Kultur – Film / TV

Spiele Leben

Stadtbekannt Film-Tipp und DVD-Verlosung: Spiele Leben

18. November 2010 • Film / TV

Der Würfel ist geworfen. Nein, gefallen ist er noch nicht. (Wie übrigens auch bei Caesar nicht) Und es ist auch völlig egal welche Augenzahl er zeigt, denn Kurt (Georg Friedrich) ist ein Spieler. Das Spielen ist seine Sucht, der Ausgang des Spiels ist zweitrangig. Dass er all sein Geld verliert, wie jeder ernsthafte Spieler, und die ganze Zeit über nur damit beschäftigt ist neues aufzutreiben ist hier vollkommen zweitrangig. Er spielt, er würfelt und verliert – sein Auto, seine Freundin Manu (Gerti Drassl) und was man noch so als Mann Mitte 30 haben zu müssen glaubt.

Als er die drogensüchtige Tanja (Birgit Minichmayr) kennen lernt gibt sie seiner Spielobsession nur noch weiteren Auftrieb. Er hört mit ihr zusammen vollends auf aktiv zu leben und gemeinsam würfeln sie sich durch ihr Dasein. Das Leben aufgeteilt in sechs Möglichkeiten und alle haben dieselbe Wahrscheinlichkeit erlost zu werden. Für die Liebe reicht das vita accidentale, für den Alltag aber braucht es Geld. Und weil Kurt in ganz Österreich schon Spielverbot hat geht’s zusammen mit Freund Franz, der das nötige Startkapital aufstellt, nach Znaim ins Casino. Dort gewinnen sie manches und verlieren vieles. Vor Aktivität und Realität flüchten sie sich bald in eine kleine Pension. Ab jetzt zählt nur noch das Spiel.

In seinem ersten Langspielfilm „Spiele Leben“ lässt Regisseur Antonin Svoboda Georg Friedrich und Birgit Minichmayr gnadenlos durch die triste Wirklichkeit purzeln. Atemlos und ziellos zugleich suchen sie sich ihren eigenen Weg. Dass dabei die äußere Realität oftmals auf der Strecke bleibt ist Teil der inneren Logik. Wie kann man auf einer Reise Konsistenz erwarten in der der weitere Hergang erwürfelt wird?

Großartig sind vor allem die HauptdarstellerInnen. Georg Friedrich und Birgit Minichmayr bringen in ihrer Darstellung genau das notwendige Maß an Verlierercharme und Selbstmitleid mit. „Spiele Leben“ ist die Tour zweier Zu-kurz-gekommener. Weil es daran bewusst ohnehin nichts zu ändern gibt spielen sie sich einfach frei.
Auf Festivals gefeiert und von Kritikern gelobt zeigt „Spiele Leben“ Selbstzerstörung erste Reihe fußfrei.

FilminfosSpiele Leben“ aus der Standard-Edition.

Regisseur: Antonin Svoboda
DarstellerInnen: Georg Friedrich, Birgit Minichmayr
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Produktionsjahr: 2005
Länge: 90 Minuten

Fotos: http://www.coop99.at/spieleleben/german.htm

Stadtbekannt verlost ein DVD-Exemplar von "Spiele Leben" aus der „Der Österreichische Film / Edition Der Standard“ von Hoanzl.
Für die Teilnahme am Gewinnspiel unten bitte auf "Teilnahme" klicken. Weitere Titel aus dieser Edition sind auf www.hoanzl.at zu finden.

GewinnerInnen werden per Email verständigt. Eine Barauszahlung oder Tausch der Gewinne ist nicht möglich. Pro TeilnehmerIn wird ein Gewinn versandt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Teilnahmeschluss ist der 7. Dezember.

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