Shops – Mode

Anukoo(c) stadtbekannt.at
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Anukoo

4. Oktober 2014 • Mode

FairTrade und nicht verdreht – Anukoo besticht durch Wohlgefühl, Fairness und Stil!

Nicht nur das Kleid muss passen, sondern auch das Umfeld, in dem es entsteht. Das ist das Motto von Anukoo, der Modemarke von EZA Fairer Handel. Wir stellen euch das farbenfrohe Label vor, das mit seinem Shop im 6. Bezirk aus Wiens Modelandschaft mittlerweile gar nicht mehr wegzudenken wäre.

Erfahrungsgemäß setzen die meisten jungen Wiener Labels auf Nachhaltigkeit – sofern sie sich finanzieren lässt. Ein gutes Beispiel dafür ist etwa Anzüglich, ein Wiener Label, das sich ganz und gar Green Fashion verschrieben hat. Und damit steht Anzüglich nicht alleine da: die Nachfrage nach hochwertigen Materialien und Mode aus fairen Produktionsbedingungen wird immer größer, was uns wieder zu Anukoo zurück bringt.

Anukoo Fair Fashion (c) stadtbekannt.at

Anukoo Fair Fashion (c) stadtbekannt.at

Vom Kaffee zu Fair Fashion

Die EZA zählt zu den Pionieren des Fairen Handels in Österreich. Bekannt wurde die Importorganisation, die sich von Beginn an zu 100% dem Fair Trade Gedanken verpflichtet hat, vor allem mit ihren Kaffees, die sie seit vielen Jahren aus Afrika, Lateinamerika und Asien beziehen. Doch seit gut fünf Jahren setzt das Unternehmen einen starken Akzent auf Fair Fashion.

In den Weltläden, die von EZA beliefert werden, haben immer mehr Menschen nicht nur fair gehandelte Lebensmittel und Kunsthandwerk nachgefragt, sondern vermehrt auch Kleidung, die unter sozial verantwortlichen Bedingungen hergestellt wird – Motivation für das Unternehmen, diesen Bereich sukzessive auszubauen. Vor einiger Zeit bekamen die Kollektionen, die mittlerweile zweimal pro Jahr auf den Markt gebracht werden, einen gemeinsamen Namen: Anukoo.

Anukoo CDs (c) stadtbekannt.at

Anukoo CDs (c) stadtbekannt.at

Um der jungen Marke – die in Weltläden in ganz Österreich erhältlich ist – noch mehr Raum zu geben, entstand der gleichnamige Shop auf der Gumpendorferstraße, unweit vom Haus des Meeres. Die Räume sind hoch, die Decke alt und eindrucksvoll, und der lichtdurchflutete Laden riecht auch ein Jahr nach seiner Eröffnung noch nach dem hellen Holz, das die Einrichtung dominiert. Irgendwie passt das auch zusammen. Denn ein Projekt mit positivem Fundament macht sich gut in den hellen, freundlichen Räumlichkeiten. Shop-Leiterin Karin Lebelhuber und Julia Kegley, die für die Designs mitverantwortlich ist, erklären mir ausführlich, was Anukoo nun ausmacht.

Anukoo Fair Fashion Laden Foto: stadtbekannt.at

Anukoo Fair Fashion Laden Foto: stadtbekannt.at

Fairtrade Baumwolle und Seide mit gutem Gewissen

Während bei anderen Labels wohl Design, Inspiration und Kollektionen im Vordergrund stehen, sind es in unserem Gespräch die Handelspartner von Anukoo, die das Fundament der Marke bilden. Denn in erste Linie ist hier wichtig: Handel und Produktion müssen fair ablaufen, die Arbeit muss fair bezahlt werden und die Produktion so nachhaltig als nur möglich sein.

Und wie werden solche Ansprüche nun umgesetzt? Ganz offensichtlich durch die sorgfältige Auswahl der Handelspartner. Ausreichend Erfahrung mit dem fairen Handel brachte man ja immerhin schon mit. Nichts bleibt dem Zufall überlassen. Der direkte Kontakt zu den ausgewählten Partnern ist ausschlaggebend und wird intensiv gepflegt.

Anukoo Fair Fashion Verkaufsraum (c) stadtbekannt.at

Anukoo Fair Fashion Verkaufsraum (c) stadtbekannt.at

Die Bio-Baumwoll-Kollektion von Anukoo ist gleich zweimal zertifiziert: Fairtrade Certified Cotton steht für Transparenz entlang der gesamten Produktionskette, garantiert den BaumwollpflanzerInnen ein faires Einkommen und verbietet den Einsatz gentechnisch veränderten Saatgutes. Auch die Weiterverarbeitung muss sich an sozialen Mindeststandards orientieren „Diese werden beispielsweise bei unserer Partnerorganisationen Craft Aid auf Mauritius weit übertroffen,“ weiß Karin Lebelhuber.

Ein zweites Zertifikat – G.O.T.S. – sichert einen hohen ökologischen Standard der Bekleidung. Diese muss nämlich aus natürlichen Biofasern sein und darf nur mit nicht umweltschädigenden Mitteln verarbeitet werden.

Teile der Anukoo Kollektion aus Leinen und handgewobener Seide kommen aus Indien. Auch hier arbeitet man mit Initiativen zusammen, die sich an den Kriterien des Fairen Handels orientieren. In kleinen Nähateliers nehmen die Stoffe Gestalt an. „Die Situation in diesen Werkstätten kann nicht mit Fabriksarbeit verglichen werden,“ erklärt Lebelhuber. „Die Einheiten sind überschaubar. Mehrheitlich haben die Frauen, die in den Ateliers arbeiten, diese auch selbst gegründet. Diese Microunternehmen spielen eine ganz wichtige Rolle für die Stärkung der wirtschaftlichen und sozialen Position der Frauen.

Anukoo Fair Fashion Handarbeit (c) Anukoo

Anukoo Fair Fashion Handarbeit (c) Anukoo

Anukoo – das farbenfrohe Label

Die Designs von Anukoo entstehen im Zusammenspiel mit den HandelspartnerInnen. Inspiration kommt sowohl aus den Ursprungsländern wie auch aus den traditionellen Handwerkstechniken der jeweiligen Kultur. Das spiegelt sich zum Beispiel in den Prints und feinen Stickereien als Blickfang auf den Leinenkleidern.

Hauptsächlich für das Design verantwortlich ist Katharina Mühlberger, die schon vor Anukoo ein Praktikum bei einem EZA Handelspartner in Bolivien absolviert hatte. Die diplomierte Sozial- und Kulturanthropologin war wohl die richtige Wahl für den Job, denn sie brachte nicht nur Fachwissen zu Textilien mit, sondern auch ein breites Verständnis für die Zielsetzung von Anukoo: Bekleidung anzubieten, die gut aussieht, in der man sich wohlfühlt und die auch noch fair produziert wurde.

 

Fair Fashion für Wien

Positiv waren die Reaktionen auf Anukoo seit der Eröffnung des Shops – das Design des Shops selbst findet Anklang, die Kollektionen gefallen und der Gedanke bringt Stoff für Diskussion über Nachhaltigkeit und Fairness in der Modewelt. Teuer sind die Stücke übrigens trotz des Fairen Handels nicht: Leistbarkeit war ein wichtiges Kriterium bei der Umsetzung, und so reicht die Palette vom Baumwollshirt um 29 Euro bis zum Seidenkleid um 110 Euro.

Anukoo

Gumpendorfer Straße 28
1060 Wien
01 58 11 343
http://www.anukoo.com/

Mo-Fr 11:00 – 18:30 Uhr
Sa 11:00 – 17:00 Uhr

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