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Stadtbekannt kontrovers: Warum nervt ihr Studenten eigentlich so?

17. November 2011 • Debatte19 Kommentare zu Stadtbekannt kontrovers: Warum nervt ihr Studenten eigentlich so?

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Was habt ihr eigentlich erreicht, ihr Studenten? Zwei Jahre nach eurem ach so revolutionären Aufbegehren gegen Establishment und Politik.

Ich kann mich noch an die großen Worte erinnern, seitens der ÖH –Riege und von vereinzelten studentischen Rädelsführern, hochtrabende Worte, wonach man sich selbst als die neue 68er Generation hochstilisierte, als eine intellektuelle Jugend, die Vater Staat und den „Großkopferten“ mal die Stirn bieten will. Gerade einmal um euer eigenes Gewissen zu erleichtern und dem rebellischen Ego zu liebe, müht ihr euch regelmäßig aus euren Bobo – WGs und werdet zu notorischen Demonstrant. Sei der Grund noch so weit hergeholt, Hauptsache ist doch, ihr könnt euch einfach mal richtig studentisch fühlen. So wie damals Mama und Papa 1968.

Doch so seid ihr nicht, wart ihr nie und werdet ihr auch nie sein. Was hat euer ach so ehrenwerter Kampf für eine bessere Bildungs- und Wissenschaftspolitik denn gebracht? Außer beschmierte Hörsäle, einiges an Kosten und die gleichen Probleme wie vor euren Protesten.

Ihr mit euren Starbucksbechern und Mac-Books, ihr die ihr einerseits bewusster Leben wollt, dann aber zu geizig seid einem Augustinverkäufer ein Exemplar abzukaufen, ihr die prinzipiell alles gendert, und dabei soweit geht, die deutsche Sprache bis in Unkenntlichkeit zu verändern, man erinnere sich an „ElephantInnenrunde“. Ihr mit euren "Wunschmüslis" und "Tofulaberln", wie ihr immer wieder die große Solidarität untereinander predigt, dabei aber so egozentrisch und konkurrenzbedacht seid, dass ihr nicht einmal dazu bereit seid eure Mitschriften mit den Mitstudenten zu teilen, schließlich könnten diese plötzlich Profit daraus schlagen und besser sein als man selbst. Also rein nach Darwins "Survival of the fittest".

Ihr seid doch nichts anderes als ein feierwütiger Haufen Langschläfer und Vollzeitsuderanten. Wenn ein Student den Vormittag einmal nicht verschläft, liegt das wahrscheinlich daran, dass er soeben von der Afterhour kommt. Ihr Studenten, die ihr euch selbst als zukünftige geistige Elite unseres Landes profiliert, dabei aber oft vergesst, dass auch der Bauarbeiter an der Imbissbude sich grad über Kafkas Briefe an den Vater unterhält. Natürlich darf auch das öffentliche Auftreten keinen Zweifel aufkommen lassen, dass man sich dem gemeinen Pöbel  intellektuell überlegen fühlt, deshalb habt ihr auch immer den Standard in der Achselhöhle eingeklemmt.

Ihr, die ihr groß daher schwadroniert und euch über alles und jedem brüskiert, aber nicht in der Lage seid euch auf eure Hinterbeine zu stellen und tatsächlich für etwas einzustehen. Ihr schafft es ja nicht mal zur Wahl zu gehen, was auch die Zahlen der letzten ÖH-Wahl bestätigen. Und das Bildungsvolksbegehren? Ich wage zu bezweifeln ob es überhaupt die Hälfte derjenigen die sich lautstark dafür eingesetzt haben zum jeweiligen Amtshaus geschafft hat.

Also liebe Studenten: Was hat euch bloß so ruiniert? Wo sind eure die Ideale denn hin? Ihr seid doch nichts anderes als herangezüchtete Zahnrädchen der zukünftigen Wirtschaft. Das Traurige daran?

Ich bin einer von euch.

(Philipp Köstenberger)

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19 Antworten auf Stadtbekannt kontrovers: Warum nervt ihr Studenten eigentlich so? – Verstecken

  1. blabla sagt:

    Stereotypen
    Soviel Blödsinn hab ich schon lang nicht mehr gehört!
    Ich bin zwar kein Fan von Demonstrationen und besonders keiner von Besetzungen, aber im Artikel sind lediglich Stereotype angeführt. Als einer von uns hättest du durchaus mehr von realen Erfahrungen einbringen können.

    Übrigens: Meine Eltern wurden erst 1968 geboren – und deine?

    LG, blabla

  2. blabla sagt:

    Ergänzung
    Was ich noch sagen wollte, ist dass dein Artikel natürlich auch zynisch gemeint sein kann, allerdings verbirgst du diesen gut und mit dem Thema nicht vertraute Leser erachten diese Vorurteile als wahr und daher ist es auch klar, dass die Bevölkerung ein eher schlechtes Bild von den Studenten hat.

