Wien – Debatte

Pro / Contra Street Art

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19. März 2013 • Debatte2 Kommentare zu Pro / Contra Street Art

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2 Antworten auf Pro / Contra Street Art – Verstecken

  1. skFFM sagt:

    Naja…
    "Da man klarerweise nicht wie in den klassischen Kunstdisziplinen einfach auf Leinwand üben kann, ist der Amateurismus vieler Werke nicht zu übersehen…"

    Mich würde an dieser Aussage interessieren, nach welchen Kriterien dieser "Amateurismus" definiert wird, also was ist gut, und was ist weniger gut und vor allem: wer definiert das bitte schön?

    Weiterhin ist die Aussage, dass man nicht (an Leinwänden) üben kann, nur bedingt wahr, denn dafür gibt es (hoffentlich) in jeder Großstadt Flächen die zur Verfügung gestellt werden, bestenfalls Jugendhäuser, Gebäude die bald abgerissen werden etc… Aber das erwähnen Sie am Ende des Textes dann so ähnlich sogar selbst und widersprechen somit ihrer eigenen Aussage, dass man "nicht… üben kann".

    Die als "Amateurismus" wahrgenommen Werke können übrigens auch schlichtweg ein Stilmittel sein, Anti-Style beispielsweise. Das muss zwar deswegen nicht gefallen, ist aber eben nicht selten unbeabsichtigt so.

    "Denn im Gegensatz zur allgegenwärtigen Street Art kann ich es mir aussuchen, ob ich ins Museum gehe und mir die Wiener Aktionisten ansehe"

    Das ist prinzipiell richtig, nur ist Streetart, wie der Name es nunmal bereits verrät, eben keine Indoor-Event-Veranstaltung, auch wenn das heutzutage immer wieder mal solche Ausstellungen gibt. Das zu realisieren könnte Ihnen helfen, StreetART von Vandalismus zu unterscheiden.
    Werbung im öffentlichen Raum ist doch das viel größere Problem oder ist die etwa besser, weil sie bezahlt ist und nicht direkt an Häuserwänden platziert ist? Die ist doch viel unausweichlicher als alles andere…

  2. moin sagt:

    ästhetische umweltverschmutzung
    Also ich bin voll und ganz PRO Streetart. Ich finde es ist eine Kunstform im wahrsten Sinne, mit langer Tradition, die immer auch in den politischen Kommentar gereicht hat. Schon im alten Rom haben Verliebte ihre Namen publiziert, indem sie sie an Wände gekritzelt haben. Heute ist ihr Nutzen noch viel größer. Denn die ebenfalls unfreiwillige Kommerzmaschinerie oktruiert uns ständig und penetrant irgendwelche fraglichen, sexistische, gesundheitsschädliche und das schönheitsideal bestimmende bilder auf, die wir nicht einfach übersehen können. street art hat hier die kraft, diese botschaften zu entschärfen, ironisch zu karikieren oder auch umzukehren. vor allem aber sind street art bilder oft so intelligent, dass sie strukturen oder aussagen offenlegen, die man sonst im glatten öffentlichen raum nicht antrifft. ich bin schon oft vor stencils, graffittis oder plakaten gestanden, deren künstlerische aussage ich erst einmal bedenken musste, die mich zum nachdenken und reflektieren gebracht hat und oft genug auch meinen standpunkt in der gesellschaft hinterfragen hat lassen. street art ist vor allem subversiv, weil illegal, sie ist auflehnung im wahrsten sinne des wortes, gegenkultur, politischer kommentar uns selbstermächtigung, sprachrohr für die von der gesellschaft stumm gemachten. natürlich kann man subjektiv zwischen schöne und hässlicher streetart unterscheiden und die bandbreite ist hier gewaltig, das ist aber auch eine qualität, die man sonst selten findet, und vor allem nicht im öffentlichen raum. zuletzt integriert streetart ein besonders spannendes verhältnis von schrift und bild, sie ist eine eigenständige zeichensprache, die sich ständig entwickelt. die diskussion gefällt mir, bezieht aber einige wichtige punkte nicht mit ein und ist allgemein etwas oberflächlich. ich würde mir da mehr tiefe und auch einen kunsthistorischen oder semiotischen oder ökonomiekritischen ansatz wünschen. in jedem fall finde ich städte ohne streetart langweilig. es sind die botschaften an den wänden, keith haring, banksy, shepard fairy, etc., die neue arten von kunst entwickelt haben. dass die street art nun immer mehr von institutionen oder auch von firmen für werbung genutzt wird tut weh und verwässert den ursprünglichen ansatz. aber die streetart hat auch das potential, diese kommerziellen invasionen erneut zu hinterfragen und mit ihren eigenen formen zu bekämpfen. bevor uns die farbe augeht, sind eure putzmittel leer!

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