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Aperol Spritz
Aperol Spritz

Trinkkultur

14. Februar 2013 • Lifestyle

Aperol Spritz

Über Geschmack lässt sich bekanntermaßen schlecht streiten und man kann durchaus sagen, dass der Aperol-Spritz in den letzten Jahren einen ziemlichen Hype erfahren hat. Ein Bericht über unterschiedliche Auffassungen darüber wie man einen Aperitif serviert und kulinarische Erlebnisse der dritten Art.

Seinen Ursprung hat der Aperol Spritz jedenfalls im Vento, wo ich ihn vor fünf Jahren auch das erste Mal getrunken habe. Ich habe damals als Reiseleiterin im Veneto gearbeitet und bin an den Wochenenden oft nach Venedig gefahren. Dabei kam es des Öfteren vor, dass ich mich gemeinsam mit einer Freundin in eine der kleinen Bars in der Nähe des Arsenals gesetzt und einen Aperol Spritz getrunken habe.

 

Aperol-Spritz in Venedig

Dieser wurde immer im Verhältnis 1/3 Aperol und der Rest Weißwein mit einem Schuss Sprudel zubereitet. Das Getränk wurde gekühlt mit Eiswürfeln, einer Orangenscheibe und einer grünen Olive in einem Longdrinkglas serviert. Seit meiner Zeit im Veneto trinke ich beim Weggehen immer wieder gerne einen Aperol – der Grund für diesen Artikel sind aber einige Erlebnisse der dritten Art, die ich mit diesem Aperitif in Wien gemacht habe.

 

Aperol-Spritz in Wien

In Wien kommt es immer wieder vor, dass frau den Aperitif nur mit Eiswürfeln und ohne Orangenscheibe serviert bekommt. So lange das Getränk gekühlt ist, spricht ja nichts gegen kulturelle Unterschiede bei der Zubereitung: tendenziell wird der Aperol-Spritz in Wien auch mit wesentlich weniger Aperol zubereitet, wodurch er meist eine sehr helle Farbe hat.

 

Kulturelle Unterschiede

Wofür ich allerdings kein Verständnis habe, sind zwei Aperol-Spritz „Zwischenfälle“ aus der letzten Zeit.

Tatort 1 – Maschu Maschu:

Ich treffe mich des Abends mit einer Freundin, wie so oft im Maschu Maschu, dem Lokal mit dem besten Hummus der Stadt. Sie bestellt ein Bier, ich statt wie sonst einen Café einen Aperol Spritz. Manche liebgewordene Gewohnheiten sollte frau lieber beibehalten, vor allem in diesem Fall, denn was ich serviert bekam sah eher nach einem Früchtetee aus und hatte nur wenig mit einem Aperitif zu tun. Der Spritz wurde in einem Teeglas lauwarm ohne Eis und ohne Orangenscheibe serviert. Letzteres wäre ja okay gewesen. Doch einen Aperitif lauwarm im Teeglas zu servieren ist meiner Meinung nach wirklich eine harte Ansage.

Tatort 2 – Café Kafka

Das Café Kafka ist eines meiner Lieblingscafés, in dem ich schon viele gemütliche Nachmittage und Abende gemeinsam mit Freunden bei Café und Kuchen verbracht habe. Das Kafka ist der ideale Ort um mit der Seele zu baumeln und über Gott und die Welt zu philosophieren. Dieses Mal haben eine Freundin von mir und ich den großen Fehler gemacht, einen Aperol Spritz zu bestellen. Auch hier war das Ergebnis ein Graus. Lauwarmer Aperol im Teeglas ohne Eis. Natürlich kann man nun sagen, selbst Schuld, wer kommt schon auf die Idee, in einem Wiener Kaffeehaus einen Aperol zu bestellen? Dem möchte ich entgegenhalten, dass wenn das Getränk auf der Karte steht, es auch in angemessener Form serviert werden sollte, außerdem ist es im Kafka nicht unüblich abends ein Bier oder einen Aperol Spritz zu trinken.

 

STADTBEKANNT meint

Wer in Wien Aperol Spritz trinken möchte, sollte sich in Acht nehmen und gut überlegen, wo er das tut. Meine persönliche Empfehlung ist hier die Kantine im MQ, der Future Garden oder das Schikaneder. Die beste Alternative ist ein Bahnticket bei der ÖBB zu erwerben und nach Venedig zu fahren. Dort lauern allerdings andere Gefahren, doch das ist eine andere Geschichte …

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