Kultur – Musik

Hotel Palindrone
Hotel Palindrone

Aus dem Plattenregal: Hotel Palidrone „Jodulator“

23. Oktober 2013 • Musik

Bunt, mitreißend und beherzt auf alle Grenzen pfeifend

Hier spielt die Musik, meine Damen und Herren, und die Musik spielt in vielen Farben und pfeift gekonnt auf jeglichen Grenzgedanken. Dudelsack, Nyckelharpa, 5-string fiddle, Jew’s Harp, Bombarde, Bouzuki, Ocarina, Blofeld Synth, Hurdy Gurdy. Dazu Gitarren, Valisette, Drumloops, ein diatonisches Akkordeon. Natürlich Bass. Beatbox, jawohl. Und Jodeln – natürlich das Jodeln, gibt das doch dem aktuellen Album der Weltmusikanten „Hotel Palindrone“ auch den Titel: „Jodulator“ heißt das neue Werk der grenzüberschreitenden und seien wir ehrlich, fantastischen Vierkopf-Band „Hotel Palindrone“.

Weltmusik im besten Sinne. Seit 1995 gibt es Hotel Palindrone offiziell, seit einer guten Dekade sind die Herrschaften in der bewährten Quartett-Besetzung unterwegs. Die Band, bestehend aus Albin Paulus, Stephan „Stoney“ Steiner, John Morrissey und Peter „Nag Natterer“ hat vor kurzem im Theater am Spittelberg den Release ihres aktuellen Albums gefeiert, unlängst waren sie auch bei Willi Resarits in dessen Radiosendung „Trost & Rat“ zu Gast.

 

Ein bisschen Geschichte

Ein kurzer Ausflug in die Bandgeschichte: Debütalbum „Elegance“ im Jahre 1999, vier Jahre späer mit „samo Riba“ die erste Live-CD. Hunderte Live-Konzerte quer über den Globus, 2005 dann der World Music Publikumspreis, den Paulus, Steiner & Co im Porgy & Bess entgegennahmen. Ein Jahr später wurde Asien bespielt, später auch unter anderem Mexico und England. Preise, Touren, Alben. Und in der Mitte von allem: jede Menge grenzüberschreitende Musik.

13 Tracks (das kurze Intro „Er kommt…“ außen vorgelassen) hat „Jodulator“, mal aus der Feder von Albin Paulus, mal von Stephan Steiner, mal von der ganzen Band. Neben Traditionals hat sich die vierköpfige Band sogar mit dem Stück „Zingarese & Ugros“ Joseph Haydn angemommen. Eine dreizehn Song-Reise quer durch Traditonen, Stile, Länder.

 

Beherzt auf Grenzen gepfiffen

Zum Beispiel der Opener „Schmetterlinge 2000 & Ittum“, charmanterweise im Booklet als „Geburtstagsgeschenk für Albins Mutti“ beschrieben. Ein eingängiger, mitreißender Zweiteiler quasi.

Oder die Zukunftsvision „Jodulator 3000“, in der Augenzwinkernd vom Überleben der Jodelkunst durch Roboter berichtet wird. Nicht ohne im Booklet  – ist das jetzt eine eutopische oder dystopische Vision mit den Robotern ? – anzumerken: „Alles wird gut“.

Es geben sich Ländler mit Polkas die Klinke in die Hand, die Bretagne mit austro-galizischen 6/8lern, Jodeln mit Laptop-Sounds, mazedonische 11/8ler mit alpenländisch Traditionellem. Und mehr. Genau erklärt werden die Kompositionen im Booklet ohnehin.

Getanzt soll werden, aufgespielt, gefeiert und ganz wichtig, auf Grenzen beherzt gepfiffen. Weltmusik im besten Sinne, mitreißend, lebensfroh und klug. So soll es sein, so muss es bleiben. Ganz, ganz tolle CD. Und wäre ein Sam anwesend, ich würde ihm sagen, nein beinahe befehlen, es doch nochmal zu spielen. Sie wissen, wovon ich rede.

Markus Brandstetter

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