Wien – Leben

(c) Adamek stadtbekannt
(c) Adamek stadtbekannt

Alt wie Wiens Feuerwehr

15. September 2013 • Leben, Unterwegs

Alte Vereine und Gesellschaften haben etwas Ehrwürdiges an sich. Brauereien, Schneidereien und verschiedene Manufakturen schreiben gern das Gründungsdatum auf ihr Emblem oder gar auf die Produkte. Mehr Understatement legt die Berufsfeuerwehr Wien an den Tag. Seit ihrer Entstehung durch die Ernennung von vier Feuerknechten sind 327 Jahre vergangen. Das macht sie zur ältesten Berufsfeuerwehr der Welt. Für uns Grund genug für einen Besuch bei der Feuerwache Mariahilf, diesmal mit dem Skoda Octavia Combi mit 105 PS.

Auf zur Feuerwehr

Der ist zwar nicht so schnell wie die Feuerwehr, in den bis zu 1.740 Liter fassenden Kofferraum passt aber zumindest ein guter Teil des erfordelichen Equipments. Und Dank der weit öffnenden Heckklappe hat ein Feuerwehrmann ausreichend Platz um es ein- und auszuladen.

Platz ist überhaupt die größte Stärke des Octavia. In der ersten wie auch in der zweiten Reihe sitzen selbst großgewachsene Personen bequem. Je mehr desto besser, denn ohne Zuladung gab unser Testwagen Unebenheiten sehr direkt an die Passagiere weiter. Der kleine Turbobenziner fährt sich angenehm spritzig, Turboloch oder Anfahrschwäche gibt es bei ihm nicht. Bei höherer Zuladung plagt er sich allerdings ein wenig. Fährt man mit gezügeltem Gasfuß, zeigt sich am gut ablesbaren Boardcomputer selten ein Verbrauch über sechseinhalb Liter. Ganz Brave schalten das 6-Gang-Getriebe früh hoch und schaffen sogar Werte mit einem Fünfer vor dem Komma. Quasi als Belohnung gibt es dann einen Eiskratzer im Tankdeckel.

In der Feuerwache

Wir parken in einer von acht Garagen, die sonst für die Löschfahrzeuge bestimmt sind. Von außen sieht das im Heimatstil erbaute Gebäude schön aus, innen herrscht Funktionalität vor. Schläuche und Kabeln hängen von der Decke, in metallenen Spinds liegen Helme und Schläuche. Zu ungefähr 33.000 Einsätzen rückt die Wiener Berufsfeuerwehr im Jahr aus. Nur bei etwa einem Drittel davon handelt es sich um Brände. Ein weiteres Drittel sind technische Einsätze, das letzte Drittel gliedert sich in Verkehrsunfälle, die Rettung von Mensch und Tier und Schadstoffeinsätze.

Früher wurden Brände übrigens von einem Türmer auf dem Stephansdom gemeldet, der mit einer roten Flagge die Richtung anzeigte, in der das Feuer lag. Mit dem Pferdewagen kam dann die Feuerwehr herbeigeeilt um zu helfen. Wer mehr darüber erfahren will, kann das Feuerwehrmuseum am Hof besuchen. Es ist zwar nur an Sonn- und Feiertagen von 9:00 bis 12:00 Uhr geöffnet, dafür ist der Eintritt frei.

Stadtbekannt meint

Seine Freunde findet der Octavia Combi bei Personen, die gern viel Gepäck mitnehmen und Beinfreiheit haben wollen. Der Motor arbeitet zwar brav, hinterlässt aber doch ein wenig den Nachgeschmack des Einstiegsmotors. Besonders wegen der widerspenstigen Verbundlenkerachse, die in den höher motorisierten Modellen durch eine komfortablere Mehrlenkerachse ersetzt wird. Der günstige Preis für so viel Auto macht aus ihm aber ein gutes Gesamtpaket.

Škoda Octavia Combi Ambition 1.2 TSI Green tec , ab € 22.540,-
Länge: 466 cm, Gewicht: 1.247 kg, Kofferraum: 610 – 1.740 l, 1,2-Liter 4-Zylinder-Turbobenzinmotor, 6-Gang-Schaltgetriebe, Frontantrieb, 93 kW (105 PS), 175 Nm, 0-100 in 10,5 s, Vmax 193 km/h, MVEG-Verbrauch: 6,0/4,5/5,1 (N), CO2 117 g/km, Verbrauch im Test: 6,1 l

Christoph Adamek

Weitere Artikel

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

« »