Kultur

“katsey.org” - maschek. 101010 Ein revolutionärer Fernsehtag

Rezension: Maschek. 101010 – Ein revolutionärer Fernsehtag

13. Mai 2012 • Kultur2 Kommentare zu Rezension: Maschek. 101010 – Ein revolutionärer Fernsehtag

Maschek reden wieder drüber und über das neue Programm 101010 – Ein revolutionärer Fernsehtag wird ebenfalls noch länger geredet werden. Im Nachfolgerprogramm von 090909 – Ein katastrophaler Fernsehtag, geht es wieder um die Umformung der Welt, denn diese soll vor dem digitalen Wahnsinn gerettet werden. Wir alle sollen wieder analog werden. Doch wenn selbst der Papst nicht auf sein iPad verzichten will, hat die Welt dann überhaupt eine Chance zu überleben?

Dabei nahmen sich die drei Stimmakrobaten ganz gemäß dem Vorgänger einen Tag als Vorlage und synchronisierten in gewohnter Art und Weise nach. In diesem Fall eben der 10.10.2010.
Wer sich hier wieder ein Politkasperl-Theater der drei Satiriker erwartet, wird enttäuscht. Maschek haben die Lederhosen ausgezogen und widmen sich Größerem, Globalerem. Wer also auf Faymanns „Lauschi“-Angriff wartet, wird nur bedingt seine Freude haben. Nur vereinzelt brechen sie aus dem weltumfassenden Kontext aus und liefern trotz alledem durchwegs süffisante Seitenhiebe auf die österreichische Politszene.

Dabei wird keiner verschont, von Kim Jong Il, dem der Tourismus seines Landes Sorgen bereitet und der neidisch auf die Chinesen ist, über Gaddafi der seinen Doppelgänger sucht, bis hin zu Gerhard Dörfler und Kärnten dessen Mietvertrag nach 90 Jahren in Österreich ausläuft. Ob diese Chronologie bewusst gewählt ist, sei einmal dahingestellt, sie ist aber doch herrlich böse. Das Programm der drei ist dabei international, von Al Jazeera, über CNN bis hin zu RTL, die uns dazu auffordern uns endlich auch raten zu lassen. Vor allem für die politischen und finanziellen Krisen unserer Zeit haben Maschek in Form von Venezuelas Präsident Chavez eine Lösung bereit. Weg mit der alten Währung, und hin zur Währung der Tomaten, da Paradeiser aber zu unsexy klingt einigt man sich auf F.U.T.

Absolutes Highlight: Ihr Steckenpferd. Zumindest sieht das ein Großteil ihrer Fans so. Die österreichische Politbühne. Und wer könnte sich dazu besser eignen als die Realsatire Kärnten. Vor dem Hintergrund der 90. Jahresfeier der Kärntner Volksabstimmung, die eigentlich der Verabschiedung Kärntens dient, wird Kärnten offiziell zum Schurkenstaat erklärt und von Österreich abgespalten. Schließlich läuft der Mietvertrag aus. Dabei laufen Peter Hörmanseder, Robert Stachel und Ulrich Salamun zur Höchstform auf und treffen perfekt pointiert den Nerv des Publikums, immer an der Schwelle der political correctness, nie aber geschmacklos. Auf österreichischem Terrain, blüht Mascheks ganzes Potenzial auf, schade, dass sie diesen Aspekt im Programm leider etwas zu kurz geraten lassen. Vielleicht nimmt man ihnen Eminem der als Mundl das Shelter und den Wallensteinplatz unsicher macht, einfach nicht so ab wie Faymann den naiven Hirsl, der sich schon wieder auf den „Lauschi“ und den „Vögelhof“ freut.

Was AFFE ist und warum diese an die RAF erinnern und was uns mit dem kosmischen Zischer erwartet, wird an dieser Stelle nicht verraten. Nach knapp zwei Stunden ist die Revolution vorbei. Und was macht das Publikum? Es „redet-drüber“.

Stadtbekannt sagt: eine Medienmanipulation die wir uns gerne gefallen lassen!

Mascheks neues Programm ist im Rabenhof Theater zu sehen. Das Programm findet ihr hier

(Philipp David Köstenberger)

, , , , ,

Rabenhof Theater

Rabengasse 3
1030 Wien
http://www.rabenhof.at

Weitere Artikel

2 Antworten auf Rezension: Maschek. 101010 – Ein revolutionärer Fernsehtag – Verstecken

  1. Nick sagt:

    maschek
    gesehen. und für toll befunden !!! hingehen!

  2. @nick sagt:

    ja stimmt….
    …aber fand das 090909 etwas besser! trotzdem eine empfehlung

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

« »