Kultur

KHM

Sommer im Museum 2013

21. Mai 2013 • Kultur

Auch wenn die Temperaturen im Sommer oft eher zu Faulenzen am See oder Sonnenbaden im Freibad einladen, ein Museumsbesuch im Sommer hat noch keinem geschadet. Gerade wenn die Stadt vor brütender Hitze fast zum Erliegen kommt, ist es manchmal sogar angenehm, sich in die kühlen Ausstellungshallen zu flüchten und dort den Tag zuzubringen. Wir haben uns umgesehen welche Ausstellungen im Sommer am Programm stehen, welche sehenswert und interessant sind.

MUMOK

Das MUMOK  bietet diesen Sommer einige spannende Ausstellungen und Events. Verena Dengler befasst sich beispielsweise mit ihrer Ausstellung "Fantastischer Sozialismus" mit Kunst, Politik, Geschichte, fügt Details zusammen und präsentiert sie ebenso differenziert in iherer Kunst. Dabei spielt sie auf die "Phantastischen Realisten" an – eine vor allem in Österreich ehemals populäre Künstlergruppe. Dabei identifiziert sie die iermit verbundene ganz eigene Form der Provinzialität.
Mit "in progress" (22. Februar 2013 – 26. Jänner 2014)  zeigt das MUMOK hingegen Werke seiner Sammlung und startet einen kunstgeschichtlichen Parcours durch die Zeit von Beginn bis Mitte des 20. Jahrhunderts. In dieser spannenden Reise treffen verschiedenste Strömungen aufeinander und treten miteinander in den Dialog. Bedeutende Werke des österreichischen Expressionismus (etwa von Richard Gerstl oder Oskar Kokoschka) begegnen solchen der deutschen Mitstreiter (etwa Ernst Ludwig Kirchner oder Karl Schmidt-Rottluff). Arbeiten von Albert Gleizes, Juan Gris, Fernand Léger, Pablo Picasso und Giacomo Balla geben ein Bild von Kubismus und Futurismus. Ab 20. Mai sind noch witere Ebenen, die dem Wiener Aktionismus, Pop Art und Nouveau Réalisme Raum geben und den Parcours erweitern.

Kunsthalle

Der neue Kunsthalle-Direktor steht vor einigen Herausforderungen, denn bis August 2013 werden beide Standorte renoviert. Außerdem sollen neue Formate der Kunst die klassische Ausstellung ergänzen. Dennoch wird einiges geoten: Die Kunsthalle wartet, noch bevor der Sommer uns in die Knie zwingt, mit Thomas Bernhard auf, der dies ebenso zustande bringt. Das Festival "WWTBD – What Would Thomas Bernhard Do" (17. Mai – 26. Mai 2013) bietet in 10 tagen 100 Veranstaltungen. Hierbei wird in der kritischen Denktradition Bernhards über konventionelle Grenzen hinweg Gegenwartsanalyse künstlerisch umgesetzt, gedacht, praktiziert, diskutiert und in Installationen, Filmvorführungen, Performances und Gesprächen choreografiert.
Ein weiteres Highlight ist die von 28. bis 30. Juni 2013 stattfindende "Independent Publishers and Artzine Vienna". Hier wird die Kunsthalle am Karlsplatz zum Dreh- und Angelpunkt für über 50 internationale AusstellerInnen. Neben Ausstellungen werden Fachreferate und Performances alle Sinne ansprechen, einige KünstlerInnen wurden zudem dazu eingeladen, sich mit Typografie und Druckerzeugnissen beschäftigen.
Spätsommerlich wird dann das Thema "Angst" in der Kunsthalle in Angriff genommen. Der "Salon der Angst" (6. September 2013 – 6. Jänner 2014) findet in beiden Standorten statt, thematisiert dabei verschiedene Formen von Angst und wird interdisziplinär von Beiträgen aus Kunstgeschichte, Sozial- und Politikwissenschaften und Psychiatrie begleitet.

Kunsthistorisches Museum

Das KHM ist natürlich immer einen Besuch wert, aber neben den bekannten und nicht minder beeinduckenden Sammlungen bietet auch das KHM immer wieder tolle Ausstellungen.
Einen ganz neuen Blick auf unser Bild der Antike und der damaligen Kunst im Mittelmeerraum wirft die Ausstellung „Bunte Götter“ (13. November 2012 – 29. September 2013). Sie zeigt die ursprünglich großartige Farbenvielfalt antiker Skulturen und lässt so eine neue Perspektive zu.
Besonders aufmerksam sollte man bei der Ausstellung "Doppelgänger" (6. November 2012 – 30. Juni 213) sein. Hier werden teils noch nicht gezeigte Koien originaler Meisterwerke präsentiert und an die BesucherInnen auch die Frage gestellt, nach welchen Kriterien unterschieden, aber auch kopiert wird. Zu sehen sind Bilder von Tizian, Tintoretto, Parmigianino sowie von Albrecht Dürer, Jan Sanders van Hemessen und Jan Brueghel – alle werden gemeinsam mit ihren „Doppelgängern“ ausgestellt, aber welches das Original ist, muss jeder für sich selbst herausfinden!

Albertina

Die Albertina widmet sich diesen Sommer besonders der niederländischen und belgischen Kunst. Mit der Jubiläumsausstellung "Bosch, Bruegel; Rubens, Rembrandt. Meisterwerke der Albertina" (14. März 2013 – 30. Juni 2013) wurde das 10-Jährige Jubiläum der Wiedereröffnung der Albertina begangen und damit auch der besonderen Leidenschaft des Albertina-Namenspatrons, Herzog Albert von Sachsen Teschen, und Begründer der Sammlung für diese Kunst Rechnung getragen. Hier können zwei Jahrhunderte niederländische Zeichenkunst bewundert werden.
Ergänzt wird die Ausstellung durch eine Intervention des belgischen Künstlers Antoine Roegiers, der mittels Videoinstallationen die "sieben Todsünden" setzt er das filmisch um, spinnt weiter, was Bruegel einst zeichnerisch begonnen hatte.

Von 25. Mai – 13. Oktober wird Gottfried Helnwein, einem der bedeutendsten österreichischen Künstler, anlässlich seines 65. Geburtstags eine Ausstellung gewidmet. Dabei kann Helnweins teils schockierender hyperrealistischer Blick verstören aber auch faszinieren.

MUSA 

Das Museum auf Abruf (MUSA) bietet Anja Mitterer und ihrer Ausstellung „be-tas-tni“ (14. Mai – 6. Juni) eine Bühne. „be-tas-tni“ bedeutet in der Sprache der Navajo soviel wie „Spiegel“. Die fotografischen Werke Mitterers befassen sich mit Sein und Schein – diesmal beleuchtet und reflektiert in ihren Arbeiten mit Roy Pete, einen Navajo Medizinmann aus Arizona, den sie in Wien kennengelernt hat. Hierbei thematisiert sie mit ihrem feinen Blick Fremddarstellung, tradierte Codes und übt so letztlich Gesellschaftskritik – hält ihr einen Spiegel vor.

Foto Thomas Bernhard, Obernathal 1981 (c) Sepp Dreissinger

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