Wien – Leben

Schanigarten Zweitbester (c) STADTBEKANNT
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Bezirkstrinken

27. April 2015 • Leben, Skurriles

Trinken an der frischen Luft mit Wettkampf-Charakter!

Die steigenden Temperaturen haben ja bekanntlich zwei Auswirkungen: man hat wieder mehr Durst, und man kann wieder mehr draußen unternehmen. Bezirkstrinken (fallweise auch Seidlmarathon genannt) ist da eine wunderbare Möglichkeit, diese beiden Dinge zu verbinden – eine leider viel zu selten ausgeübte Sportart, die durchaus Potential hat.

 

Die Regeln

Die Regeln sind simpel: zwei oder mehr Teams beliebiger Größe müssen einen Tag lang durch Wien fahren und in jedem Bezirk in einem Lokal entweder ein kleines Bier oder einen Schnaps trinken. Wer zuerst alle Bezirke durch hat, bei einem festgelegten Zeitpunkt mehr Bezirke abgeklappert hat oder wer als letztes noch stehen kann, hat gewonnen. Beweismaterial zur Siegerehrung am Ende entweder fotographisch oder mittels gesammelter Rechnungen – allerdings gibt es beim Bezirkstrinken sowieso nur Gewinner, gilt doch der adaptierte Olympische Gedanke: fett sein ist alles.


Hartgesotten und weichgesoffen

Was viel klingt – 23 kleine Bier oder Schnaps an einem Tag – ist aufgeteilt auf etwa 12 Stunden für Hartgesottene doch irgendwie schaffbar. Viel schwieriger ist es, an nur einem Tag in wirklich allen Bezirken gewesen zu sein – viele Wiener können das auch nach 30 Jahren und mehr in der Stadt nicht von sich behaupten – vor allem über der Donau hört die Geographiekenntnis vieler Cisdanubier auf. So wird Bezirkstrinken nicht nur zum Sport und zur Freizeitbeschäftigung, sondern auch zur spannenden Entdeckungsreise.


Taktik

Wer denkt, dass es hierbei nur um Trinkfestigkeit und puren Exzess geht, der irrt – Taktik ist beim Bezirkstrinken alles! Es gilt doch, nicht nur die kürzeste Strecke und die praktischste Route zwischen den Bezirken zu finden, oder geeignete Verkehrsmittel (das eigene Auto fällt weg!) auszuwählen, sondern natürlich auch den Alkoholkonsum und Promillehaushalt zu balancieren – schon so mancher musste wegen Selbstüberschätzung frühzeitig aufgeben. Kleiner Tipp am Rande: am besten man fängt außen an, denn nach zwanzig Bier in Floridsdorf zu stranden ist eher unschön. Weiters sollte man natürlich aufpassen nicht in einem netten Beisl kleben zu bleiben!


Die Kinderversion

Wer wenig Zeit hat, kann natürlich auch die Kinder-Variante spielen und nur die Innenbezirke 1-9 zählen. Das ist an einem Abend schaffbar und ist damit eine willkommene Abwechslung zu den ewig gleichen Clubbing-Abenden. Also auf die Plätze, fertig, los …!

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