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Toskana

Stadtbekannt Lecks Teil 8: Strache in Italien

12. Mai 2011 • Skurriles3 Kommentare zu Stadtbekannt Lecks Teil 8: Strache in Italien

Strache in Italien. Ein Zwei-Personen-Stück zu Rettung Europas.

Wie das internationale Treffen der rechten Parteigranden in Italien wirklich abgelaufen sein könnte in einem absurden Theaterstück.

Schauplatz: Eine Villa in der Toskana. Auf der dem malerischen Sonnenuntergang zugewandten Terrasse steht ein langer rechteckiger Tisch. An der Kopfseite des Tisches sitzt auf einem aufklappbaren Gartenstuhl mit Schaumgummi-Sitzauflage Heinz-Christian Strache. Vor ihm stehen drei volle Bierkrüge. Links und rechts von ihm stehen an den Längsseiten jeweils zwei leere Stühle und vor jedem Stuhl ein Getränk.
Strache ist sichtlich erregt. Er gestikuliert wild in Richtung untergehender Sonne.

Strache: …und überhaupt werden wir ihr das rote Leuchten auch noch austreiben, dann herrscht endlich wieder Recht und Orden in Europa. Ich sage nur Abendland in Christenhand.

(tosender Applaus wird eingespielt, Bravo-Rufe erklingen)

Strache (wiegelt ab): Ja, danke. Jetzt übertreibt’s nicht gleich. Wir haben noch einen langen Abend vor uns. Wenn wir nicht den Asylmissbrauch und den muslimterroristischen Islamismus bekämpfen, wer dann?
 Jetzt überprüfen wir aber zuerst einmal wer aller gekommen ist.

Herbert Kickl erscheint aus dem Off und setzt sich auf den ersten Stuhl zu Straches Rechten

Strache: Also. Gianfranco Fini, Alleanza Nazionale.

Kickl (packt das vor ihm stehende Glas mit funkelndem Lambrusco und schnellt hoch): Ja, also si. Ich bin eee da eee.

Strache nickt zufrieden. Kickl stellt das Glas eilig hin und setzt sich auf den leeren Platz neben ihm.

Strache: Jean-Marie Le Pen, Front National?

Kickl (kichert verlegen und verdreht die Augen): Ou, oui, abe isch bin nischt mein Papa. Isch bin Marine Le Pen, die neue Vorsitzende von de Parti.

Strache (runzelt die Stirn und ruft verärgert über die Schulter): Herbert! Kennst du die? Können wir der vertrauen?

Kickl (schnellt von seinem Stuhl hoch läuft um den Tisch herum und nimmt seine Position hinter Strache ein. Er beugt sich verschwörerisch nach vorne und flüstert dezent aber hörbar): Das passt schon. Der Alte hat sie einfach nicht mehr beinander g’habt. Der wollt immer noch in Algerien einmarschieren obwohl wir ihm schon lange gesagt haben, dass dort nur noch mehr Moslems sind. Sei halt froh, dass der weg ist.

Strache (mehr zu sich selbst): Stimmt auch wieder. (zum Platz von Le Pen gewandt) Aber du bist eh auch gegen den Asylmissbrauch, die Moslems und das alles?

Kickl hastet wieder zu Le Pens Platz. Dabei stolpert er über einen Haufen herumliegender Ziegel. Er fällt hin. Fluchend steht er wieder auf und erreicht noch etwas außer Atem seinen Platz.

Kickl: Oui, oui. (Kichern)

Er erhebt sein Glas sattroten Bordeaux’ und prostet Strache zwinkernd zu. Er nimmt einem winzigen Schluck und stellt das Glas wieder ab.

Strache nickt zufrieden.

Strache: Weiter geht’s.

Kickl stöhnt

Strache: Weiter geht’s hab ich gesagt.

Kickl wuchtet sich aus dem Stuhl läuft um den Tisch herum fällt wieder über den Ziegelhaufen, flucht und hechtet in den Stuhl zu Straches Linken.

