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Wortschätze

2. Februar 2011 • Leben3 Kommentare zu Wortschätze

Stadtbekannt auf der Suche nach dem Sinn hinter Ausdrücken aus dem umgangssprachlichen Wortschatz.

Bei einigen skurril anmutenden Wortschätzen kommt es ab und an vor, dass ich mich frage wo diese Wortschöpfungen eigentlich herkommen. Nachdem sich in meinem Umfeld einige Menschen mit deutschem Migrationshintergrund bewegen, passiert dies des Öfteren. Dabei zeigen sich nicht nur Sprachbarrieren, wie sie von unserer Wienerin in Berlin schon beschrieben wurden. Etwa wie die Differenz zwischen Sackerl und Tüte, Brot und Stulle oder anderen sprachlichen Differenzierungen, sondern die Frage nach dem Ursprung von alltagsweltlichen Ausdrücken.

Beispielsweise wird in meinem Umfeld der Ausdruck „Hanebüchen“ sehr oft verwendet, was man bei uns gerne als: „Bei den Haaren herbei gezogen“ interpretiert. Allerdings stellte sich für mich die Frage woher das Wort eigentlich kommt. Niemand konnte mir darauf eine Antwort geben, also befragte ich das Netz. Ein österreichischer Ausdruck, welcher bei mir ebenso ein großes Fragezeichen auslöste, war der Ausdruck: „I bin ja net der Nurmi!“

Hanebüchen

Der Begriff kommt ursprünglich aus dem mittelhochdeutschen vom Wort hagebüchen. Im Mittelalter stand dieses Wort für: Aus dem Holz der Hagebuche und wurde als Eigenschaftswort verwendet, wie  etwa: "ein hagebüchener Kerl".  Mitte des 19.Jahrhunderts wandelte sich die Bedeutung hin zu „an den Haaren herbei gezogen.“, welche bis heute mit diesem Begriff verbunden wird.

Der rennt wie der Nurmi!

Diesen Ausdruck kennen vor allem jene, die eine Wiener Großmutter haben, denn dieser Ausdruck ist schon vorm Aussterben bedroht und sollte deshalb unter Denkmalschutz gestellt werden. Falls jemand schon mal diese Redewendung gehört haben sollte, oder etwa „I bin ja net der Nurmi“ und sich gefragt haben was das eigentlich für eine Bedeutung hat – hier die Auflösung des Rätsels:
Paavo Nurmi war ein berühmter Leichtathlet der zwischen 1920 und 1928 neun Goldmedailien gewann und bis 1931 24 Weltrekorde aufstellte. Warum es der finnische Sportler in den österreichischen Sprachgebrauch geschafft hat, konnte mir allerdings nicht einmal meine Großmutter erläutern. Aber anscheinend war er jedem ein Begriff.

Es stellt sich natürlich die Frage, welchen Sinn es macht nach dem Ursprung von Ausdrücken zu suchen. Dies kann schlicht weg auf die Neugierde zurückgeführt werden – dem Wunsch Dingen auf den Grund zu gehen. Es gibt natürlich noch eine große Zahl an Ausdrücken, deren Ursprung ebenso unklar ist und die einer Klärung bedürfen.

Cornelia Dlabaja

Verloren in der Stadt: Auf Entdeckungsreise im Asphaltdschungel

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3 Antworten auf Wortschätze – Verstecken

  1. Timo sagt:

    Der rennt wie der Nurmi!
    und wieder was neues für heute gelernt!

  2. errm sagt:

    und weiter?
    nur zwei begriffe? bisschen dünn, die suppe. danke trotzdem!

  3. Paul sagt:

    @errm
    stimmt, da gäbe es noch jede menge. hier ein paar anregungen: Kämpfen wie ein Berserker, In die Binsen gehen, Etwas aus Daffke tun,usw….

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