Lifestyle – Im Gespräch

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Zuckerwatt im Gespräch

17. August 2013 • Im Gespräch

Karin und Richard sind als Heads der Zuckerwatt Crew seit einer halben Dekade am Bild der Wiener Clubszene beteiligt. Stadtbekannt hat die beiden sympathischen Niederösterreicher zum Gespräch gebeten.

Stadtbekannt: Servus Richard, Servus Karin! Ihr steht hinter der bekannten Zuckerwatt Crew und habt erst heuer euer fünfjähriges Bestehen gefeiert. Erläutert uns doch mal die Anfänge. Wie kam es zu dem Entschluss in der elektronischen Szene aktiv zu werden?

Zuckerwatt
: Hallo Michi! Genau genommen stehen hinter der dem Projekt Zuckerwatt fünf Personen. Andreas, Fabian und Thomas gehören auch seit Anbeginn zur Truppe. Begonnen hat alles in der Silvesternacht 2007/08. Bei einer privaten Feier in Waidhofen/Ybbs haben wir uns dazu entschlossen mal gemeinsam eine kleine Veranstaltung für Freunde in Wien auf die Beine zu stellen. Musikalisch waren wir schon auf einer Wellenlänge, fehlte nur noch die Location. Dank Alfred Zacharias, ein guter Freund der Familie und damaliger Betreiber des Sass Music Clubs, bekamen wir an einem Montag im März 2008 die Gelegenheit zur "Feuertaufe". Von da an nahm alles seinen Lauf…

Stadtbekannt
: Von Anfang an also im Sass zuhause. Da habt ihr ja noch immer eure monatliche Residency an jedem zweiten Freitag. Mittlerweile gibts aber auch schon andere regelmässige Zuckerwatt Termine. Beispielsweise im Flex oder in der Pratersauna. Was unterscheidet diese Partys voneinander?

Zuckerwatt
: Grundsätzlich ja, sofern es zu keiner Terminkollision kommt. Also zur Sicherheit immer mal unsere Homepage zuckerwatt.at konsultieren. [Lacht] Unsere Veranstaltungen sind je nach Location musikalisch ein wenig unterschiedlich ausgerichtet. Prinzipiell immer mit einem technoiden Fokus allerdings mal zart mal hart. Luft & Liebe veranstalten wir gemeinsam mit Rudi & Rana (Crazy Sonic & Fauna; Anm.) in der Pratersauna und ist soundtechnisch ein bisschen "flockiger", wogegen es bei Zuckerwatt im Sass Music Club bzw. Zuckerwatt & Crazy im Flex ruhig auch etwas treibender zur Sache gehen darf und soll.

Stadtbekannt: Gibts sowas wie eine Lieblingslocation für euch? Oder egal, hauptsache Zuckerwatt?

Zuckerwatt: Hm, Lieblingslocation. Schwierig zu sagen. Jede Location hat etwas Besonderes. Wir schätzen uns sehr glücklich mit Zuckerwatt all diese Clubs bespielen zu können und genießen die Abwechslung.

Stadtbekannt: Sehr diplomatisch. Wie so viele, die in der Szene aktiv sind, kommt ihr ja ursprünglich nicht aus Wien. Hat euch die Musik in die Hauptstadt gelockt oder gabs andere Gründe?

Zuckerwatt: Früher sind wir oft an den Wochenenden wegen der Musik nach Wien gefahren. Niedergelassen haben wir uns hier letztendlich aber wegen des Studiums, wobei das Wiener Nachtleben eine sehr angenehme Begleiterscheinung war. [Lacht]

Stadtbekannt: Wie ihr schon angemerkt habt, sind eure Veranstaltungen im innerstädtischen Vergleich eher von der härteren Gangart a la Techno, Melodic Techno und Detroit Techno geprägt. Wie seht ihr die Entwicklung der Elektronik? Wirds in nächster Zeit noch Deeper? Wirds denn gar mal eine housige Zuckerwatt Party geben?

Zuckerwatt: Mit Prognosen sollte man eigentlich immer etwas vorsichtig sein. Ich denke aber, dass der Sound kaum mehr deeper werden kann… Zumindest hoffen wir das. [Lacht] Wahrscheinlich wird alles noch kommerzieller und massentauglicher, aber wir wollen den Teufel ja nicht an die Wand malen, oder? [Lacht] Was uns betrifft… wir werden unserer Linie treu bleiben weil uns das einfach am meisten Spaß macht.

Stadtbekannt: Der Erfolg gibt euch ja auch recht. War das schon immer eure Schiene oder hat sich euer Style über die Jahre etwas geändert?

Zuckerwatt: Techno war eigentlich immer schon unser Ding. Aber über die Jahre hinweg hat sich unser Musikgeschmack sicher auch weiterentwickelt und ein größeres Repertoire angehäuft. Das Tempo hat sich auch über die Zeit ein wenig reduziert.

Stadtbekannt: Man muss ja auch am Puls der Zeit bleiben. Wie geht ihr vor bei einem Booking? Nach welchen Kriterien werden die Acts, die bei Zuckerwatt spielen, ausgesucht? Sowohl nationale als auch internationale.

Zuckerwatt: Wichtigstes Kriterium ist natürlich die Musik. Das muss passen und gefallen. Hier informieren wir uns auch im Vorfeld ausgiebig, hören jeden Track oder jedes Set zehn Mal. [Lacht] Beziehungsweise befindet sich der eine oder andere Künstler ohnehin schon in unserer Plattensammlung. Das gilt für nationale als auch internationale Acts. Darüber hinaus kalkulieren wir realistisch und versuchen uns finanziell nicht zu übernehmen.

Stadtbekannt: Neben euren eigenen Partys seid ihr ja noch bei einigen Kooperationen engagiert. Gürtelaffäre, Karlsplatzsoiree oder ähnliches. Gibts eine Präferenz? Und wo liegt für euch der Unterschied?

Zuckerwatt: Eigenveranstaltungen liegen uns immer sehr am Herzen. Hier können wir voll und ganz Zuckerwatt sein. Trotzdem finden wir Kooperationen immer wieder spannend, da man mit unterschiedlichen Leuten gemeinsam etwas bewegen kann, dass sonst vielleicht nicht zustande gekommen wäre. Außerdem lernt man von- und miteinander, baut Freundschaften und Netzwerk aus, teilt Arbeit, Risiko und natürlich auch die Freude über eine gelungene Veranstaltung.

Stadtbekannt: Gabs denn schon mal eine Veranstaltung, wo ihr einfach nur froh wart als sie vorbei war? A la Alptraum der Promoter?

Zuckerwatt: Ja. In einem Winter vor langer, langer Zeit. Da hat bis auf die Musik fast gar nichts gepasst. Aber gut, hat eh kaum jemand mitbekommen. [Lacht]

Stadtbekannt: Abschließend noch zu euren Plänen für die nahe Zukunft. Was steht denn demnächst an? Wirds im Sommer mal ein Open Air von euch geben?

Zuckerwatt: Die nächsten Wochenenden sind bereits verplant. Im Sass Music Club machen wir gerade Sommerpause und bereiten unsere Herbsttermine vor. Viel zu tun in nächster Zeit und was ein Open Air angeht, sollte man demnächst Augen und Ohren offen halten. Mehr wird noch nicht verraten. [Lacht]

Stadtbekannt: Dichtes Programm. Wunderbar! Richard, Karin – ich danke euch für eure Zeit und das Gespräch!

Zuckerwatt: Vielen lieben Dank für die Einladung und bis bald!

Foto (c) Zuckerwatt

Michael Grabner

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