Strache: Filip Dewinter, Vlaams Belang?

Kickl erhebt sich widerstrebend von seinem Platz, er keucht: Ja. Bin da.

Strache (anerkennend zu sich selbst): Der kann sogar Deutsch. Nicht schlecht! Gefallen mir diese Belgier, nur des Brüssel müssen sie halt noch los werden.
(über die Schulter) Geh, Herbert, sag doch dem Mölzer wenn wir den Fraktionswandertag über die Ardennen machen dann könnt’ma doch mit einem kurzen Sichelschnitt in Belgien vorbeischauen. Er soll ein paar Zimmer requirieren.

Kickl springt von seinem Stuhl auf, läuft um den Tisch herum, fällt über die Ziegelsteine, flucht, steht wieder auf und lehnt sich von hinten keuchend an Strache

Kickl (servil): Ja, eh.

Strache: Gut, lass es uns nicht vergessen. Also weiter.

Kickl löst sich von Strache sprintet schnaufend um den Tisch herum, fällt über die Ziegel, flucht, steht wieder auf und wirft sich wieder auf den Stuhl.

Strache schaut kurz von seiner Liste auf und lässt seine strahlend blauen Augen in den letzten Sonnenstrahlen funkeln.

Kickl ist in der Zwischenzeit wieder zu Atem gekommen und nimmt einen großen Schluck aus seinem Bierkrug. Er setzt kurz ab und scheint nachzudenken. Dann leert er den Krug in einem Zug.

Strache
(schaut missbilligend): Saufen können wir später, jetzt arbeiten wir erst einmal am Europa der Nationen.

Kickl schaut betreten. Er wischt sich den Schaum vom Mund und eilt zum letzten Stuhl. Wieder fällt er über die Ziegelsteine. Er flucht.

Strache: Gut. Und schließlich noch: Pia Kjærsgaard, Dansk Folkeparti.

Kickl schnappt nach Luft und verdreht die Augen.

Strache (tippt ungeduldig auf den Tisch): Wird’s bald?

Kickl (stützt sich an der Tischplatte ab und wuchtet sich hoch): Ja. (Ihm stockt er Atem. Er will nach dem vor ihm stehenden Trinkhorn greifen und wirft es dabei um. Bier ergießt sich über die weiße Tischdecke. Er flucht und sinkt dann vollkommen erschöpft in seinen Stuhl)

Strache (nickt zufrieden): Also, nachdem wir alle vollzählig sind kommen wir nun zum ersten und einzigen Punkt der Tagesordnung. Nachdem wir uns schon beim letzten Treffen festgestellt haben, dass wir uns gegenseitig nicht mögen weil Ausländer nun einmal Ausländer bleibt haben wir aber auch noch beschlossen, dass es andere gibt die wir noch weniger mögen: die Moslems.

Kickl stützt den Kopf schwerfällig mit seiner Hand ab und nickt unmerklich. Sein heftiges Schnaufen nimmt eine bedrohliche Lautstärke an.

Strache: Aus diesem Grund und weil sonst nichts mehr gegen die Asylmissbrauchsflutwelle nützt werden bauen wir jetzt gemeinsam eine Mauer die ganze Küste entlang von Portugal bis Italien. Ob wir Griechenland dann auch einmauern entscheiden wir später.
Also, der Herbert teilt euch jetzt die Ziegelsteine aus, den Mörtel rührt noch an und dann könnt’s schon anfangen.

Kickl (erschrocken): Geh leck…

Er fällt vom Stuhl.

Aus.

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3 Antworten auf Stadtbekannt Lecks Teil 8: Strache in Italien – Verstecken

  1. jehova sagt:

    hahahaha
    das müsst ihr unbedingt aufführen lassen! saugut!

  2. Charles sagt:

    Dinner for One
    a la Strache. Mir gefällts.

  3. Niklas sagt:

    So wirds gewesen sein;-)
    der Mölzer ist sicher nur beleidigt, weil ernicht mit am Tisch gesessen ist.

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