Lokalführer – Bar / Pub

Nachtasyl

Tag/ Nachtasyl

24. Oktober 2011 • Bar / Pub1 Kommentar zu Tag/ Nachtasyl

Für die einen mag das Kellerlokal Tag/ Nachtasyl in der Stumpergasse im 6. Bezirk bloß eine dunkle, im Vorbeigehen leicht zu übersehende Spelunke sein, für die anderen ist es eine Legende. Auch wenn es vielen der Besucher, die sich des abends oder des nachts entweder durch puren Zufall die Stufen von der Stumpergasse hinab in den Keller verirren, oder denjenigen, die es aufgrund der günstigen Getränke beziehungsweise des heiß umkämpften Wuzzeltisches bewusst aufgesucht haben, nicht bekannt sein mag: Das Nachtasyl trägt seinen Namen nicht umsonst und hat eine bedeutungsvolle Geschichte hinter sich.

Die Heimat der Heimatlosen.

So bedeutungsvoll, dass der österreichische Schriftsteller Josef Haslinger dem Lokal im Jahr 2010 sogar eine eigene Dokumentation gewidmet hat. „Nachtasyl. Die Heimat der Heimatlosen“ heißt der Beitrag und beschreibt mit zahlreichen Interviews ein Stück Zeitgeschichte: Wie während der 70er Jahre während des Kalten Krieges tschechische und slowakische Oppositionelle verfolgt wurden, wie einige von ihnen, darunter der Dichter und spätere Präsident der Tschechischen Republik Vaclav Havel, vom damaligen Bundeskanzler Bruno Kreisky Asyl angeboten bekamen, und wie in diesem Rahmen das Nachtasyl gegründet wurde.

Zwischen Politik und Rausch.

Dass sich innerhalb der 23 Jahre seit seiner Gründung von Vaclav Havel über Pavel Kohout bis hin zu Karl zu Schwarzenberg bereits eine beeindruckende Gästeliste im Nachtasyl eingefunden hat, mag heute ein wenig erstaunen. Aus dem politischen Refugium ist heute eine Kneipe geworden, die in puncto Publikum eine bunte, jedoch überwiegend über einem Altersdurchschnitt von 25 Jahren angesiedelte Mischung aus Professor, Punk, Student und Alkoholiker beheimatet, in puncto Musik auf jeden Fall geradliniger, nämlich meist irgendwo zwischen Punk(-rock) und Metal angesiedelt ist. Diese Musikbeschallung findet im Nachtasyl nicht bloß über die manchmal etwas knarzigen Lautpsrecher statt, hier gibt es in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen auch Konzerte, in alter Tradition oftmals tschechischer Bands.

Aber auch sonst hat sich die Geschichte des Lokals nicht vollständig in der bier- , schnaps- und rauchgeschwängerten Atmosphäre verloren: Das Kellerlokal ist auch über die Grenzen Wiens hinaus bekannt, nach wie vor sind viele Besucher des Nachtasyls Tschechen und Slowaken, und es kommt auch vor, dass einige teils extra aus Bratislava für ein Wochenende angereist kommen, um sich das Lokal anzusehen, von dem sie bereits viel gehört haben. Natürlich gibt es hier auch tschechisches Bier zu trinken, nicht nur der Geschmack, sondern auch der Preis (2,90 Euro) erklärt die meist doch recht angeheiterte Stimmung innerhalb der dunkel gestrichenen Wände.

Stadtbekannt meint:

Für zartbesaitete Gemüter ist das Nachtasyl mit Sicherheit nichts, für diejenigen, die sich zwischen meist zu lauter Musik, mehr oder weniger philosophischen und politischen Gesprächen, spontan auf der Bühne stattfindendem Ausdruckstanz, einem zu erahnenden Hauch von Geschichte, günstigen Getränken und einer Speisekarte, die etwas von einer Mutprobe hat, wohl fühlen können, ist das Lokal in der Stumpergasse absolut großartig.

