Kultur – Musik

Wien Musik 2012

Wien Musik 2012

24. Juli 2012 • Musik

Ein Jahr Wien in Klangwellen: die Compilation „Wien Musik 2012“ (monkey music) bietet auch dieses Jahr wieder eine Bestandsaufnahme der Wiener Musiklandschaft.

Nach dem Schriftsteller und Essayisten Franz Schuh und dem popkulturell gesehen nicht unkontroversiell gewählten Moderator und Societyologen Dominic Heinzl ist es diesmal Regisseur und Autor David Schalko, der sein Gesicht für das Cover des diesjährigen Wien Musik Samplers leiht. Wien Musik 2012, das bedeutet ein Jahr Wien in Klangwellen. Ein Überblick, eine Bestandsaufnahme einer Stadt, die musikalisch auch, nein, vor allem abseits der wahlweise abgetretenen, als hochkulturell titulierten oder das Leben als Hit empfindenden Pfade wahrlich nicht verstecken muss, nein: soll, nein: darf. Ganz im Gegenteil.

Vienna is burning, and we live by the river.

Ja, wir haben alle Wien schon bei Nacht gesehen. Und regelmäßig waren und sind wir auch Teil davon, von den Clubs bis zu den Konzerten am Ufer vom Fluss, der vielleicht nicht brennt, wie die Themse bei Joe Strummer und der phony Beatlemania brannte, deren Flamme sich aber Jahr für Jahr und Veröffentlichung für Veröffentlichung als alles andere als ein Strohfeuer entpuppt. Aber genug der Pyromaniemetaphern: die Compilation geht wieder einmal quer durch das Geschehen, gibt Ein- und Überblick, ohne Berührungsängste. Gut so.

Wir wollen leben wie Qualtinger, sterben wie Heller.

Dass „5/8erl in Ehren“, die auch dieses Jahr völlig verdienterweise einen Amadeus nach Hause bringen konnten, mit von der Partie sind, ist nur würdig und recht: zählt die Band doch zu den besten und sympathischsten Acts im Stadt- und im Landkreis dies- und jenseits der Donau. Da gehört Krixi, Kraxi und die Kroxn (das Projekt vom Nino aus Wien – Nino Mandl – und Natalie Ofenböck) ebenso dazu wie Wolfgang Muthspiel, der dieses Jahr mit „Vienna Naked“ – musikalisch multidimensional wie er ist – sich dem Songwritertum gewidmet hat oder das erste Wiener Heimorgelorchester mit dem „Wienerlied“. Vom Sprechgesang – A.Geh Wirklich mit „Es Mineralwasser“ über Big Band-Sound von Fred Schreiber („Viereinhalb Minuten Swing’n’Roll“), von Gerald Votava bis hin zu Kollegium Kalksburg oder Gasmac Gilmore werden hier alle möglichen musikalischen Gangarten präsentiert und zelebriert. Und weil wir vorhin von Willi Resetarits gesprochen haben: auch der ist mit seinem Stubnblues mit von der Partie. Die detaillierte Tracklist: siehe unten.

Zelebriert die Kreativlandschaft!

Dass so eine Compilation natürlich nur einen Ausschnitt bieten kann, von dem, was in dieser Stadt musikalisch passiert, ist selbstredend: und es ist auch gut, dass es so ist, schließlich deutet das auf eine eklektische Kreativlandschaft hin. Und diese sollte nicht nur gefördert, subventioniert und anerkannt, sondern auch zelebriert werden. Und da setzt „Wien Musik 2012“ ein: label-, stil- und richtungsübergreifend, aber ein Selbstverständnis zeigend, dass nicht nur gesund sondern auch völlig angemessen ist. A geh wirklich? Ja, wirklich.

Wien 2012 erscheint über monkey music

Tracklisting:
01
A.GEH WIRKLICH? :
"Es Mineralwossa"

02
5/8ERL IN EHR’N :
"Leben wie Qualtinger und Sterben wie Heller"

03
HANS IM GLÜCK :
"Vienna"

04
KRIXI, KRAXI & DIE KROXN :
"Hallo"

05
TANZ BABY! :
"Ich bin traurig"

06
FRED SCHREIBER & DAS GROSSE KOMPLOTT :
"Viereinhalb Minuten Swing’n’Roll"

07
DIE STROTTERN :
"Wia tanzn is"

08
RADICAL CHIQUE :
"Tag aus, Nacht ein"

09
KEN HAYAKAWA :
"Wien bei Nacht"
10

BROKEN.HEART.COLLECTOR :
"Get the Dog"

11
MARTIN SPENGLER & DIE FOISCHN WIENER :
"Da Nöwe"

12
WILLI RESETARITS UND DER STUBNBLUES :
"Hameau"

13
WOLFGANG MUTHSPIEL :
"Vienna"

14
VOTAVA :
"Du verschwendest deine Zeit"

15
PAUT :
"Dancing on the Rainbow"

16
ERSTES WIENER HEIMORGELORCHESTER :
"Wienerlied"

17
WELLE WIEN FEAT. AL BIRD DIRT & ANA THREAT AKA THE HAPPY KIDS :
"Wien brennt"

18
GASMAC GILMORE :
"The Monkey March (UKO Remix)"

19
KOLLEGIUM KALKSBURG :
"Des Letzte"

Markus Brandstetter

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