Kultur – Musik

Liam und Noel, damals noch.

Rock’n’Roll-Streithanseln: von den Gallaghers bis zu Mick und Keith.

15. Juli 2011 • Musik

Liam Gallagher hat sich wieder einmal zu Wort gemeldet und ein wenig per Presse mit Noel Gallagher gestritten. Zu Ehren Liams: die größten Streithanseln im Rock-Zirkus.

Axl Rose und Slash

Früher, da waren William Bailey und Saul Hudson (auch bekannt als W. Axl Rose und Slash) mal in einer Band. Guns’n Roses hießen die, und wenn man im Lexikon das Wort Rockstar nachschlagt, müsste da eigentlich ein Bild von G’n’R zu „Appetite For Destruction“-Zeiten sein. Sonnenbrillen, Zylinder, sinistre, nicht ganz nüchterne Gestalten und jede Menge Drogengut. Und ein Video, in dem Axl heiratet, Slash mitten in der Hochzeitszeremonie aus der Kirche geht um in der Wüste ein Gitarrensolo zu spielen. Die Les Paul in der Wüste immer dabei, wahrscheinlich unterm Zylinder versteckt. Schön war das, aber dass Rockstars immer einfache Charaktere sind, ist widerlegbar. Axl, der gerne in Hotpants und Nike Sneakers mit AXL-Logo auf den Laschen durch die Stadien fegte, zerstritt sich völlig mit Slash, nach der Use Your Illusions-Tour gab es dann noch ein Cover-Album, dann war Schluß. Axl kündigte Chinese Democracy an, ein neues Album das wieder und wieder nicht erschien. Mit völlig neuer Band ist W. Axl unter dem GnR-Flaggschiff immer noch unterwegs, einzig Dizzy Reed ist noch mit von der „alten“ Partie. Wobei, der war eh immer wurscht. Slash ist mittlerweile so etwas wie ein Superhelden-Charakter geworden, hat bei Velvet Revolver recht mittelprächtige Rockmusik gemacht und hat dann sein Celebrity-Soloalbum veröffentlicht – mit Ozzy und Fergie. Ach ja, und aufgehört hat er mit dem Saufen. Zerstritten sind die beiden immer noch, mit den anderen Ex-Gunnern versteht sich Axl mittlerweile anscheinend wieder recht gut, nur mit Slash hat er seitdem nix mehr geredet. Und eine Reunion ohne Slash wäre so sinnvoll wie ein Yoga-Video von Ozzy. Eine Reunion in der alten Besetzung – aber wäre das Rockutopia – mit Izzy, nicht mit Gilby. Ob Steven Adler nicht zu fertig ist, weiß ich nicht: Matt Sorum geht schon in Ordnung.

Liam & Noel Gallagher

Bilderbuch-Rockstars die Zweite. Familie verbindet! Bollocks, fucker. Dass Noel und „The Kid“, wie er Liam immer bezeichnete, immer den einen oder anderen Disput hatten, war Teil der Sache. Irgendwann war es dann aber doch zuviel, man spricht davon, dass Liam eine alte Gibson Gitarre von Noel zerdrosch, dass der dann auszuckte und entgültig Oasis verließ. Die restlichen Lads heißen jetzt bekanntlich Beady Eye, den schwarzen Peter schob Noel natürlich Liam zu, meinte, der hätte Konzerte abgesagt weil er verkatert gewesen wäre – Tod und Teufel halt. Liam hat sich jetzt zu Wort gemeldet, meinte dass Noel auch kein Heiliger sei – überraschend diplomatisch formuliert vom Kid. Beady Eye haben ein gutes Album rausgebracht, Noel legt im Oktober nach: bleibt trotzdem zu hoffen, dass die beiden sich wieder einkriegen.

Mick Jagger & Keith Richards

Ich kenne Mick Jagger und Keith Richards nicht persönlich. Auch wenn ich das gerne tun würde: mit Keith in irgendeinem grindigen Beisl sitzen und jammen oder mit Mick eine Radtour machen. Auch ohne sie zu kennen gehe ich davon aus, die Annahme, dass die beiden doch recht unterschiedliche Charaktere sind, ist nicht falsch. Mick und Keef, wie letzterer liebevoll genannt wird, zählen jetzt nicht zu den aktuell zerstrittenen Rockstars – dass die beiden sich immer lieb gehabt haben, hat Herr Richards schon des öfteren erzählt. Die schönsten Mythen ranken sich um Streitereien zwischen den beiden – auch sind die Lebensstile mittlerweile ein wenig verschieden, Mick trinkt Mineralwasser und lebt recht gesund, und Keith: nun ja, Keith ist nicht der große Health-Freak. Die Dynamik zwischen beiden mal zu sehen wäre interessant .

Joey & Johnny Ramone

Eine der besten Rock’n’Roll Bands aller Zeiten und irgendwie Superhelden: die Ramones mag man nicht, die Ramones liebt man in Stücke, jedes 1-2-3-4, die Optik, die Powerchords, Joeys Gesang, die Lederjacken, das Logo. Alles eitel Wonne war intern bei den Ramones, von denen mittlerweile leider fast alle (Joey, Johnny und DeeDee) verstorben sind, nur bedingt. Das gipfelte darin, dass Johnny Joey die große Liebe ausspannte und heiratetete. Dieser schrieb dann, in Anspielung auf Johnnys reaktionäre Politansichten, das Lied „The KKK took my baby away“. Geredet haben die beiden leider nicht mehr viel miteinander. Die Besten bleiben sie trotzdem.

(Foto von oasisnet.it)

Markus Brandstetter

Geschichten rund um den Song Noir. Von strauchelnden Protagonisten, Mythen und Mixtapes.

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