Kultur

Ententeich Stadtpark (c) Mautner stadtbekannt.at
Ententeich Stadtpark (c) Mautner stadtbekannt.at

Am Anfang war die Ente

16. Mai 2010 • Kultur

Ich denke also… Quak! Entenhausen als Zerrspiegel der menschlichen Kultur und ihrer Kulturgeschichte zeigt die Wanderausstellung duckomenta, die gerade im Schloss Neuhardenberg bei Berlin gastiert. Weltbekannte künstlerische Werke aus allen Epochen offenbaren hier ihren geheimen Duck-Charakter.
Vater, oder besser gesagt Onkel, um szenegerecht zu bleiben, der ganzen Ausstellungsidee ist der Braunschweiger Kunstsoziologe Eckart Bauer. Aufgekommen war sie bei einem Seminar zur Warenästhetik zu Beginn der 1980er Jahre, als ironische Auseinandersetzung mit der „Amerikanisierung“ der europäischen Kultur und vieler anderen Lebensbereiche. Es gründete sich die KünstlerInnen-Gruppe interDuck, die es sich zur Aufgabe machte Glanzstücke der Kunstgeschichte zu ver-enten. Zuerst traf man sich bei Bauer zu Hause und in Wochenendworkshops um zusammen zu arbeiten, aber auch zum Kochen, Trinken und Musik hören. Dieser innere Zirkel an KünstlerInnen mit Volker Schönwart, Ommo Wille, Rüdiger Stanko, Anke Doepner und eben Bauer ist es auch heute noch, der fast alle Ausstellungsstücke selbst entwirft und anfertigt.

So entstanden im Laufe der Zeit über 600 Bilder, Grafiken und Skulpturen, von denen ca. 120 in der momentanen Ausstellung zu sehen sind. Eine Tour de Force durch die menschliche Kulturgeschichte führt von Dötzi, über die beschnabelte Königin Nofretete und die Mona Quaka ääh… Lisa bis zu Persiflagen moderner Werke wie Picasso und Mondrian.
Ein Flossenabdruck belegt auch endlich einwandfrei wer der erste Mensch am Mond war – eine Ente.

Von Anfang machte man nicht viel Federlesen mit der Kunstgeschichte und näherte sich mit viel Witz der Frage an, was die eigene Kultur ist und welche Substanz sie besitzt. Tourten die Exponate mit Disney-Touch in den ersten Jahren noch unter dem Titel „Überall ist Entenhausen“ in der, vor allem deutschsprachigen, Welt herum, so änderte sich dieser in Anlehnung an die große, menschliche Schwester bald in duckomenta.
Hunderttausende BesucherInnen konnten sich so in den vergangenen Jahren vom Witz und Charme, aber auch von der hintergründigen Kulturkritik der Bilder und Skulpturen einfangen lassen. Ihr bisher einziges Wiener Gastspiel absolvierte die Schau vor einigen Jahren im Palais Palffy, auf eine Neuauflage bleibt zu hoffen. In Berlin gastiert sie noch bis 13. Juni und wandert dann im Herbst weiter ins Römer- und Pelizaeusmuseum nach Hildesheim.
So wir es auch weiterhin heißen: Donald und kein EnTe.

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