Panda

Nein, ich mag keine Pandababys!

6. Juni 2013 • Skurriles3 Kommentare

Mit den Ferien halten auch die Spendenkeiler wieder Einzug auf Wiens Straßen. Stadtbekannt weiß, wie man sich ihnen kreativ entzieht, das alles natürlich mit einem Augenzwinkern.

Hallo, hast du kurz Zeit für den Tierschutz?! Wer im Sommer durch Wiens Straßen flaniert und nicht gerade einen blutigen Enterhaken vom letzten Robben-Schlachten mit sich führt gilt ihnen schon als legitimes Opfer. Einem Matador gleich versuchen sie einen mit ihren lustig bunten Mappen fächelnd in die Straßenecke zu treiben, um einem dann mit der Präsentation des geballten Tier-, Menschen- oder Naturleids den Rest zu geben. Will man nach dieser eindringlichen Predigt nicht gerade wie eine Mischung aus Gargamel und Cruella De Vil hingestellt werden, so gibt es nur eines: Du musst sofort der angepriesenen NGO beitreten, die mit deinem Geld die Welt rettet.

Damit du in diese Verlegenheit erst gar nicht kommst, hier ein paar Tipps, um übermotivierten Spendenkeilern zu entkommen.

Ignorieren / dreinschauen als würde man in seiner Freizeit Kindergärten wegen Ruhestörung verklagen / einfach vorbeigehen:
Weder besonders kreativ noch charmant, aber zumeist wirkungsvoll. Vor allem wenn man nicht besonders viel Zeit und keine Lust auf einen längeren Rechtfertigungskampf hat lässt man sich so schon mal auf gar nix ein.

En ymmärrä:
Könnt ihr Finnisch? Egal, sie auch nicht. „En ymmärrä” heißt auf jeden Fall „Ich verstehe dich nicht“. So wird’s ihnen auch gehen und dann ist erst Mal Ruhe. Wie ihr es aussprecht ist auch wurscht, denn wie gesagt: Sie werden’s nicht verstehen.

Ich bin erst 17 / entmündigt / Deutscher:
Ja, so gerne würde ich mitmachen, nur darf ich halt leider nicht. Schade aber auch.

Einladung zur Sekte / politischer Gruppierung:

Gleiches Recht für alle. Wer mich für seine Organisation anwerben will, der soll gefälligst auch meiner beitreten. Empfohlen seien hier vor allem Glaubensgemeinschaften und politische Gruppierungen. Dazu müsst ihr natürlich nicht Trotzkisten, Maoisten, Hare Krishnas oder Evangelikale Freikirchler sein, es gilt nur mit starrem Blick und hypnotischer Stimme davon zu schwafeln und am besten gleich mal zum nächsten Gottesdienst oder Parteitag im eigenen Hobbykeller einzuladen. Quid pro quo – ohne Glaubensbekenntnis gibt’s auch keinen Beitrittsvertrag.

Nur für etwas fortgeschrittene Dummschwätzer empfohlen ist die Frage: „Wusstest du eigentlich, dass du nur zehn Prozent deines Gehirns nutzt?“ Zum Glück könnte deine Organisation aber dabei helfen das ganze Potential auszuschöpfen. Dazu könnte der freundliche Keiler gerne einmal bei euch vorbeikommen und dabei gleich einen unverbindlichen Stresstest machen. Wer detailreicher werben will, kann sich hier ein paar Anregungen holen.

Zurückflirten:
Nein, es ist wohl kein Zufall, dass die Spendensammler zumeist in Mann-/Frau-Combos unterwegs sind und vor allem das jeweils andere Geschlecht ansprechen. Aber ha! Das können wir auch. Ab jetzt wird gnadenlos und penetrant zurückgeflirtet.
Willst du nicht einen Baum adoptieren? – Bist du öfter hier?
Ist dir die Natur wirklich egal? – Was machst du am Wochenende?
Unabdingbar ist dabei natürlich, wie schon bei Tipp Vier, eine gewisse Freude am Interaktionsvandalismus. Aber hey, sie schenken uns ja auch nichts.

Bild: (c) Matthew Field,
http://www.photography.mattfield.com


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3 Antworten auf Nein, ich mag keine Pandababys! – Verstecken

  1. mariahilfer sagt:

    super tipp!
    besonders der letzte klingt gro

  2. california maki sagt:

    appliantology
    Das mit dem Streßtest ist glaub ich das beste was ich gehört habe.

  3. hurtz sagt:

    Kto
    Das Beste was man sagen kann: Ich hab kein Konto.
    Dann wirst du ganz plötzlich mit Ignoranz belohnt.

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