Silvio Berlusconi

Stadtbekannt-Lecks: Teil 4

23. Feber 2011 • Skurriles6 Kommentare

In der Satire-Serie deckt Stadtbekannt diesmal auf: Ein Vormittag im Leben des "Cavaliere" Silvio Berlusconi.

6:53 Uhr:
Sonnenaufgang. Die Sonne lugt vorsichtig über den Horizont. Der Cavaliere liegt noch friedlich schnarchend im Bett. Die Sonne merkt, dass es keinen Sinn hat und geht noch einmal unter.

9:00 Uhr:
Der Wecker klingelt. Die Sonne geht auf und ruft freundlich "Guten Morgen, lieber Silvio." Berlusconi nickt gnädig zurück und überlegt, auf welcher Seite er aus dem Bett steigen soll. Er entscheidet sich für die linke, dort liegen zwar vier Mädels, aber sie schlafen enger an einander als die drei auf der anderen Seite. Etwas verschlafen schlurft er Richtung Bad, nicht ohne vorher noch einen Blick auf das stark bevölkerte Lager zu werfen. Ach, sie werden so schnell erwachsen, denkt er sich, nur leider nicht schnell genug.

9:33 Uhr:
 "Papi" schmiert noch schnell drei Nutella-Brote und weckt vorsichtig drei der friedlich schlummernden Mädchen. "Kommt Mädels, aufstehen. Es wird Zeit für die Schule." Leiser Protest erhebt sich. Es sei eh schon zu spät und die Schule habe bereits vor über einer Stunde angefangen. Verdammt, das war es, was er sich merken wollte. "Nichts, was es nicht aus der Welt zu schaffen gibt", grinst er trotzdem verschmitzt.

9:39 Uhr:
Anruf im Büro des Ministerpräsidenten: Die Schulbeginnzeit wird für ganz Italien auf zehn Uhr verlegt. Alle, die früher in die Schule kommen sind gottlose Kommunisten, die sich nicht an die alten Traditionen des italienischen Volkes halten. So, das wäre geschafft. Die drei Mädels müssen jetzt aber endgültig aus dem Haus und der Cavaliere ins Büro. Die anderen dürfen noch weiterschlafen. Die haben wenigstens noch geregelte Arbeitszeiten, denkt er nicht ohne etwas Neid. Und solches Kopfweh wir er haben sie sicher auch nicht von gestern. Oder ist es die geliftete Stirn die so gegen den Schädel drückt? Notiz: Das nächste Mal nicht mehr so fest ziehen lassen und den Schönheitschirurgen als Senator auf Lebenszeit wieder absetzen.

10:14 Uhr:
Jetzt sind zumindest die Mädels weg und Berlusconi macht sich auf zum Wagen. Auf dem Weg stolpert er über einen nackten ausländischen Staatschef, der quer mit allen vieren von sich gestreckt auf dem Gang liegt und schnarcht. im Schritt trägt er ein Partyhütchen. Verdammt, ist der immer noch da, denkt er. Notiz: Schichtbetrieb abschaffen. Wenn er selbst schläft, dann können die Mädels auch endlich Ruhe geben.

10:57 Uhr:
Ministerrat auf einer öffentlichen Toilette hinter dem Bahnhof Termini. Erst abzählen wer da ist. Zwei fehlen. Wo ist denn schon wieder dieser verdammte Verkehrsminister. Haha, Verkehrsminister, jaja, er weiß schon warum er das ist, denkt er. Was? Der sitzt schon wieder? Notiz: Gesetz gegen Bestechlichkeit abschaffen. Nein besser, Gesetz gegen Unbestechlichkeit. Wer nämlich kein Geld will kann nur ein Kommunist sein. Der Minister für Party und öffentlichen Spaß war schon länger nicht mehr da. Na egal, es gibt viel zu tun. Kurz stellt er einen älteren Mann in schwarzen Anzug und Sonnenbrille als Freund der Freunde ihrer Freunde vor. Der Alte stößt sich bei jeder Bewegung den Kopf. Notiz: Sonnenbrillen für alle oder die Glühbirne nicht mehr rausschrauben. Beides zusammen ist keine gute Idee. Also, der ältere Herr hat ein Problem und man möge ihm doch helfen.

11:23 Uhr
:
Die Debatten dauern an. Nicht alle sind von der Idee die sizilianische Polizei durch Schülerlotsen zu ersetzen begeistert. Na, Pech gehabt. Die drei Gegner der Idee müssen gehen. Am Nachhauseweg sollen sie ein paar Passanten reinschicken, wenn es geht hübsche, schließlich braucht es ein paar neue Minister. So, jetzt herrscht wieder Ordnung. Die Schenkung der Ferrovie dello Stato (Italienische Staatseisenbahn) an ein paar Freunde geht ohne Gegenstimmen durch.

11:49 Uhr:
Der Weg ins Büro dauert doch länger als erwartet, die Straßen sind vollkommen verstopft. Der Cavaliere steigt aus und versucht das Automeer mit den Händen zu teilen. Nichts. Das hat auch schon einmal besser funktioniert, denkt er. Also macht er sich daran Stück für Stück Ordnung zu schaffen. Federnden Schrittes geht er zum nächstbesten Fahrzeug und beschimpft den Lenker durch das offene Fenster als Kommunisten, der hier nur den Kapitalismus aufhalten will. Dieser scheint nicht zu verstehen. Verdammt denkt er, so weit geht die Verschwörung gegen ihn schon. Da erkennt er das deutsche Nummernschild am Wagen. Aaah, das ist natürlich ganz etwas anderes und beschimpft den Fahrer als Nazi. Das versteht er und quittiert es mit seinem Mittelfinger. Kurz überlegt er, ob er dem unverschämten Kerl nicht eine Rolle in einem Film über die SS anbieten soll, setzt sich dann aber doch wieder ins Auto und ruft bei der Ministerin für Showgirls und Lippen-OPs an. Das gestrige TV-Programm war eine einzige Frechheit, niemand hat sein jugendliches Aussehen gelobt, diese kommunistischen Journalisten, die immer über ihn lachen sind immer noch da und nackte Frauen gab es auch keine zu sehen. Sind wir hier denn im Kommunismus, denkt er.

Go Silvio:

Weitere Stadtbekannt-Leaks:

Stadtbekannt-Lecks Teil 1 – Wie die Tierschützer Österreich übernehmen

Stadtbekannt-Lecks Teil 2 – Undercover in der FPÖ

Stadtbekannt-Lecks Teil 3 – Ein ORF-Beitrag der nie gesendet wurde


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6 Antworten auf Stadtbekannt-Lecks: Teil 4 – Verstecken

  1. Charles sagt:

    Toller Text
    Da fehlt nur mehr dieses schöne Video
    http://www.youtube.com/watch?v=pddowyTqFLg

  2. stadtbekannt sagt:

    bitte
    sie wünschen, wir spielen (o;

  3. Blunzenbertl sagt:

    und nicht zu vergessen
    der berühmte Berlusconi-Brief:

    http://www.youtube.com/watch?v=uWPjko1XG8g

  4. Mischa sagt:

    Tolle Satire
    sofern man diesen Mann überhaupt satirisch betrachten kann, ichmein bisauf die Sonne ist das ja quasi trauirge Realität.

  5. Valerie sagt:

    Großartig,
    Ach, sie werden so schnell erwachsen, denkt er sich, nur leider nicht schnell genug. Haha;-) So ist es wohl, aber diesmal wird es wohl eng für ihn…..

  6. silvio sagt:

    jaaaaa
    ich habs gern eng!

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