Lifestyle – Skurriles

Die Bibel © Stephen Sweet - Fotolia.com

Wer Orangen sät wird Blödsinn ernten…

9. September 2011 • Skurriles2 Kommentare zu Wer Orangen sät wird Blödsinn ernten…

Das BZÖ will für seine Herbst-Kampagne Bibelsprüche plakatieren. Da hat stadtbekannt natürlich ein paar tolle Ideen.

Glaubten wir bis vor kurzem noch ihnen wäre nichts heilig, so belehrt uns das rechte Lager eines besseren. Denn nach Heinz-Christian Strache, der uns bei einem denkwürdigen Wahlauftritt, wie weiland Max von Sydow als Exorzist, das Kreuz ins Gesicht reckte (wohl um die dämonischen Ungläubigen aus dem besessenen Volkskörper fahren zu lassen) ist es nun das Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ, die ehemalige Haider-Partei, für alle die die lustigen Orangen schon wieder vergessen haben), das seine Zukunft im Christentum sieht. Doch statt holpriger Binnenreime von Abendland in Christenhand packt man bei den orangen Apokalyptikern lieber gleich den ganz großen christlichen Hammer aus. Mit Bibelzitaten, die mannshoch von Plakatwänden drohen, wollen Josef Bucher, Stefan Petzner und Co. ihre große Hebstkampagne bestreiten.

Wissen sie was sie ernten werden?

„Denn sie säen Wind und werden Sturm ernten.“ (Hosea, Kapitel  8, Vers 7) Mit diesem Spruch und Josef Buchers fröhlichem Konterfei würgt  man zuerst einmal den „Banken und Spekulanten“ eine rein und lässt sie wissen, „dass wir Steuerzahler für die Finanzkrise genug gezahlt haben“, wie der orange Mastermind und Kampagnenverantwortliche Stefan Petzner erklärt. Es gehe dabei nicht um Religion, Kirche oder ein religiöses Bekenntnis, sondern darum  "über den Inhalt jenes Buches zu kommunizieren, das für viele Menschen auf der ganzen Welt Richtschnur ist und den Ursprung der Regeln unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens und letztlich auch unseres Rechtsystems bildet, nämlich der Bibel, die alle kennen, unabhängig von ihrem religiösen Bekenntnis." Weshalb trotz dieser „Grundlage unseres Rechtssystems“ die Sklaverei, Tieropfer oder die gute alte Steinigung plötzlich ein Problem sein sollten bleibt wohl nicht nur uns ein Rätsel.

Gänzlich bizarr wird es jedoch bei der zweiten Plakatserie. Unter „Denn sie wissen nicht was sie tun“ (Lukas, Kapitel 23, Vers 34) könnte man sich  durchaus auch eine selbstironische Entschuldigung für ein sechsjähriges Extremkabarettprogramm namens BZÖ erwarten. Helmut Qualtinger taucht endlich aus seinem Versteck unter dem Klagenfurter Lindwurm wieder auf, von wo aus er in den vergangenen Jahren den ganzen Spaß organisiert hat.

Sollte dem nicht so sein, was wir nicht hoffen wollen, und die „Rebel without a cause“ (der englische Originaltitel des James Dean Filmes „Denn sie wissen nicht was sie tun“ passt doch eigentlich auch recht gut zum BZÖ)-Partei meint sich selbst wirklich ernst, so wollte stadtbekannt zumindest mit ein paar Vorschlägen helfen, dass die Bibelsprüche nicht so schnell ausgehen. Dabei merkten wir schnell, dass vom BZÖ wirklich schon im alten Testament die Rede war.

Braun bin ich, doch schön, / ihr Töchter Jerusalems, wie die Zelte von Kedar, / wie Salomos Decken. (Das Hohelied, Kapitel 1, Vers 5) Man muss manchmal auch seine offensichtlichen Vorteile betonen…

Darum will ich auch hinfort mit diesem Volk wunderlich umgehen, aufs Wunderlichste und Seltsamste. (Jesaja, Kapitel 29, Vers 11) Es wird das BZÖ also weiterhin geben.

Von wessen Hand habe ich Bestechung genommen, daß ich ihm zuliebe ein Auge zudrückte?
(1. Samuel, Kapitel 12, Vers 3) Telekom? Sagt mir nix!

Seht mich nicht an, dass ich so braun bin; denn die Sonne hat mich so verbrannt. (Das Hohelied, Kapitel 1, Vers 6) Aha, es gab also doch ein Solarium im alten Testament!

, , , , , ,

Weitere Artikel

2 Antworten auf Wer Orangen sät wird Blödsinn ernten… – Verstecken

  1. yfi sagt:

    nix politix
    na toll – da will ich mich ueber alle arten von ‚lifestyle‘ in un um Wien informieren (da ich bald tourist dort sein werde) und da haut ihr mir eure politik vor den kopf. Muss das sein??

  2. stadtbekannt sagt:

    Muss nicht sein.
    Schließlich steht es jedem frei zu lesen was ihm gefällt und nicht zu lesen was ihm nicht gefällt.

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

« »