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Universität Wien (c) STADTBEKANNT
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Audimaxismus wird Österreichs Wort des Jahres

27. Mai 2010 • Kultur

Vom Lebensmenschen zum Audimaxismus

Zum Jahresabschluss gehört in Österreich traditionell auch die Wahl des Wortes des Jahres. Die Forschungsstelle Österreichisches Deutsch (oedt) vergibt diesen Preis in Zusammenarbeit mit der Uni Graz und der APA. Heuer gab es insgesamt 1200 Vorschläge für das Wort und das Un-Wort , beziehungsweise den Spruch und den Un-Spruch des Jahres 2009. Diese Wörter werden von einer Jury ausgewählt, die sich dabei auf eine zuvor stattgefundene öffentlich zugängliche Internetwahl stützt.

Vom Lebensmensch zum Audimaxismus

Während sich die ÖsterreicherInnen 2007 noch mit den Computerkenntnissen der Polizei beschäftigten und sich für das Wort „Bundestrojaner“ entschieden, stahl 2008 Stefan Petzner allen anderen die Show und brachte dem Wort „Lebensmensch“ nie enden wollenden Ruhm.
Ein erster großer Erfolg für die Studierendenbewegung ist, dass mit Audimaxismus eine Wortschöpfung der Protestbewegung zum Österreichischen Wort des Jahres 2009 gewählt wurde. Audimaxismus ist eine Wortschöpfung, die in sich das lateinische Wort audi (hören), den Audimax (größter Hörsaal einer Universität), sowie angedeutet den Marxismus bzw. Austromarxismus enthält. Der Jury gefiel besonders, dass das Wort dadurch sehr vielfältig auslegbar ist. Auf Platz 2 schaffte es heuer der Kuschelkurs, die wohl beste Zustandsbeschreibung der Österreichischen Regierung und auf Platz 3 die Ungustlvermutung, die sich an die Unschuldsvermutung anlehnt, im Gegensatz zu dieser aber von einem unappetitlichen Menschen ausgeht.

Zum Un-Wort des Jahres wurde der Analogkäse gewählt, ein Kunstprodukt bei dem es sich nicht wirklich um Käse handelt. Auf den Plätzen folgt der Begriff Exiljude mit dem der FPÖ Vorsitzende von Vorarlberg den Direktor des jüdischen Museums Hohenems bezeichnete und die Herkunftskriminalität, die eine Neigung zur Kriminalität aufgrund der Herkunft unterstellt.

Der Spruch des Jahres 2009 stammt ebenfalls aus der Studierendenbewegung und fordert „reiche Eltern für alle“. Den Un-Spruch des Jahres schrieb der Kronenzeitungs- Kolumnist Jeannée „wer alt genug ist zum Stehlen, ist auch alt genug zum Sterben.“ Die Jury bescheinigte ein erschreckendes Maß an Menschenverachtung und ein fehlendes Rechtsbewusstsein, dass sich seit einiger Zeit in manchen Medien ausbreite.

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