Wien – Leben

(c) Adamek stadtbekannt
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Auf den Himmel mit der Kawasaki ER-6n

27. Oktober 2013 • Leben, Unterwegs

Wenn die kalte Jahreszeit naht, ist jeder verbleibende sonnige Herbsttag ein Geschenk. Jeder könnte der letzte sein. Hat man sich im Sommer noch über das gleißende Licht beschwert, so empfindet man das sanfte Kitzeln in der Nase nun als zarte Koketterie der Sonne. Kaum ein Zeitpunkt könnte besser sein, um ein paar letzte Lichtstrahlen einzufangen und auf grünen Wiesen lustzuwandeln. Zu diesem Zwecke besuchten wir den Himmel. Zwar waren wir nur AM Himmel und nicht im. Und auch auf Nektar und Ambrosia mussten wir verzichten. Dennoch waren die warme Sonne und der Duft der Natur eine echte Erlösung. Besonders zu empfehlen ist ein kleiner Ausflug zum Lebensbaumkreis. Ähnlich der Sternzeichen, wird hier jeder Geburtspanne ein Baum zugeordnet. Für weniger spirituell und eher kulinarisch interessierte Besucher gibt es nahebei noch das Café Cobenzl im Oktogon, das mit seiner wunderbaren Aussicht auf Wien punkten kann.
Ob man am Himmel wohl Weihwasser zu trinken bekommt? Auf der Karte sahen wir es jedenfalls nicht. Ist vielleicht auch besser so, schließlich sind nach einer Studie der MedUni Wien 84% der Wasserproben aus heiligen Quellen mit Fäkalien verunreinigt.

Kawasaki ER-6n

Und auf dem höllischen Gefährt, mit dem wir unterwegs waren, würde es ohnehin nur für Rost und Rutschen sorgen. Wir kehren dem Himmel also den Rücken und freuen uns auf den Heimweg, der diesmal etwas länger ausfällt, als er müsste. Zwar sitzt man als Person über 1,80 Meter mit etwas zu spitzem Kniewinkel auf dem Motorrad. Das leichte Handling macht (nicht übermäßig lange) Ausfahrten aber trotzdem zu einem wilden Vergnügen. Beim Umstieg von einem anderen Motorrad erscheint sie fast zu kurvengierig. Der 650er-Twin der ER-6n ist rau und kernig. Er will gedreht werden, wenn man will bis in den fünfstelligen Bereich. Der Preis und die 48-PS-Option zeigen in Richtung „Einsteiger-Bike“. Doch die 72 PS dürften auch fortgeschrittenen Fahrern großteils ausreichen. Mit einer auf 200 kg erhöhten Zuladung wurde die Tauglichkeit für Ausfahrten zu zweit erhöht.



Stadtbekannt meint

Die leichte und kurvenhungrige Kawasaki ist in der Stadt und auf der Landstraße ein feines Gefährt. Bloß bei schnelleren Geschwindigkeiten oder Regen bietet das Nakedbike wenig Schutz. Der Motor zieht ab 3000 Touren an und bei 6000 wird nochmal nachgelegt. Welchen Gang man eingelegt hat, spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle, eine Ganganzeige wäre aber trotzdem nett. Außerdem könnte die Kupplung noch ein wenig leiser und geschmeidiger schalten.
Die höhere Zuladung und die 48-PS-Option machen die ER-6n zu einem guten Allround-Bike, für kleinere Personen auch für längere Strecken.

Kawasaki ER-6n (ABS), ab € 8.199,-
649 ccm – Zweizylinder-Viertakt-Reihenmotor, max. Leistung 53 kW (72,1 PS) bei 8.500 U/min, max. Drehmoment 64 Nm bei 7.000 U/min, Sechsganggetriebe, Kette, Bremse: Doppelscheibe vorne, Scheibe hinten, ABS, Sitzhöhe: 805 mm, Tankinhalt 16 Liter, Leergewicht: 206 kg, Verbrauch im Test: ca 4,8l

Christoh Adamek

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