Kultur – Musik

Arena Wien Blumfeld (c) STADTBEKANNT Friedl
Arena Wien Blumfeld (c) STADTBEKANNT Friedl

Blumfeld in Wien

1. September 2014 • Musik

20 Jahre Blumfeld

L’Etat C’Est Moi ist ein Ausspruch von Ludwig XIV. L’Etat Et Moi ist ein Album der Hamburger Band Blumfeld. Und das feierte diese Tage sein 20-jähriges Jubiläum. Unter anderem auch in der Wien Arena, wo man ohne Fotoapparat mit-zelebrierte.

 

Zur Feier des Tages: Originalbesetzung!

Ein Fakt, der Fans vorab Tränen in die Augen treiben durfte, schließlich trennte man sich offiziell vor sieben Jahren. Das heißt es könnte durchaus sein, dass dies die letzte Chance war, die drei Herren gemeinsam auf der Bühne zu sehen. Doch für das Jubiläum fand man sich nochmals zusammen und das auch zu Recht, schließlich gilt die Platte als eine der wichtigsten deutschsprachigen der 1990er Jahre.

 

Vieles ist im Leben Zufall/aber die meisten wollen Schicksal

Eröffnet wurde der Abend durch Lärm, genauer gesagt Hubschrauberlärm. Denn das ist das Intro vom Song Draußen auf Kaution, der die Runde gestern eingeläutet hat. So betrat das Trio äußerst gut gelaunt die Bühne und präsentierte Texte die wirkten, als seien sie vor drei Tagen geschrieben worden. Dass Themen wie Sozialkritik, Revolution und Menschsein nie an Aktualität verlieren, bestätigte auch das mitsingende, mitschreiende und mittanzende Auditorium.

 

„Servas alle zusammen – ein Fall von superleiwand!“

Sänger Jochen Distelmeyer, der in hochkarätigem Wienerisch brillierte, trug seine Texte in gewohnter und gekonnter Manier, sprich emotional mit markant-zarter Stimme, vor. Und mit der zeigte er uns, wie schön es sich anhören kann, Diskurs, Poetik und Pop lautmalerisch zu verbinden und vorzutragen. Übrigens sei hier noch erwähnt, dass er nicht nur Lyrics zum Besten gab, sondern auch Witze. Klingt komisch, ist aber so: Um von einer gerissenen Saite abzulenken, erzählte er dem Publikum Witze. Beispielsweise: „Wovon träumt die Katze? Vom Muskelkater.“

 

Hamburg: 1994? Wien: 2014!

Um einer Greatest-Hits-Atmosphäre zu entgehen, reduzierten sich die drei Hamburger nicht nur auf das gefeierte Album, sondern erweiterten die Set-Liste um Tracks vom Debüt und aus dem Soloprojekt von Distelmeyer. Übrigens dass hier jubiliert wurde, merkte man auch am Publikum. Das bestand zum Großteil aus Leuten, die bereits in ihrer Jugend Blumfeld-Fans waren. Unser persönliches Highlight waren Eltern hinter uns, die ihren Kindern erklärten, wie bedeutend und generationsübergreifend die hier gehörte Musik ist.

Am Ende gab es noch das hochgelobte und vielgeliebte Verstärker, eine Zugabe samt Akustikgitarre und ein „Wundervoll, tausend Dank“ von der Band. Das geben wir an dieser Stelle gern zurück!

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