  Ambiente – nichts für zarte
Gemüter
  Service – "anders"
  Qualität – Gut   Preis – günstig
  Raucher      

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Tag/ Nachtasyl



Für die einen mag das Kellerlokal Tag/ Nachtasyl in der Stumpergasse im 6. Bezirk bloß eine dunkle, im Vorbeigehen leicht zu übersehende Spelunke sein, für die anderen ist es eine Legende. Auch wenn es vielen der Besucher, die sich des abends oder des nachts entweder durch puren Zufall die Stufen von der Stumpergasse hinab in den Keller verirren, oder denjenigen, die es aufgrund der günstigen Getränke beziehungsweise des heiß umkämpften Wuzzeltisches bewusst aufgesucht haben, nicht bekannt sein mag: Das Nachtasyl trägt seinen Namen nicht umsonst und hat eine bedeutungsvolle Geschichte hinter sich.

Die Heimat der Heimatlosen.

So bedeutungsvoll, dass der österreichische Schriftsteller Josef Haslinger dem Lokal im Jahr 2010 sogar eine eigene Dokumentation gewidmet hat. „Nachtasyl. Die Heimat der Heimatlosen“ heißt der Beitrag und beschreibt mit zahlreichen Interviews ein Stück Zeitgeschichte: Wie während der 70er Jahre während des Kalten Krieges tschechische und slowakische Oppositionelle verfolgt wurden, wie einige von ihnen, darunter der Dichter und spätere Präsident der Tschechischen Republik Vaclav Havel, vom damaligen Bundeskanzler Bruno Kreisky Asyl angeboten bekamen, und wie in diesem Rahmen das Nachtasyl gegründet wurde.

Zwischen Politik und Rausch.

Dass sich innerhalb der 23 Jahre seit seiner Gründung von Vaclav Havel über Pavel Kohout bis hin zu Karl zu Schwarzenberg bereits eine beeindruckende Gästeliste im Nachtasyl eingefunden hat, mag heute ein wenig erstaunen. Aus dem politischen Refugium ist heute eine Kneipe geworden, die in puncto Publikum eine bunte, jedoch überwiegend über einem Altersdurchschnitt von 25 Jahren angesiedelte Mischung aus Professor, Punk, Student und Alkoholiker beheimatet, in puncto Musik auf jeden Fall geradliniger, nämlich meist irgendwo zwischen Punk(-rock) und Metal angesiedelt ist. Diese Musikbeschallung findet im Nachtasyl nicht bloß über die manchmal etwas knarzigen Lautpsrecher statt, hier gibt es in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen auch Konzerte, in alter Tradition oftmals tschechischer Bands.

Aber auch sonst hat sich die Geschichte des Lokals nicht vollständig in der bier- , schnaps- und rauchgeschwängerten Atmosphäre verloren: Das Kellerlokal ist auch über die Grenzen Wiens hinaus bekannt, nach wie vor sind viele Besucher des Nachtasyls Tschechen und Slowaken, und es kommt auch vor, dass einige teils extra aus Bratislava für ein Wochenende angereist kommen, um sich das Lokal anzusehen, von dem sie bereits viel gehört haben. Natürlich gibt es hier auch tschechisches Bier zu trinken, nicht nur der Geschmack, sondern auch der Preis (2,90 Euro) erklärt die meist doch recht angeheiterte Stimmung innerhalb der dunkel gestrichenen Wände.

Stadtbekannt meint:

Für zartbesaitete Gemüter ist das Nachtasyl mit Sicherheit nichts, für diejenigen, die sich zwischen meist zu lauter Musik, mehr oder weniger philosophischen und politischen Gesprächen, spontan auf der Bühne stattfindendem Ausdruckstanz, einem zu erahnenden Hauch von Geschichte, günstigen Getränken und einer Speisekarte, die etwas von einer Mutprobe hat, wohl fühlen können, ist das Lokal in der Stumpergasse absolut großartig.

  Ambiente – nichts für zarte
Gemüter
  Service – "anders"
  Qualität – Gut   Preis – günstig
  Raucher      

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Eine Antwort auf Tag/ Nachtasyl – Verstecken

  1. r_R sagt:

    Geschichte
    Die Bedeutung des Nachtasyls als Ort tschechischer Dissidenten und tschechischer Exilkultur zeit auch eine 1-stündige ZDF Dokumentation sehr schön: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1214118/Nachtasyl+-+Die+Heimat+der+Heimatlosen#/beitrag/video/1214118/Nachtasyl—Die-Heimat-der-Heimatlosen

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