Kultur

das große Kaffeehausexperiment I

Stadtbekannt zu Gast beim großen Wiener Kaffeehausexperiment

27. Juni 2011 • Kultur

  • das große Kaffeehausexperiment I
  • das große Kaffeehausexperiment
  • MAK Sonderführung

Das Kaffeehaus ist ein Herzstück der Stadtkultur und gilt als Wiener Institution. Julia Landsledl widmet jenem Ort, an dem sich schon im 19. Jahrhundert Literaten und Künstler tummelten, Verträge geschlossen, Geschäfte gemacht und Liebesbeziehungen beendet werden, eine Ausstellung im MAK. Wir haben die Ausstellung mit der MAK Designerin-in-Residence Julia Landsiedl, die wir auch interviewt haben, für euch besucht.

Auf Entdeckungsreise durch die Wiener Kaffeehauskultur

Wir erklimmen die Stufen der mehrstöckigen Sammlung. Für die Designerin macht diese Art der Anordnung der Ausstellung, auf mehreren Stockwerken, einen Teil des Reizes aus. Und tatsächlich fühlt man sich wie ein Bergsteiger, ein Entdecker der Kaffeehauskultur und all ihre Facetten. Die Ausstellungsstücke, vom Häferl über den Aschenbecher bis zum Stuhl, sind fast durchgehend Originalstücke aus Wiener Cafés und der MAK Sammlung. Auf kleinen Post-Its finden sich handgeschriebene Notizen und Gedanken der Kuratorin. Fotos von Gästen und Gasträumen kleben an den Wänden. Gegenstände aus vergangenen Tagen stehen neben multimedialen Elementen der Ausstellung und bilden so einen Streifzug durch die Geschichte der Kaffeehäuser.

Starbucks versus Wiener Kaffeehaus?

Weit gefehlt, denn wir erfuhren zum Beispiel, dass das Lieblingskaffeehaus der Künstlerin sich nicht in Wien, sondern im fernen Kalifornien befindet. Landsledl ist überhaupt keine Gegnerin der amerikanischen Kaffeekultur: Coffee to Go steht in ihrer Ausstellung als Symbol für den Zeitdruck, unter dem Viele heute stehen, sie sieht aber gegenwärtige Entwicklungen nicht unbedingt als negativ. Stundenlanges Versumpern in verrauchten Kaffeehäusern, der fließende Übergang von der Melange zum ersten Krügerl, all das ist Kaffeehaus, doch auch Starbucks hat seine Berechtigung. Landsledl distanziert sich bewusst von der in Wien verbreiteten „früher war alles besser und Kaffeehausketten sind böse“ Attitüde, sondern stellt die verschiedenen Kaffeehauskulturen nebeneinander und setzt sie in Beziehung zueinander.

Fazit

Trotz an diesem Tag tropischer Temperaturen war das Kaffeehausexperiment einen Besuch wert. Ich brauch jetzt eine Melange, aber nicht von Starbucks.

Das große Wiener Kaffeehausexperiment
Phase I noch bis 21.08.2011
MAK Wien

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MAK – Österreichisches Museum für angewandte Kunst

Stubenring 5
1010 Wien
www.mak.at

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