Kultur

(c) RLB Kunstbrücke
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Todestag: Markus Prachensky

12. Juli 2013 • Kultur

Nach langer schwerer Krankheit verstarb der Künstler Markus Prachensky, der zu den bedeutensten Vertretern des österreichischen Informel zählte, 2011 im Alter von 79 Jahren in Tirol.

Als Sohn von Wilhelm Prachensky und Henriette Hnidy wurde Markus Prachensky 1932 in Innsbruck geboren. Nach der Matura im Jahr 1952 übersiedelte er nach Wien, um an der Akademie der Bildenden Künste ein Studium der Architektur und – ein Jahr später – der Malerei zu beginnen. Dabei lernte er Wolfgang Hollegha, Josef Mikl und Arnold Rainer kennen, mit denen er ab 1956 gemeinsam die „Galerie St. Stephan“ betrieb.

Während sein Frühwerk unter Einfluss der Kunst Piet Mondrians noch streng geometrischen Kompositionen folgt, entwickelte Prachensky ab den 1960er Jahren einen Stil, der sich an der Kunstrichtung des internationalen Informel orientierte. Typisch hierfür ist eine abstrakte Bildgestaltung, die sich in eruptiv-experssiver Gestik äußert, ohne dabei auf feste Kompositionsregeln oder Geometrie Rücksicht zu nehmen. Mit seinen kraftvollen Arbeiten war er schon bald in großen Ausstellungen präsent. 1972 bekam Prachensky zudem den Auftrag, eine großformatige Gobelinarbeit im Kongresshaus in Innsbruck zu gestalten.

„Rot ist die Farbe meines Lebens“

Für seine ausdrucksstarken Arbeiten setzte Prachensky jahrelang nur die Farbe Rot ein. Die Farbigkeit nur auf wenige Farbtöne reduziert, erhalten die Arbeiten so ihre spezifische Signalwirkung. Ausgehend von dynamisch gesetzten Farbbalken, entwickelte sich ein immer freierer, an die Technik der Kalligraphie erinnernder, Ausdruck. Eines seiner bekanntesten Werke entstand 1960 in der Galerie St. Stephan: das 10 Meter breite und 2,80 Meter hohe „Rot auf Weiß – Sankt Stephan“. Bis in die 80er Jahre experimentierte Prachensky mit einer Palette an verschiedenen Rottönen, erst ab 1990 kamen auch andere Farben wie Gelb oder Schwarz zum Einsatz. Eindrücke für seine künstlerische Arbeit holte sich Prachensky auf seinen zahlreichen Reisen nach Italien und in den fernen Osten.

Zwischen 1983 und 2000 unterrichtete Prachensky an der Meisterschule für Malerei an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Für sein künstlerisches Schaffen erhielt Prachensky zahlreiche Preise im In- und Ausland, zuletzt das Große Goldene Ehrenzeichen der Republik Österreich im Jahr 2007. (Barbara Pflanzner)

Foto: Rot auf Weiß – Sebastianplatz, 1962, Courtesy Galerie Richard Huberl, Wien
(c) RLB Kunstbrücke, Innsbruck

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