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Neue Superheldinnen braucht das Land – oder nicht…?

28. Mai 2010 • Lifestyle

HC-Man kennen wir ja schon – der blau gekleidete Superheld für Arme, dessen Hauptziel es ist, auf „dem blauen Planeten“ für Recht und Ordnung (oder so etwas in der Art) zu sorgen. Seltsame Symbolik inklusive.

Konkurrenz erhält der HC-Man jetzt von Integratia.
Wer das ist? Eine neue Superheldin auf der österreichischen Tribüne.
Ins Leben gerufen wurde sie vom Österreichischen Integrationsfonds, der meint, damit „einen Beitrag zu einer zielgruppenadäquaten Vermittlung von Haltungen und Grundwerten, die für ein erfolgreiches gemeinsames Zusammenleben notwendig sind“ leisten wollen.

Die Zielgruppe, das sind Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 14, denen die „Integrations-Superheldin“ zeigen soll, wie das Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen zu einem bereichernden Erlebnis für alle wird. „Kinder und Jugendliche sind Schlüssel-Zielgruppen für die Integrationsarbeit. Ihre Einstellungen und Werte entscheiden darüber, wie gut Integration in den unterschiedlichsten Lebensbereichen gelingen kann. Deshalb hat der ÖIF im Rahmen seiner verstärkten Aktivitäten für Kinder und Jugendliche das Comic „Integratia“ produziert“, erklärt Alexander Janda, Geschäftsführer des ÖIF.

Prinzipiell ja eine nette Idee…
…und eigentlich klingt das ja alles recht sinnvoll. Kinder bereits in einem jungen Alter für das Thema Integration zu sensibilisieren ist sicher ein guter Zugang, um der Angst vor „dem Anderen“ und Vorurteilen früh entgegenzuwirken.

Dann sehen wir uns Integratia doch genauer an…
Drago, Hülya, Andi und Ivana sind vier Freunde, die in den kurzen Comics in Alltagssituationen, wie etwa in der Schule, im Park, im Gemeindebau oder beim Vorstellungsgespräch, begleitet werden. Zum Beispiel werden die Themen Bildung, Gleichbehandlung von Frauen oder Sprachschwierigkeiten angeschnitten.

Am Beginn des jeweiligen Kapitels, gibt Integratia ihren Senf dazu:

So teilt uns die blonde Superheldin – wie ihr Counterpart HC-Man in Blau gekleidet, statt mit gelbem aber mit rotem Cape ausgestattet – beispielsweise mit: „Am Arbeitsplatz kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen. Damit wir einander im Notfall warnen können, ist es wichtig, dass wir eine gemeinsame Sprache sprechen.“

Oder auch: „Vorurteile grenzen dich ein. Es kommt nicht darauf an, woher man kommt, sondern was man kann.“

Auch kontroverse Themen schneidet sie unerschrocken an: „Zwangsehen verstoßen gegen die Menschenrechte. Sie sind verboten. Du hast selbst das Recht zu entscheiden, mit wem du zusammenleben willst!“

Fazit
Coolnessfaktor = null.
Ihren Kommentaren nach wirkt Integratia irgendwie eher wie eine Lehrerin mit erhobenem Zeigefinger, als wie eine Superheldin. Aufgesetzte Bemühung springt den LeserInnen aus jeder Sprechblase entgegen und es ist schwer vorstellbar, dass sich 10 bis 14jährige die Comics in der Schulpause reinziehen.

Ob das wirkt…?

Hier geht’s auf jeden Fall weiter zum Comic.

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