Ziegelwanger etwa, oder die im Inneren verwendeten Fotos und Illustrationen, machen „Keine Delikatessen“ zu einem Gesamtkunstwerk. Dass jede dieser Ausgaben ein ambitioniertes Vorhaben ist, ist offensichtlich. Mit viel Sorgfalt und einem ebenso respektvollen wie kritischen Blick werden Texte ausgewählt, mit Bild und Schriftbild in Verbindung gesetzt. Die 19. Ausgabe von „Keine Delikatessen“ ist zweifellos eine besondere, und man merkt ihr an, dass auch besonders viel Arbeit, aber auch eine große Begeisterung dahintersteckt. Der Balkan ist bunt, vielgesichtig und sehenswert. Davon zeugen die so unterschiedlichen Texte in der Zeitschrift. Ein wunderbares Vehikel fürs Reisen im Kopf!

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