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Wiens böse Taxifahrer

10. Oktober 2011 • Skurriles3 Kommentare zu Wiens böse Taxifahrer

Eine Studie hat belegt, dass Wiener Taxifahrer unhöflich und unzuvorkommend sind. Unser anonym bleiben wollender Redakteur, dem gerne Autofahrer über den Fuß fahren, versteht das vollkommen.

Vom "über den Fuß fahren"

Es sind mir in meinem Leben zwei Leute mit dem Auto über den Fuß gefahren. Das war einerseits meine Mutter, vor circa fünfzehn Jahren muss das gewesen sein. Weil ich als Kind immer zu faul war, den Bus ins Gymnasium zu nehmen und den Luxus sehr zuvorkommender Eltern hatte, brachten mich eben wahlweise Vater oder Mutter in die Schule. Wenn ich mich entscheiden konnte, habe ich immer zweitere bevorzugt, nicht weil mein Vater ein schlechter Autofahrer ist,  eher weil er die Angewohnheit hat, seeeeeehr langsam Autozufahren und auch immer sieben Stunden vorher schon wegfahren will. Schon souverän, allerdings fährt meine Mutter, bei aller fahrtechnischer Bedachtheit, einfach zügiger. Long story short, auch sie hatte damals morgentlich sicher andere Dinge im Kopf als dem Sohnemanns Chaffeuse zu sein, und vergaß in einem unachtsamen Moment kurz vor der Schule, dass der Zweitgeborene eigentlich noch beim Kofferraum steht und die mit halbherzig und desinteressiert-unliebsam bekritzelten Heften gefüllte Schultasche herausholt. Ergebnis: losgefahren, mir über den Fuß gerollt. Ich habe im Schock  Sachen geschrien, die man seiner Mutter, vorrausgesetzt normal sozialisiert, nicht unbedingt an den Kopf werfen sollte (Kraftausdrücke wie auch die Frage nach mentaler Kompetenz a là „scheiße bist deppat das Auto steht auf meinem Fuß, foa oba !)

"Seins ned so streng!"

Das zweite Mal war vor kurzem. Ich habe auf einer Veranstaltung gearbeitet und entschied mich, da ob des Arbeitstags und der getrunkenen Biere müde, ein Taxi nach Hause zu nehmen. Der Taxifahrer war schon eine sehr unfreundliche Person, aber vor allem spät nachts bin ich auch bei schwierigen Fällen ein sehr kommunikativer Taxigast. Meine Aussteigroutine bei Taxifahrten ist meist, mich nach erstmaligem Aussteigen, vor allem des Nächtens, noch einmal zu versichern ob mir Wohnungssschlüssel, Telefon oder Münzgeld eh nicht aus der Tasche gefallen sind. Und just in dem Moment habe ich mich an die Zeit im (schlußendlich sogar zu Ende absolvierten) Gymnasium erinnert gefühlt, weil der Arsch von Taxifahrer seinen rechten Mercedes-Hinterreifen mir beherzt über den Fuß chauffierte und stehen blieb als ich ihm ein beherztes „AAAAAAAAAAF**k sie stehen auf meinem Fuß sie Pfeife“ entgegenpfiff. Es war mehr der Schrecken als das Ergebnis, erneut. Passiert ist dem Huf, pardon, Fuß, wie auch weiland zu müttlerlichen Reifenattentat-Zeiten nichts. Nur wollte ich diesmal dann doch die Daten des Taxifahrers, hätte ja sein können, dass ich am nächsten Tag draufkomme, dass mir der rechte Fuß fehlt und ich das nicht bemerkt habe. Nachdem mich der werte Sympathieträger also von der Last des Reifens (beinahe etwas widerwillig!) befreite, empfand ich es dann doch nochmal als gute Idee, erneut die Sitzposition einzunehmen, Block und Stift zu zücken und beinahe beamtenhaft (weil auch leicht ang’soffen) folgendes von mir zu geben: „Sagen’s mir Ihren Namen und Ihre Wagennummer“). Worauf hin mich der nette Chauffeur fragte, warum ich so streng mit ihm sei und warum ich seinen Namen wollte. „Na weil Sie mir mit ihrem depperten Auto über den Fuß gefahren sind“. Er darauf: „Na da kann ich doch nix dafür wenn Sie so stehen“. „Ahem, man nennt es AUSSTEIGEN was ich gemacht habe und man tut es gelegentlich nach Taxifahrten“. „Ja ist aber nicht meine Schuld“.

Reifenattentat

Aus irgendeinem Implus heraus war’s mir dann zu blöd, ich habe mir zwar das Kennzeichen aufgeschrieben, so halb zumindest, habe aber bemerkt, dass ich auch fortan nicht invalid durch das Leben wandern muss, und das auch nicht zurückverfolgt. "Du Honk“ war die Antwort eines guten Freundes, „hättest was gmacht. Ein Bekannter hat so a paar tausend Euro gekriegt“. Dem ist dann allerdings wirklich was passiert, und während er gleich ins Krankenhaus fuhr, bin ich nach dem erneuten Reifenattentat auf meinen Fuß nicht zu den Hippokratischen Eidschwörern sondern erst zum Drecksfraß-Franchise mit dem gelben M zur Nahrungsbeschaffung und dann ins Bett.

„Haha, davon gekommen“, hat sich der Taxifahrer, ein ungustiöser Zeitgenosse wahrscheinlich gedacht und böse gelacht, wahrscheinlich sowie der böse Zwilling von Super Mario, Wario. Ha! jetzt gibt es aber die Studie die zeigt, dass Wiener Taxifahrer generell böse sind, und er war sicher der Ausschlaggeber. Vielleicht hat er einen Chef vom Meinungsinstitut umgefahren und hat sich geweigert, stehen zu bleiben und ihm gesagt, er soll nicht so streng mit ihm sein.

Und wenn demnächst eine Studie rauskommt, dass die unfreundlichsten Fiaker in Wien rumfahren, dann wissen Sie, wessen Fuß wieder einmal gelittet hat. HIER geht’s zur Studie

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3 Antworten auf Wiens böse Taxifahrer – Verstecken

  1. Alex sagt:

    So sind nicht nur die Taxifahrer
    Sondern ganz WIEN!!!

    Georg Kreisler sang einmal so schön: "Wie schön wär Wien ohne Wiener"!

    Die Wiener hassen sich selbst und ihre Mitmenschen. Deswegen sind so viele entweder Hundevernarrt oder FPÖ Wähler.

  2. Hr. Bauer sagt:

    Link
    Ein Link zur Studie wär schon angebracht, wenn der ganze Artikel darauf beruht…

  3. Stadtbekannt sagt:

    Studie
    ist jetzt jetzt im Artikel(am Ende) integriert! 🙂

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