Kultur – Musik

alabamashakes pressphoto

Sweet Home Alabama – Die Alabama Shakes

20. April 2012 • Musik

Mit den „Alabama Shakes“ meldet sich der Südstaaten-Rock eindrucksvoll zurück. Das Debütalbum „Boys and Girls“ kann sich sehen – besser gesagt – hören lassen.

„Sweet Home Alabama“, kann man, in Anspielung auf Lynyrd Skynyrd?s Hit aus den 70ern, nur sagen. Die vierköpfige Newcomer-Band aus der Kleinstadt Athens im US-Bundesstaat Alabama liefert mit „Boys and Girls“ ihr erstes richtiges Studioalbum ab. Boys and Girls – so lässt sich auch deren bisherige Bandgeschichte umschreiben. Die Sängerin und Gitarristin Britanny Howard und der Bassist Zac Cockrell lernten sich auf der High School kennen und begannen zusammen Musik zu machen. Später stießen die Bandmitglieder Steve Johnson und Heath Fogg als Drummer und zweite E-Gitarre hinzu. Was dabei herauskam, war ein beeindruckender Sound irgendwo zwischen Blues und Garage Rock. MTV war begeistert und nahm die „Alabama Shakes“ in ihre Liste der zu beobachtenden Bands 2012 auf.

Musikalisch ausgewogen, stimmlich gewaltig
Bereits die erste Nummer des Debütalbums, die Hitsingle „Hold on“, scheint die Richtung vorzugeben. „I don?t wanna wait“, skandiert Sängerin Britanny Howard in dem Stück und eröffnet damit ein elf Titel umfassendes Album über das Verliebtsein und das schmerzhafte Danach. Jungs und Mädchen – und alles was eben so dazu gehört, so ließe sich die Thematik kurzerhand umschreiben. Textliche Banalität machen die „Alabama Shakes“ gekonnt mit musikalischer Qualität wett. Entspannte Blues-Rhytmen mischen sich zu kratzigem Garagen-Gitarrensound, dezenter Klavierbegleitung und der allgegenwärtigen, unfassbar gereiften Soul-Stimme der 23-jährigen Britanny Howard.

Füße hochnehmen und träumen
Abgesehen von der Hitsingle „Hold on“ wirkt „Boys and Girls“ vor allem als Gesamtpaket. Wer es schafft, sich bei der Platte einfach zurückzulehen, die Füße hochzunehmen um in Gedanken knutschend durch Alabamas Wildnis zu wandern, der wird das Album als das begreifen was es ist. Ein entzückender Abgesang auf südstädtische Provinzromantik, im musikalisch herrausragenden Stil, einer längst verloren geglaubten Musik-Epoche. Auf ihrer „Boys and Girls“ Tour durch Europa machen die „Alabama Shakes“ jedoch vorerst einen Bogen um die Alpenrepublik. Sei?s drum – diese Band wird man noch länger zu hören bekommen.

Foto: Rough Trade Records

, , , ,

Weitere Artikel

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

« »