Kultur – Film / TV

© Klaus Vyhnalek

Viennale – die Highlights

20. Oktober 2011 • Film / TV2 Kommentare zu Viennale – die Highlights

Es ist soweit, das vollständige Viennale-Programm ist da. Wir haben bereits entschieden, welche Filme zu unseren Favoriten zählen. Mit 85 Spielfilmen und einer ebenfalls stattlichen Menge an Dokumentar- und Kurzfilmen bietet die Viennale heuer wieder die Möglichkeit, zwei Wochen im Kino zu verleben. Ob dieser enormen Auswahl und des nahenden Beginn des Kartenverkaufs hier vorab eine Auswahl an Filmen, welche die Qual der Wahl erleichtern soll.

Home Run

Heuer wurde der österreichische Film ob der großen Anzahl an Filmen, die im Rahmen des Festivals ihre Premiere feiern, auf eine eigene Programmschiene gestellt. Zu den Highlights des ‚Home Run‘ zählt definitiv ‚Der Prozess‚ von Gerald Hauzenberger. Die Dokumentation zeigt den jahrelangen Schauprozess gegen eine Gruppe Tierschützer, deren Kriminalisierung auf der Grundlage des berüchtigten Mafia-Paragraphens erfolgte. ‚Stillleben‚ von Sebastian Meise dockt thematisch an ‚Michael‘ von Markus Schleinzer an: den pädophilen Abgründen der österreichischen Seele.

Dokumentarfilm

Dokumentarisch freuen wir uns vor allem über die reiche Fülle an Filmen zum breiten Thema Aktivismus, die sich bereits in der Vorabpräsentation gezeigt hat. ‚Unter Kontrolle‘ von Volker Sattel zeigt staubtrocken den Stand der atomaren Dinge in Deutschland. ‚Fast Food Nation‘ aus 2005 klingt nach Doku, ist aber Prosa über die Folgen des entfesselten Kapitalismus. Ein weiterer nicht ganz neuer Film, der im Rahmen des Festivals erneut gezeigt wird, ist ‚Die Träumer‘ von Bernardo Bertolucci aus 2003.

Päpstliche Angstattacken und Präsidentschaftswahlkampf

Die amerikanische allround-Künstlerin Miranda July ist mit ‚The Future‘ bei der Viennale vertreten, einem Film über ein nerdiges Gegenwartspärchen, das sein Leben in einer Mischform von digitalem Dämmerzustand und Torschlusspanik zubringt. ‚The Ides of March‘, unter der Regie von George Clooney entstanden, ist ebenfalls zugegen und klingt nach einer Mischung aus dem gleichnamigen Roman, der die Ermordung Caesars zum Gegenstand hat und ‚Primary Colours‚. Genauer geht es um die demokratischen Vorwahlen in den USA, allgemeiner um Politik, Vertrauen, und Moral.

Ebenfalls mit Spannung erwartet werden darf Lars van Triers ‚Melancholia‘, jenem Film, dessen Inhalt von des Regisseurs neonazistisch anbiedernden Kommentaren in den Hintergrund gerückt wurde: eine manisch depressive Frau, gespielt von Kirsten Dunst – in Cannes als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet – und ihre zwischenmenschlichen Beziehungen vor dem Hintergrund des nahenden Armageddon. Enorm vielversprechend klingt auch ‚Habemus Papam‘ von Nanni Moretti. Hierzu einstweilen nur soviel: thematisch bewegt man sich zwischen einem frisch gewählten, unter Panikattacken leidenden Papst, der sein Amt nicht ausüben will, und einer Volleyballweltmeisterschaft unter den Kardinälen.

Abseits des Kinos

In den Special Programs gibt es heuer die Fortsetzung zur letztjährigen Filmschau zum heimischen Stummfilmkino der Zwanziger Jahre. Das Festivalzentrum befindet sich ebenfalls erneut auf dem Wiener Badeschiff, wo sämtliche Rahmenveranstaltungen über die Bühne gehen werden. So zum Beispiel die Eröffnungsparty am 20. Oktober, bei der Chris Geddes von Belle & Sebastian auflegen wird, Peter Hörmanseder von maschek wird am 24. Oktober ab 21:00 Uhr auflegen. Wen die Zukunft des österreichischen Programmkinos interessiert, der begebe sich zur Diskussion am 25. Oktober 2011 um 18:00 Uhr. Die genauen Infos zu diesen und noch mehr Veranstaltungen findet ihr hier.

Preise über Preise

Auch heuer werden wieder Preise vergeben: derStandard-Viennale-Publikumspreis wird an einen Film vergeben, der noch keinen Verleih in Österreich hat. Der Fipresci-Preis wird meist einem Erstlingswerk gewidmet, und der Wiener Filmpreis wird an einen Dokumentar- und einen Spielfilm aus Österreich vergeben.

Stadtbekannt wird wie gewohnt aus erster Hand berichten. Das gesamte Programm der Viennale findet ihr hier. Außerdem verlosen wir regelmäßig Tickets für Filme und Veranstaltungen sowie eine Viennale-Tasche.Der Trailer zur diesjährigen Viennale stammt übrigens von David Lynch und ist eventuell etwas gruselig als Einstimmung:

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Badeschiff



Ein archetektonisches Kleinod und Treffpunkt für alle, die gerne am Wasser mit der Seele baumeln oder den Sprung ins kühle Nass wagen möchten. Im Holy-Moly Clubrestaurant, das im Badeschiff beheimatet ist, kann man es sich gut gehen lassen, egal ob zur Mittagszeit oder am Abend, lässt das Badeschiff nichts zu wünschen übrig.

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2 Antworten auf Viennale – die Highlights – Verstecken

  1. Benz sagt:

    George Clooney…
    … hat schon einige Male Regie geführt, Ides of March ist nicht sein "Erstlingswerk".

  2. stadtbekannt sagt:

    @benz
    danke für den hinweis!

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