Kultur

Ausstellungsansicht KEX

You are free

19. Oktober 2011 • Kultur

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Die Zeit als Teenager ist bekanntlich keine leichte. Mit dem Transformationsprozess vom Kind zum Erwachsenen gehen viele schwierige Phasen einher, Unsicherheit und Suche nach der (neuen) Identität inklusive. Musik spielt in dieser Lebensphase eine wichtige Rolle, ist sie doch Ausdruck von Zugehörigkeit zu einer bestimmten Jugendkultur, eine Art Rebellion und nicht zuletzt ein intuitives Gefühl beziehungsweise der Traum von Freiheit. Die Exponate von „You are free“ erzählen genau davon. 

Die Musik ist so auch der Angelpunkt der Ausstellung. Die Exponate setzen sich mit ganz unterschiedlichen Mitteln über Musik und in der Folge auch mit dem Begriff der Freiheit auseinander. Bei der Installation „NOtH1n6 1$ f0r Fr€€, M0th€rFuck€r$“ von Jan Christensen und Anders Fjorsne werden die BesucherInnen beispielsweise selbst zu Musikern, indem sie die verschiedenen Musikinstrumente (tibetische Gebetsschalen, Glockenspiel, Gitarrenverstärker, Syntheziser) verwenden und einen Sound produzieren. Jeremy Shaws Videoarbeit „Best Minds, Part I“ (2007) handelt wiederum von Musik als Zugehörigkeit zu einer Jugendkultur, genauer zur Punk und Hardcore-Bewegung. In verlangsamten Aufnahmen sind zumeist männliche Jugendlichen beim sog. „Slamdance“ zu beobachten, bei dem unkontrolliert Arme und Beine ausgestoßen werden und der eher wie eine Schlägerei denn ein Tanz wirkt. Durch die Verlangsamung erscheinen die Bewegungen wie eine ballettartige Choreografie. Shaw verwendet in dieser Arbeit Codes der alternativen Jugendkultur, um den Begriff der Freiheit auszudrücken.

Kate Gilmor wiederum thematisiert in ihrem Video „Baby, Belong to me“ (2006) den gescheiterten Versuch, sich von Hindernissen zu befreien. Zu sehen ist ein roter Ballerinaschuh, der an einem Seil angebunden ist, und den verzweifelte Anstrengung sich davon zu befreien. Dazu läuft der Song „Fame“ aus dem 80er-Jahre-Tanz-Film „Fame – Der Weg zum Ruhm“. Die Botschaft des Films „Du kannst alles schaffen, was du willst“, wird im Video kontrapunktisch kommentiert.

Die Ausstellung erzählt aber auch von der Freiheit, die noch nicht gefunden ist, da man gewissermaßen noch „in sich selbst gefangen“ ist. Bryan Zanisnik erzählt in „Further from Rope“ (2009) von der schwierigen Identitätsfindung eines Jugendlichen, der Suche nach Identität, Männlichkeit und der Abspaltung vom Elternhaus.

Eine Ausstellung zur „Freiheit“ zu machen ist nicht ganz leicht, da sich Begriff in viele einzelne, oft diffuse und schwierige Begrifflichkeiten aufspaltet. „You are free“ schafft es aber, so wie das gleichnamige Album der amerikanischen Sängerin Cat Power daherzukommen, nämlich unbeschwert, differenziert und empfehlenswert! (Barbara Pflanzner)

You are free
Kunsthalle Exnergasse (WUK)
bis 5.11.2011
Eintritt frei.

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Kunsthalle Exnergasse

Währingerstraße 59
1090 Wien
01 4012141
http://www.wuk.at/WUK/Kunst/Kunsthalle_Exnergasse/

Dienstag – Freitag 13:00 – 18:00 Uhr
\r\nSamstag 11:00 – 14:00Uhr

Zusätzliche Information (_VenueAddress): Währinger Straße 59
Zusätzliche Information (_VenueCountry):
Zusätzliche Information (_VenuePhone):
Zusätzliche Information (_VenueURL):

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