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Wolferl Ambros in: „Die unabsichtliche Empörung des Rainhard F.“

22. September 2011 • Skurriles4 Kommentare zu Wolferl Ambros in: „Die unabsichtliche Empörung des Rainhard F.“

Bruderzwist im Olymp des Austropop: nachdem Wolfgang Ambros im Ö3-Interview beim Frühstück nicht allzu gut über Rainhard Fendrich geredet hat, ist dieser beleidigt und empört. Schauen wir uns das einmal an.

„Wir lachen vü, wir streiten oft,
mia fliagn übers Meer

(W. Ambros, „Langsam wachs ma zsamm“)

Frühstück mit Claudschi

Da sitzt unser Woiferl Ambros also vor kurzem beim Frühstück mit der großen Claudia Stöckl (der Schwester der österreichischen Mutter Theresa vom Küniglberg, der heiligen Barbara) und plaudert frei von der Leber weg. Alle Großen der Branche haben in letzter Zeit eine Autobiographie herausgebracht: Keith Richards, Lemmy und sogar Peter Rapps in Worte gefasstes Lebenswerk steht in den Startlöchern. Höchste Zeit für unseren Wolfgang, das auch zu tun. Und so ein Buch über ein bewegtes Leben voller Hits, Freundschaften und Mußestunden mit Spritzwein und amourös-motivierten Gemeindebaublumen, gilt es selbstredend zu bewerben. Wo tut man das besser, als im staatlichen Radio, wo das Leben und auch alles andere ein Hit ist. Ein Hit vielleicht, der alle fünfzehn Minuten wiederholt wird und seit dreißig Jahren der selbe ist, aber immerhin und Hauptsache ein Hit.

„und dann hamma plötzlich g’redt
und du host ma erzöht
von deim Vodda  der so streng is
Und I dir von meine Misserfolge
und dass fia mi scho ziemlich eng is“
(W. Ambros, „Erste Große Liebe“)

Und da haben sie eben geplaudert, die Claudia und „es Woiferl“, und der Wolfgang hat vergessen, dass er im Radio ist, weil die Claudschi so symphatisch war und das Buttersemmerl so gut geschmeckt hat. Über Gott und die Welt haben sie geredet und halt auch über den Georg und den Rainhard, seine Bandkollegen bei Austria 3 und fellow Austrian music legends halt. Maria Mutter Gottes, dass das alle keine Kinder von Traurigkeit waren, dafür bedarf es nun wirklich keiner Zeitungsartikel und Frühstückinterviews, um das zu erahnen.

Heroinspaziert, anyone?

Hallo? Wir reden hier von Leuten, die Lieder geschrieben haben, in denen es um „Heroinspaziert“, schwarze Afghanen und das Fett sein, wie ein Radierer geht. Dionysische Verlockungen haben auch vor den Austro-Popper-Strizzis der Achtziger eben nicht halt gemacht, sei’s drum. Und ein gewisses Strizzitum ist ihnen allen nicht abzusprechen, völlig powidl wie sie heißen.

Aber „es Woiferl“ hat halt aus dem Nähkästchen geplaudert, dass der Raini bei Austria 3 immer ein bisserl vom Chor kaschiert hat werden müssen, und dass die meiste Arbeit es Woiferl und der Georg gemacht haben, der Schurl, der auf den Raini oft bös war, wegen den Knopfaugen und so.

"du host zu mir gsagt
die Schui is ned des wichtigste im Lem
und dann am nächsten Tag am Lift
hamma uns des erste Bussl gem"
(W. Ambros, "Erste Große Liebe")

Dass das der Rainardo Fenderici, der mittlerweile ja eh geläutert ist und einen saubermännischen Lebenswandel auf seiner Finca führt, nur bedingt leiwand gefunden hat, ist nicht überraschend. Künstlerisch, so Fendrich als Reaktion, geht er vor Ambros in die Knie (wie wir alle!). Menschlich aber ist er aber mehr als enttäuscht, Ambros hat sich als Nicht-Freund entpuppt und hat somit für alle Zeiten ausgeschissen. Nix mit langsam wochs ma zamm.

„Alles nicht so gemeint, alles aus dem Kontext gerissen“, sagt Ambros, der wie gesagt vergessen hat, dass er nicht mit einem Hawara, sondern einem Ö3-Reporter redet. Und dass Ö3 solche Stories, von Hopsnehmen und Knopferlaugen nicht unrecht kommen und das die Hitgemeinde durchaus interessiert, das ist nicht überraschend.

Er habe auf der Bühne immer alles gegeben und war, Substanzerln hin oder her, immer präsent, kontert Fendrich. Was bedient werden wollte, wurde bedient – „I Am From Austria“ begeisterte, Rauschverhalten hin oder her, abertausende Menschen und rührte das bierselige Volk stets zu Tränen, egal was vorher in der Garderobe getan wurde. Und das mit den Chören, die kaschieren mussten, das ist eine böse Verleumdung.

Gemeinsamer Auftritt? Sicher nicht!

„Extra 3“ hätte die neue Supergroup heißen sollen, die sich für einen Charity-Auftritt hätte zusammentun sollen. Geiler Name. Quasi Austria 3 trifft E.A.V., mit dem Woiferl, dem Knopferlaug und Eberhartinger Klausi, dem hyperquirligen Dancing Star-Moderator, der vor Jahrzehnten tolle Sachen mit der E.A.V. gemacht hat.

Das kommt für Fendrich jetzt aber gar nicht mehr in Frage: mit Verrätern, falschen Freunden auf der Bühne zu stehen. Schließlich, so sagt er in "I Am From Austria", kennt er ja die Leut und die Ratten und es Woiferl hat sich anscheinend in seinen Augen eher als zweiteres entpuppt. Sowas aber auch. Schade.

Geh kommt’s Burschen.

Für Ö3 ist das alles ein gefundenes Fressen. Mein Traum: Vielleicht können Raini und Wolferl eines Tages bei Barbara Stöckl ihre Versöhnung feiern, ein Streichquartett, dirigiert von Christian Kolonovits, könnte für die romantische Hintergrund-Musik (ein Streicherarrangement-Medley aus „Schi Foan“, „Macho Macho“ und „Erste Große Liebe“) sorgen und bei der Versöhnungsfeier feiern dann S.T.S. (die sich genauso wie R.E.M. auflösen) auch ihre Reunion. Vielleicht kommt dann sogar der Großvota endlich mal oba auf an schnellen Kaffee, zur Feier des Tages. Das El Dorado für uns Austropopper, und Reinhold Bilgeri verfilmt dann die Versöhnung.

Alles wird gut, versprochen.

Markus Brandstetter

=> twitter.com/brand_stetter

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4 Antworten auf Wolferl Ambros in: „Die unabsichtliche Empörung des Rainhard F.“ – Verstecken

  1. schurl sagt:

    =)
    da schurl, gott hab ihn selig. lustiges kommentar.

  2. pfff sagt:

    pfff
    der ambros war wahrscheinlich im dilirium und kann sich an der interview nimmer erinnern. "frühstück" heißt bei dem ja mindestens 2 promille. wer braucht den alten alkolenker?

  3. Donker D. sagt:

    Na immerhin
    hat der Streit Austria 2 1/2 Projektname "Sie leben" verhidnert dafür muss man dem Wolferl schon dankbar sein.

  4. Piefke sagt:

    Geil
    Das ist sogar für einen Piefke in Wien ein Hochgenuss! Claudschi …
    Cool geschrieben!

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