Wien – Grätzltipps – 13. Hietzing

Hietzing (c) STADTBEKANNT
Hietzing (c) STADTBEKANNT

Alt-Hietzing

5. April 2013 • 13. Hietzing

Städtische Schönheit nahe Schönbrunn

Zeitlos, verträumt, gediegen und mancher Orts gar ein wenig kitschig – ja, wie in einer Operetten Kulisse fühlt es sich an, wenn man durch Alt-Hietzing spaziert.

Schmücken wir uns also gedanklich mit Rüschen, Federn und Zylinder und machen uns kichernd, jauchzend und auch ein wenig gräflich auf den Weg durch den wohl entzückendsten Teil des 13. Bezirks.


Alt-Alt Hietzing

Café Dommayer (c) stadtbekannt.at

Café Dommayer (c) stadtbekannt.at

Als erste Station dient hier das wohl operettenhafteste Kaffeehaus der ganzen Stadt. Vor allem im Sommer darf man sich im Café Dommayer im Garten an Tischchen im Pavillon mit Blick auf das fließende Brünnlein einer Melange mit seinen Gnädigsten erfreuen. Auch der Plachutta nebenan bietet seit Jahrzehnten gar majestätisches Essen und hat sein Territoire an weiteren Standorten in klassischer, uriger und italienischer Ausführung erweitert.


Ekazent

Auf den ersten Blick etwas weniger charmant erscheint das Einkaufszentrum Ekazent. Bei näherem Hinsehen jedoch erspäht man die einzelnen Bauteile des offenen Komplexes und bemerkt, dass diese gar nicht so uninteressant sind wie seine Verpackung. Quasi wie an die Straßen in Mailand versetzt, fühlt man sich etwa bei Betreten der La Scarpa Boutique von Regina Vrana. Das ehemalige Model hat gute Kontakte nach Italien und ein besonderes Gespür für Mode und Stil. Das mediterrane Flair im Geschäft entschädigt jedenfalls für die Passagenatmosphäre des Einkaufszentrums.

La Scarpa (c) stadtbekannt.at

La Scarpa (c) stadtbekannt.at

Einmal um die Ecke landet man übrigens gleich wieder in Italien bei Iuno Pasta. Die Speisekarte wechselt monatlich, wobei dazu noch zwei Tagesmenus zu Mittag angeboten werden. Obwohl es auch Pizza oder Risotto gibt, empfiehlt sich vor allem die frische Pasta, die zum Beispiel in Form von Ravioli mit Ricotta-Spinatfüllung oder Linguine Nero mit Curry-Gemüse und Shrimps serviert wird.

Iuno Pasta (c) STADTBEKANNT

Iuno Pasta (c) STADTBEKANNT

Vom Schenken und sich Beschenken

Es sei also schon einmal festgehalten, dass es sich in Alt-Hietzing nobel speisen und bekleiden lässt. Und auch das Schenken ist hier gar nicht schwer. In der Hietzinger Hauptstraße befindet sich eines der schönsten Blumengeschäfte Wiens mit freundlichem Service und ausgefallenen Kreationen. Wenn es aber doch etwas Dauerhafteres sein soll, dann empfiehlt sich der Besuch bei den Füchsen.

die Füchse (c) STADTBEKANNT

Fuchs (c) STADTBEKANNT

Was sie anbieten, erklären sie so: Es gibt ein umfangreiches Sortiment an Dingen, die das Auge, Nase, Hände und Herz erfreuen. Dabei legen sie besonders viel Wert darauf, dass ihre Ware nicht an jeder Ecke zu haben ist. Wer hier sucht, dem ist also die Einzigartigkeit des Geschenkes garantiert. Aber pscht, nicht weiter verraten, sonst geht der Plan nicht auf!

 

… in der Altgasse

Lässt man sich von der Hietzinger Hauptstraße dann schließlich in die Lainzer Straße treiben, so stößt man auf zwei weitere Geschäfte für alles, was über die Grundbedürfnisse hinaus zum Glücklichsein gebraucht wird. Zunächst holen wir uns am kunterbunten Schaufenster von „Eine wie Keine“ Appetit, um dann der Aufforderung des „Come In“ zu folgen und das herzige Geschäft von Karin und Saskia zu betreten. Hier gibt es Schönes aus aller Welt, vor allem aber Wohnaccessoires. Ach, brauche ich nicht unbedingt noch eine neue schöne Bunzlauer Tasse?

Eine wie Keine (c) STATDBEKANNT

Eine wie Keine (c) STATDBEKANNT

Oje, ich sehe schon, dieser Artikel rentiert sich für mich nicht. Denn um die Ecke in der Altgasse wartet schon das nächste Geschäft mit Sachen, die man unbedingt braucht. Der Zauberladen hat wohl wirklich einen Zauber über jeden gelegt, der die Türklinke benutzt. Das war bestimmt der Bäckersjunge, der an der Hausfassade so unschuldig wegsieht. Nun gut, wenn der Preis dafür eine glückliche Redakteurin ist, so soll es mir Recht sein. Hier gibt es vor allem Stoffe in süßen Mustern, Selbsgenähtes und Accesoires wie Möbelknöpfe oder Nähkistchen. Seit ich eine Nähmaschine habe, besitze ich jedenfalls auch ganz viel Stoff. Und wenn er auch nicht dem Verarbeiten dient, so greife ich stets zu dem Stoffteilen um mir vorzustellen, was daraus alles entstehen könnte. Und das ist vielleicht sogar noch schöner, als dem Stoff dann tatsächlich eine Bestimmung aufzuzwingen.

Zauberjunge (c) STADTBEKANNT

Zauberjunge (c) STADTBEKANNT

Im Zauberladen gibt es übrigens vieles von dem, was die Pure Living Bakery gegenüber hatte. Doch die ist mittlerweile nur mehr Café. Und da wird momentan kräftig am Filialzuwachs in der Burggasse gearbeitet. Denn am 8. April soll schon Eröffnung gefeiert werden!

Aber zurück in die Altgasse. Da gibt es noch zwei Geschäfte, die ihre Erwähnung finden sollen, bevor wir uns eine Kutsche durch Schönbrunn gönnen oder so. Zum einen wäre das das Naturkost Paradies. Schon Nitsche meinte, dass man nicht nur mit dem Munde, sondern auch dem Kopfe essen soll. Dem großen Philosophen trauen wir uns auch gar nicht zu widersprechen, so fällt es uns also auch gar nicht schwer uns in Paradies für Bioprodukte aus dem Wald- und Weinviertel zu verirren.

Naturkost Paradies (c) STADTBEKANNT

Naturkost Paradies (c) STADTBEKANNT

Gar paradiesisch geht es zum Schluss auch bei Chikuchik zu. Denn hier werden hochwertige und ausgefallene Schuhe für Kinderfüße verkauft. Eignet sich besonders für individualistische Kinder (oder Mütter oder so).


Vorhang fällt

So, jetzt ist es nun aber wirklich nur mehr ein kleiner Sprung bis nach Schönbrunn, wo der Tag in Alt-Hietzing seinen Ausklang findet. Wir haben getanzt, gesungen, geschlemmt und genossen, aber keine Sorge, die nächste Sommerfrische kommt bestimmt! Vorhang fällt.

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