Kultur – Musik

RHCP

Single-Neuerscheinungen im Juli

29. Juli 2011 • Musik

Drei für den Mainstream-Popbetrieb mehr oder minder interessante Single-Veröffentlichungen gab es in letzter Zeit: so hat sich Noel Gallagher schon vorab mit dem neuen Video zu seiner Single "The Death of You and Me" zurückgemeldet, die Red Hot Chili Peppers melden sich mit "The Adventures Of Rain Dance Maggie" zurück, und die Kalifornischen Ex-Pubertätspunker Blink 182 melden sich, nach einer langen Trennung, mit "Up All Night" wieder zurück. Grund genug, mal reinzuhören und sich ein paar Gedanken zu machen.

1. Red Hot Chili Peppers "The Adventures of Rain Dance Maggie".

Der Vorbote vom im August erscheinenden neuen RHCP-Album "I’m With You" ist ein recht disco-hafter Song der mittlerweile auch nicht mehr blutjungen Kalifornier. Obwohl, mit Josh Klinghoffer hat man sich dann ja doch wieder junges Blut in die Band geholt, nachdem Gitarren-Genie John Frusciante ja irgendwann keine Lust mehr auf Rockstartum hatte. "Adventures of Rain Dance Maggie" heißt die Single, und wird von Michael "Flea" Balzarys doch recht raffinierter und eingängiger Basslinie und Chad Smiths stoisch-geradem Schlagzeugspiel getragen. Das, was die meisten vorab wohl interessierte: wie klingen RHCP ohne Frusciante, der den Sound der Band seit 1999 ja erheblichst mitgeprägt hat. Mit Klinghoffer, der mit Frusciante ja seit Jahren kollaboriert und auch als Backingmusiker mit den Chilis auf Tour war, hat man sich ja eigentlich den logischen Nachfolger geholt – man hat wohl aus dem Dave Navarro-Desaster gelernt. Klinghoffer ist Multiinstrumentalist, musikalisch sehr vielseitig und hoch talentiert – viel merken tut man von ihm auf der Regentanz-Maria, wie wir die Single fortan nennen wollen, nicht. Sehr zurückhaltend, sehr songdienlich spielt er, fast ein wenig zu zurückhaltend. Und Anthony Kiedis? Nun ja, der steuert anno 2011 solche Lyrics bei:


Tic-toc, I want to rock you like the 80s Cock-blocking is here on loud / Tug boat sheila is into memorabilia Who said three is a crowd? We better get it on the go

Subjektiv gesagt: nachdem zehnten Hördurchgang ist der Red Hot Chili Peppers-Fan einerseits froh, dass die Herren wieder da sind und das eh beinahe wie gewohnt. Das Problem an der ersten Singleauskopplung ist nicht, dass der Song schlecht wäre. Aber irgendwie geht das ganze nicht so auf, wie es aufgehen soll. Das soll keinerlei Schlüsse auf das gesamte Album ziehen – ist aber irgendwo zwischen "okay" und "gut" anzusiedeln. So ganz vom Hocker reißt das halt nicht.

2. Blink 182 "Up All Night"

Ja, schon klar: Blink mag nicht jeder. Pubertäre Songs über Pimmel, erste Dates und Aliens waren das früher, lustige tättowierte Mittzwanziger die nackt durch Videos rennen und trotz Piercings und bunten Sleeves ungefähr so wild sind wie die Backstreet Boys in ihren besten Tagen – könnte man zumindest, nicht ganz zu Unrecht, behaupten. Spaß gemacht haben sie aber trotzdem irgendwie. Beim letzten Album sind sie dann ein ganzes Eck erwachsener geworden, und bis auf den furchtbar kitschigen Brief, den irgendeine Erzählerstimme als Intermezzo vorliest, ist das selbstbetitelte Album wirklich tadellos. Ein paar Welttourneen später trennten sich Tom Delonge, Mark Hoppus und Travis Barker dann, Delonge wollte mit den beiden nichts mehr zu tun haben, gründete das größenwahnsinnig angekündigte Stadionpunk-Projekt "Angels And Airwaves", die anderen beiden die Band "plus 44", die eh so klangen wie die düsteren Songs von Blink. Jetzt sind sie aber wieder gut und schicken, nachdem das Album seit Jahren hätte erscheinen sollen, den Single-Vorboten "Up All Night". Der klingt dann auch eher wie Angels & Airwaves feat Plus44, fette Riffs, viel Delay, aber irgendwie auch sehr unspiriert. Höret selbst:


3. Noel Gallagher "The Death Of You And Me".

Über Noel haben wir eh viel geschrieben. Jetzt ist sie da, die neue Single: und Noel enttäuscht nicht, im Gegenteil. Vom Feeling her ein wenig "The Importance of Being Idle" ähnlich, ist Noel hier in Bestform, als Sänger wie auch als Songschreiber. Urteilt selbst – der diese Zeilen schreibende Oasis-Fan, der auch Beady Eye gut findet, frohlockt jedenfalls.

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