Lifestyle – Skurriles

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Werner Faymann likes this.

20. Oktober 2011 • Skurriles4 Kommentare zu Werner Faymann likes this.

Bundeskanzler goes social media: Werner Faymann ließ verlautbaren, seine Webpräsenz für eine Steuersumme von unter 200.000 Euro, im Web 2.0 auszudehnen. Facebook, Twitter, Homepage, doch nicht Twitter, dafür aber Facebook: viel wurde berichtet in letzter Zeit. Schauen wir uns das einmal an.

Des Kanzlers neuer Twitter

Er twittert, er twittert doch nicht, er lässt twittern: Bundeskanzler Werner Faymanns Vorhaben, sich fortan der Web 2.0 Technologie und den Social Networks zu widmen und die anschließende Relativierung, die kurzen Postings doch nicht höchstpersönlich in den Blackberry zu tippen sondern das vom Team Kanzler machen zu lassen, ist in den letzten Tagen auf viel Medien-Echo gestoßen. Auch der Twitter-Account eines Satire-Epigonen, @WernerFailmann der sich der humoristischen Ansicht annimmt, was Faymann twittern würde, wäre er selbst am Gerät, tat seinen Teil.

Eh nicht so teuer, das mit dem Web 2.0 !

Auch Kritik machte sich breit: so empörte sich eine der Großparteien Österreichs, das Bündnis für die Zukunft Österreichs, über anfallende Kosten und kündigte eine parlamentarische Anfrage an. Teamkanzler Projektleiterin Angelika Feigl wiederum ließ wissen, dass das eh alles nicht so wild sei und sich die Kosten für die Einrichtung von Twitter, Facebook & Co auf sicher nicht mehr als 200.000 Euro belaufen würden.

Wer alles twittert.

Das Twittern ist bekanntlich bei den Granden der Weltpolitik und Religion (beides vermischt sich ja auch heute noch ein bisschen)– ja, das war vielen eine Meldung wert – ganz hoch im Kurs. Von Ashton Kutcher und seinen Kollegen inspiriert begann sogar Papst Benedikt der Sechzehnte (eben beleidigt auf Susan Sarandon, die ihn einen Nazi schimpfte) mit den Kurznachrichten und twitterte über sein iPad, dass wir das Salz der Welt sind. Oder so ähnlich. Sein Kollege, der Dalai Lama, ist vermutlich das aktivste Religionsoberhaupt und lässt seine Anhänger mit Terminen und Kalendarsprüchen versorgen. Obama twittert, Sarkozy auch: in der Riege fehlt nur noch Faymann.

Scharfsinnig hat das Team um den Kanzler, den man nicht mehr anschauen kann ohne die maschek-Stimmimitation im Kopf zu haben, 2011 die unfassbare Erkenntnis gehabt, dass Social Media Networking ein nicht so unwesentlicher Kommunikations- und Informationskanal sei kann. Und dass man Bürger, so politikverdrossen man sie auch gemacht hat, durchaus auch informieren soll. 

Bleibt die Frage nach den Kosten. Aber keine Sorge, tu felix Steuerzahler – auf Twitter verzichtet Faymann jetzt doch wieder. Vielleicht weil er ein wenig Angst vor Armin Wolf hat? Weit gefehlt: weil eine derartige Bandbreite an Social Networks, so die Verlautbarung, einfach zu viel ist (und ein Team von sieben Leuten ja nicht noch zusätzlich zur Facebook-Seite die selben Zweizeiler auf Twitter auch noch eingeben kann. Man muss Prioritäten setzen).

Facebook aber schon!

Ins Facebook wird sich der Kanzler und sein Team aber dann doch bewegen. Weil das schon volksnahe ist und Kollegen wie HC Strache das ja schon lang tun. Heinz Christian Strache postet unter anderem auch seine Lieblingslieder, wie zum Beispiel vor einiger Zeit ein Video von Fritz Kalkbrenner, und wünscht ein schönes und sonniges Wochenende. Fünf Kommentare später hat zwar das Management von Fritz Kalkbrenner sich von jeglichem Konnex zur FPÖ distanziert (gute Geste, wir hätten aber auch ohne Gegenmaßnahme nicht geglaubt, dass die Berliner das gut fänden).

Was sein wird und was nicht.

Faymann hätte viel Potenzial. Wie wärs mit einem an Robert Misiks angelehnten Videoblog „FS Faymann“? Wo er frei von der Leber weg plaudert, was ihn alles stört. Persönliche Befindlichkeiten, Politiker die gemein zu ihm sind. Weiters träume ich von einer Welt, in der Laura Rudas postet und Werner Faymann es liked. Vielleicht noch ein „ROFL“ darunter schreibt. Wird aber nicht.

Viel mehr wird die Sensation eintreten, dass Werner Faymann für, no na!, Steuergeld, das Web 2.0 als Informationskanal nutzen wird und man News, geschrieben von Beamten und wie Beamte geschrieben, jetzt eben via Facebook bekommt.

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4 Antworten auf Werner Faymann likes this. – Verstecken

  1. Maniok sagt:

    Glaubt ihr, dass der
    Faymann mit dem Web 2.0 gut umgehen kann, oder ist er dafür schon zu alt / zu wenig interessiert?

  2. Camembert sagt:

    Faymann
    oder Failmann das ist hier die Frage.

  3. brandstetter sagt:

    werner ach werner
    "nicht mehr als 200.000" ist für unfassbar kostenpflichtige und wartungsintensive plattformen wie facebook ja eh ein schlapf. 🙂

  4. Wickinger sagt:

    Überforderung
    Lieber nur eine Plattform bedienen, man will sein Team ja nicht überlasten, das schadet dem Betriebsklima.
    Es ist ja nicht so, dass es nicht auch Software gäbe, mit dem man auf mehrere Plattformen gleichzeitig posten könnte (Facebook, Twitter, GooglePlus, sogar myspace falls das noch wer verwendet). Naja, zuviel Volksnähe ist auch nicht gut, das entzaubert die Aura.
    Ich persönlich folge Failmann, macht sowieso mehr Spaß und ist möglicherweise sogar ehrlicher…

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