Konspirierende Erdmännchen

Stadtbekannt-Lecks: Teil 1

13. Dezember 2010 • Skurriles

Es ist hart stadtbekannt zu sein. Die Menschen vertrauen uns, sie wissen, dass wir aufdecken, was es zu entdecken gibt. Aus diesem Grund bekommen wir immer wieder brennendheiße hochgeheime Informationen, die wir aber gut in unseren Tresoren eingesperrt haben, um uns nicht selbst in Gefahr zu bringen. Nun aber scheint uns die Stunde gekommen alles zu enthüllen. In der nächsten Zeit wird stadtbekannt immer wieder Geheimnisse und Verschwörungen unserer Zeit enthüllen.
Sehet und bestaunet selbst, was ihr sonst nie erfahren hättet.

Tierschützer:
Die Polizei hat es zwar schon immer gewusst, nur der Beweis war bisher schwierig. Die gerade wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung angeklagten Tierschützer wollten die Regierung stürzen und die Macht in Österreich an sich reißen. In äußerster Konspiration wurden über das ganze Bundesgebiet hinweg Waffen- und Versorgungslager eingerichtet, die schon vor längerer Zeit von der Polizei ausgehoben, jedoch aus prozesstaktischen Gründen bisher verschwiegen wurden.

Im Wienerwald, gut unter dem Herbstlaub versteckt befanden sich mehrere Stöcke und abgebrochene Äste, die als Hieb- und Stichwerkzeuge benützt hätten werden können. Auf dem Sonnwendjoch in Tirol lagerten mehrere äußerst spitze Steine, von denen schon an sich, wegen ihrer Trittunsicherheit, äußerste Gefahr ausging. Das Hauptdepot aber befand sich perfiderweise sogar in gesetzlich geschütztem Gebiet. Mitten im Nationalpark Hohe Tauern lagerten, in einem schwer zugänglichen und durch dichtes Gebüsch noch extra verschwörerisch verhehlten Gebiet an unbekannter Stelle eine unbekannte Anzahl an alten Autoreifen, die zum Barrikadenbau im Straßenkampf benützt hätten werden können. Obendrein befanden sich daneben verdächtig leere Ölkanister.
Der Plan der kriminellen Tierschützer sah es angeblich vor, in verschiedenen Teilen des Bundesgebietes gleichzeitig zuzuschlagen. In Tirol hätte der Alpenzoo befreit werden sollen und AktivistInnen wollten auf extra eingeschmuggelten Sträußen durch die Innsbrucker Innenstadt reiten, um für Verwirrung zu sorgen, während KollegInnen die Bergiselschanze besetzt und Tannenzapfen auf alle vorbeikommenden Touristen geworfen hätten.
In der Steiermark wäre von dem Umsturzversuch wohl am meisten verheert worden. Für die jahrelange Ausbeutung unschuldiger Kürbiskerne zur Ölgewinnung hätten die riesigen Öltanks umgeworfen und das gesamte Grazer Becken mit Kernöl geflutet werden sollen.

Staatsstreich

Die Hauptgefahr bestand allerdings für Wien. Nachdem das Parlament mit Räucherstäbchen vernebelt worden wäre, hätten alle Parlamentarier mitsamt der Bundesregierung in einem Passivenergiehaus eingesperrt werden sollen. Anschließend wollte man eine bärlamentarische Demokratie ausrufen und die Staatsspitze mit Günstlingen besetzen. Für äußere Beziehungen sollte aufgrund seiner Fremdsprachenerfahrung und der CO²-armen Flugmöglichkeiten Orville, der Albatross aus Bernhard und Bianca, eingesetzt werden. Innenminister sollte eigentlich Problembär Bruno werden, der jedoch vorher getötet wurde, was den ganzen Plan schon fast im Vorhinein zum Scheitern gebracht hätte. Schlussendlich entschied man sich für Micky Maus, dessen Gesetzestreue ja schon fast sprichwörtlich ist. Um einen starken Entenhausener Machtblock zu bilden hätte Onkel Dagobert als reichste Ente der Welt die Finanzen übernehmen sollen. Als Bundeskanzler und Bundespräsident, Spargründe ließen das sinnvoll erscheinen, war Kommissar Rex eingeplant, der Österreichs Bekanntheit in der Welt verbessern hätte sollen. Als neues Wahrzeichen von Wien wäre das Riesenrad in ein Riesenhamsterrad umgebaut worden. Eine gar schreckliche Zukunftsvision. Was für ein Glück also, dass die Staatsgewalt hier entschlossen und gerade noch rechtzeitig eingeschritten ist.

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