Kultur – Musik

(c) Dustin Rabin/Official Homepage
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SuperHeavy, A Perfect Circle, Them Crooked Vultures & Co: Supergroups im Rock’n’Roll

26. Juli 2011 • Musik

Anlässlich der neuen Band von Mick Jagger, der gemeinsam mit Joss Stone, Damian Marley, Dave Stewart und A.R. Rahman unter dem Namen „SuperHeavy“ im September ein Album auf den Markt bringt: ein Blick auf einige sogenannte „Supergroups“ im Rock’n’Roll-Zirkus.

Supergroups sind ja so eine Sache. Da tun sich ein paar überprominente Musiker (oder solche, die sich dafür halten) für ein Projekt zusammen, entweder weil sie sich mal austoben wollen, weil ihnen ihr Hauptprojekt langweilig wird, weil der schnöde Mammon mal wieder den Gedanken aufzwingt, das Geldtascherl mit Euronen zu füllen oder, im besten Falle, aus Freundschaft und Spaß an der Freude. Das kann dem Wesen nach natürlich grob in die Hose gehen, kann aber auch extrem viel Spaß machen, dem Fan wie dem Rockstar. Werfen wir doch einen Blick auf einige ausgewählte Supergroups, die den Namen auch wirklich verdienen – quer durchs historische und musikstilistische Gemüsebeet und ohne jeglichen Anspruch, no na, auf Vollständigkeit.

The Travelling Wilburys

1988 dachte sich eine Gruppe nicht ganz unbekannter und miteinander gut befreundeter Musiker, dass man sich doch den Spaß machen und zusammen ein wenig musizieren könnte. Mit dabei: Bob Dylan, George Harrison, Roy Orbison, Jeff Lynne und Tom Petty. Und weil das Ganze irgendwie ein Jux war, gab man sich lustige Namen, bei jedem der zwei Alben einen anderen: so hieß Bob mal Lucky Wilbury, dann Boo Wilbury; George nannte sich Nelson Wilbury, dann Spike Wilbury und so weiter. Das erste Album hieß „Travelling Wilburys Vol.1“, das zweite – Roy Orbison war damals bereits verstorben (im Video zollte man seinem Gitarrensolo mit einem leeren Schaukelstuhl mit draufliegender Gitarre Tribut) wurde dann konsequenterweise als Vol.3 bezeichnet. Man hört deutlich raus, wieviel Spaß die Herren bei der Sache hatten, vor allem Dylan blühte regelrecht auf. Harrison, so weiß man, hatte trotz Freundschaft einen beinahe religiösen Bezug zu Dylan und nahm diesen heimlich auf.

Leider mögen die Herren von der Plattenfirma keine eingebetteten Videos, deshalb HIER klicken und das ganze anschauen.

Electronic

Man nehme: Bernard Sumner. Siehe: Joy Division, dann New Order. Johnny Marr, von den legendären Smiths natürlich. Und Gäste, wie Neil Tenannt von den Pet Shop Boys. Drei Alben brachte das Ganze und eine Best-Of, klingen tut das dann so:


Them Crooked Vultures

Led Zeppelin trifft auf Kyuss/Queens of the Stone Age trifft auf Nirvana/Foo Fighters? Das klingt nicht nur auf Papier völlig großartig und gaga sondern auch auf Tonträger und auf der Bühne. Da hätten wir erst einmal den trockenen Testosteron-Wüstenrocksound von Joshua Homme. Der mit Kyuss den Desert Rock erfunden und mit QUOTSA die Rockwelt nochmal ordentlich durchgebeutelt hat. Dave Grohl, den eh jeder liebt, außer Courtney Love vielleicht. Und der Sir, John Paul Jones von Led Zeppelin. Wieder ein Bestfall: Freundschaft, gegenseitiger Respekt und jede Menge Spaßettln, an denen sie uns auch teilhaben lassen. Wie zum Beispiel „Fresh Pots“, Dave Grohls Kaffeesucht, Video anbei. Grandiose Band und durch und durch Rock’n’Roll.


Fantomas

Völlig grandios, völlig verrückt. Was erwartet man sich von einem Genie wie Mike Patton, wenn er mit Dave Lombardo (Slayer!!!!!), Buzz Osbourne von den Melvins und Trevor Dunn von Mr. Bungle arbeitet? Experimentelle Musik, Cineasmus, Klangwahnsinn. Abgedreht, schwer, genial. Patton bleibt großartig. Hier ein Slayer-Medley. Eines, wo Slayer den Hut ziehen würden und Patton den Vogel zeigen.


Chickenfoot

Sammy Hagar und Michael Anthony von Van Halen, Gitarrenvirtuose Joe Satriani und Red Hot Chili Peppers Drummer und Will Ferell-Lookalike Chad Smith. Das Ganze ist dann schon eher klassischer Rock, und wenn man das und v.a. Sammy Hagars Vocals nicht mag, wird’s nicht gefallen. Sonst ist es schon okay, hier nachzusehen. Macht den Buben Spaß, etwas zu austoben und kommt auch ganz gut an. Die tollste Supergroup ist das nicht, dennoch.


A Perfect Circle

Auch wenn sich  Maynard James Keenan ankotzen würde bei dem Namen: „A Perfect Circle“, verdienen sie den Namen Supergroup. Vor allem, weil die Musik auch super ist, und nicht so auf Spaßprojekt. Viele Supergroups hören sich ja nach einem Skikursausflüg für Rockstars an, A Perfect Circle hingegen nach grandioser Klangkunst. Das Line-Up durchlief einige Wechsel, aber alle Teilnehmer waren dem Terminus Supergroup würdig: Maynard James Keenan von Tool. James Iha von den Smashing Pumpkins. Josh Freese, Devo, The Vandals, Dweezil Zappa und Sessiondrummer bei Gott und der Welt. Früher dabei: Danny Lohner von den Nine Inch Nails. Jordie White, damals als „Twiggy Ramirez“ bei Marilyn Manson. Et cetera. Ganz tolle Band.


Aus Platzgründen hier noch weitere Supergroups quer durch die Jahrzehnte:

Dirty Mac (kleine Kaliber wie Lennon, Clapton, Mitch Mitchell vom Hendrix Experience und Keith Richards. Allerdings keine Platte nur zwei Fernsehsessions).
Crosby, Stills, Nash & Young
Audioslave (Rage Against The Machine ohne Zach Della Rocha dafür mit Chris Cornell. Gut, aber nicht mindblowing).
Cream (uhm, Clapton/Jack Bruce/Ginger Baker. Durchaus Supergroup)
Velvet Revolver (Slash, Duff McKagan und Matt Sorum von Guns’n’Roses mit Scott Weiland von den Stone Temple Pilots. War okay, nix gegen Guns’n’fucking Roses dennoch).
und die aktuellste: Fahrenkrog/Anders. Alles Schlimme an den 80er Jahren geballt in gebotoxter Altmänner-Form. Wohl bekomms!

Them Crooked Vultures (c) Dustin Rabin/Official Homepage

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