  3. Maroni sagt:

    Ziemlich schwach
    Was hat gendern mit mangelnder politischer Einstellung zu tun? Da kommen wohl mehr die Vorurteile des männlichen Schreibers durch….

  4. What? sagt:

    no no
    Liegen all diese "Probleme" an den österreichischen Studenten von heute oder ist dieses Verhalten einfach nur sehr österreichisch?

    Was war denn 1968 los in Österreich? Lercherlschas. Nix.

  5. What? sagt:

    no no
    Studium in den Sechziger Jahren, oder auch später Achziger Jahren, mit einem Studium von heute zu vergleichen ist nicht sehr klug.
    In so vieler Hinsicht.

  6. blabla, aha. sagt:

    es ist auch ziemlich

  7. Lulu sagt:

    The student stereotype!
    Wenn mich etwas am meisten nervt, ist es der stereotypische student. Wie Herr Köstenberger schon beschrieben hat: Macbook, Standard unter den Achseln, im hintergrund läut natürlich nur fm4, über die politik "bestens" informiert und ständig am rumheulen, wie arm er/sie doch sind…Diejenigen, die aufschrein sind am ende doch nur peinlich berührt 😉 Guter Text,denn hört hört ich bin selbst Student, und ja das eine oder andere stereotypische verhalten trage auch ich zu tage 😉

  8. polemik sagt:

    stefan
    also ich glaub, einige nehmen das viel zu ernst! ich finds toll 😀

  9. Joni sagt:

    es scheint als ob….
    ….einige die Intention des Textes nicht ganz verstanden haben, ich glaub das sollte keine Schmipftirade auf die Studenten per se sein, sondern einfach mal anstoß sein sich als Student selbst zu hinterfragen, bestätigt er ja auch am ende irgendwie… also ich mag das.

  10. Lois sagt:

    !!
    Denke auch, dass sich der Autor da gar nicht rausnimmt…ich glaub er selbst ist in gewissermaßen der oben beschriebene Typus Student, und das sind wir alle irgendwie…

  11. backbag sagt:

    so true
    trotz der vielen klischees..hat schon was wahres

  12. unsinn sagt:

    speak for yourself
    Klischee über Klischee über Klischee über noch ein Klischee. "was habt ihr bis jetzt erreicht?" – deine Sozialisierung lässt grüßen. trotzdem solltest du nicht so salopp von dir auf andere schließen.

  13. carla sagt:

    uni brennt
    dass die letzte protestbewegung der studenten nichts bewirkt hat, liegt aber am allerwenigsten an den studenten- vielmehr an allen politikern, die die forderungen und demos einfach stur ignoriert haben und denen es total wurscht war, was die studenten wollen/brauchen.

    dieser umstand wird immer den teilnehmern des protestes vorgeworfen, was gelinde gesagt ein schlechter witz ist. und auch typisch österreichisch "was regst dichn auf, bringt ja eh nix.."

  14. stadtbekannter Blödsinn sagt:

    eure schwäche kotzt mich an?
    die Studenten dafür zu verurteilen, dass ihre Proteste nichts bewirkt haben, ist wirklich ein seltsamer umkehrschluss. der rest der Argumente ‚ihr verschlaft, arbeitet mit apple, seid arrogant und übergendert alles‘ ist zusammenhangs- und einfallslos, aber wie bei einem Horoskop wird sich immer jemand darin wiederfinden. ein akuter fall von studentischem selbsthass? oder nur eine rundumschlag-polemik für mehr Leser?

  15. hartmann sagt:

    vollkommen recht hat er!
    und dass sich hier so viele auf den schlips getreten fühlen, bestätigt ihn nur!

  16. !!! sagt:

    Come on!
    die meisten leute hier scheinen äußerst humorlos zu sein. diese ständige suderei, oh mann… aber war ja zu erwarten dass die wahrheit schlecht vertragen wird

  17. Student sagt:

    Polemik without a cause.
    Wie hier schon viele festgestelllt haben werden Studenten die sich engagieren und solche die es nicht tun gleichermaßen abgewatscht. Das wirkt zwar kontrovers macht aber eigentlich keinen Sinn und ist das übliche Gesudere.

  18. Nick sagt:

    hmm..
    …find ich interessant wie alle sich auf den punkt der studentenproteste aufhängen….dabei steht da noch ganz viel anderes Zeug drinnen, sachen die sehr wohl absolut und ausschließlich dem gemeinen studenten betreffen ( ÖH-wahl bspw. ) aber wie einige schon angesprochen…die wahrheit tut manchmal so weh 😉

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