Kultur – Film / TV

Warten auf Angelina 3

Stadtbekannt-Filmtipp und DVD-Verlosung: Warten auf Angelina

12. November 2010 • Film / TV

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Was macht man mit der unheimlich geheimen Info, dass Angelina Jolie und Brad Pitt in den nächsten Tagen ihre neue Wohnung in Berlin beziehen wollen. Ganz klar, man checkt sich die Viertwohnung eines verreisten Promizahnarztes mit fabelhafter Aussicht, oder bricht einfach ein, um die Trapp-Familie von Hollywood gnadenlos abzuschießen (mit der Kamera natürlich). Das haben sich zumindest Paparazzo (auch wenn er sich selbst Knipser nennt) Maik Tremper (Florian Lukas) und Landei Momme Ulmer (Kostja Ullmann) gedacht.

Da es aber leider auch in Berlin nicht so viele verreiste Promizahnärzte gibt landen leider beide in der selben Wohnung, wovon sie zunächst recht wenig begeistert sind. Nach einigen anfänglichen Feindseligkeiten und mit der Erkenntnis, dass man als Fremder in einer fremden Wohnung wohl besser nicht die Polizei ruft um einen Fremden hinauswerfen zu lassen versuchen sich die beiden zu arrangieren um die Zeit bis zum Auftauchen von Angelina totzuschlagen. Dabei ist es wenig hilfreich dass fortwährend irgendwelche schrägen Gestalten auftauchen, vor denen es gilt den Schein zu wahren. Doch auch das geben die beiden bald auf, denn Angelina lässt einfach schon zu lange auf sich warten…

Fast im Stile eines Kammerspiels inszeniert Regisseur Hans-Christoph Blumenberg (hat sich bis dato mit zehn Folgen vor allem als Tatort-Regisseur bekannt gemacht) seine Komödie auf engstem Raum in seiner eigenen Wohnung in Berlin-Mitte. Die beiden Protagonisten sind fast die ganze Zeit über auf sich allein gestellt und werden in ihrer Auseinandersetzung miteinander und ihrer Situation nur immer wieder von (zumeist ungebetenen) Besuchern gestört. Die Protagonisten könnten dabei unterschiedlicher nicht sein. Maik Tramper ist schlicht und ergreifend ein Kotzbrocken, einer der immer alles besser weiß und dabei die Welt nur mit den Nichtigkeiten die er produziert weiter verschmutzt. Mit dem herben Charme eines VIVA-Moderators ausgestattet fiel er über die Prominenten der Welt her, sobald ihn die Mauer nicht mehr aufhalten konnte.

Der etwas einfältige aber dafür umso schwerer verliebte Momme von der nordfriesischen Insel Pellworm, seines Zeichens Rettungsschwimmer, Filmvorführer und Vorsitzender des dortigen, sechs Mann-und-Frau-starken, Brangelina-Fanclubs löst dagegen wohl eher Mutter- oder Beschützerinstinkte aus. Hineingeworfen in den Großstadtdschungel wirkt er gegen den abgewichsten und pseudo-weltgewandten Maik („Weißt du was der Franz in Kitzbühel zu mir gesagt hat?“ – „Franz Beckenbauer?“ – „Keine Namen.“) von Anfang an sympathisch. In langen Gesprächen über die wirklich wichtigen Dinge des Lebens Fußball, Filme und Frauen kommen sich die beiden jedoch Stück für Stück näher und erkennen bald, dass sie sich trotz ihrer unterschiedlichen Charaktere durchaus auch Gemeinsamkeiten haben. Wer kennt schon die ganze Milan-Mannschaft von Anfang der 1990iger Jahre auswendig? (Von Stadtbekannt-RedakteurInnen mal abgesehen)

Während Maik immer wieder mal mit geheimnisvollen Hinweisgebern und seinem schwer gestressten Anwalt plauscht und Momme schön langsam seinen Liebeskummer überwindet wird die traute sechstägige Zweisamkeit immer wieder abrupt gestört. Fühlte sich Profi-Knipser wohl zu Beginn schon wie Lino Ventura als verhinderter Aufragskiller in „Die Filzlaus“ so sind es beim Auftauchen einer irren, aber umso kunstbegeisterteren GEZ-Eintreiberin (Leslie Malton), der Blumengießerin (Anna Brüggemann), einer Pizzabotin (Jana Pallaske) oder der Geliebten (Barbara Auer) und der Mutter (Gudrun Landgrebe) des Zahnarztes beide die sich ordentlich gestört fühlen.

Blumenberg ist mit „Warten auf Angelina“ eine fabelhafte Groteske auf den heutigen Starkult gelungen, die zeigt, dass es sich manchmal einfach nicht lohnt auf Angelina zu warten und einen die wichtigen Menschen in seinem Leben auch so treffen.

Filminfos "Warten auf Angelina":

Regisseur: Hans Christoph Blumenberg
DarstellerInnen: Florian Lukas, Kostja Ullmann
FSK: Freigegeben ab 0 Jahren
Produktionsjahr: 2008
Länge: 89 Minuten

Fotos: http://www.farbfilm-verleih.de/filme/angelina.html

Stadtbekannt verlost ein DVD-Exemplar von "Warten auf Angelina". Für die Teilnahme am Gewinnspiel unten bitte auf "Teilnahme" klicken.

GewinnerInnen werden per Email verständigt. Eine Barauszahlung oder Tausch der Gewinne ist nicht möglich. Pro TeilnehmerIn wird ein Gewinn versandt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Einsendeschluss ist der 2. Dezember.

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