Wien – Grätzltipps – 22. Donaustadt

Lobau

Macht Euch nackig!

18. Juni 2013 • 22. Donaustadt

Der Sommer ist kurz zurückgekommen und das will adäquat zelebriert werden. Kein Ort ist für schöne Sommertage so einladend wie die Lobau, und seit der Verlängerung der U2 ist diese auch ganz einfach zu erreichen. Ein paar Busstationen von der Donaustadtbrücke entfernt stapft man bereits durch dichten, schönen Wald zur Dechantlack.

Wer in einer der schönen, kleinen Seebuchten ein schattiges und privates Plätzchen am Wasser ergattern möchte, ist gut beraten, früh aufzutauchen. Spätaufsteher werden auf den großen Liegewiesen zu jeder Tageszeit fündig. Der Eindruck entsteht schnell und kann nach jahrelangen Besuchen bestätigt werden, dass hier immer diesselben Leute sind. Das hat zur Folge, dass teilweise das Gefühl aufkommen kann, man befinde sich in jemandes Garten, ohne um Erlaubnis gefragt zu haben. Dennoch trifft hier, wer nicht rücksichtslos ist, auf eine meist sehr entspannte und tolerante Traube von Althippies. Trotz vieler Kinder ist es nicht unangenehm laut, und gegenüber freilaufenden, spielenden Hunden ist man sehr tolerant. Nackig sein ist obendrein nicht Pflicht, mit NudistInnen sollte man aber offensichtlich klarkommen.

Eldorado für Althippies

Die Standardbelegschaft der Lobau ist beschützerisch gegenüber ihrem Wahlgarten, hegt und pflegt diesen aber auch unermüdlich. Nicht zuletzt ist es dem Einsatz dieser Leute zu verdanken, dass die Lobau der unberührte Ort geblieben ist, der sie ist. Flächen werden begrünt und auf dem ganzen Areal findet sich kein bisschen Müll, und das, obwohl mittlerweile eine große Anzahl von Wienern und Wienerinnen entdeckt hat, dass es hier verdammt schön ist. Seit 1978 ist die Lobau Naturschutzgebiet, und das hat zur Folge, dass die gigantischen Karpfen im Wasser fast zutraulich sind.

Obwohl weit und breit kein Geschäft zu finden ist, braucht nicht zu verzagen, wer keinen Badeproviant mitgebracht hat. An jedem schönen Sommertag dreht eine nette Frau ihre Runden um den See mit leckeren selbstgemachten Börek und Kuchen; für Bier und andere Kaltgetränke gilt es Ausschau zu halten nach einem Herren. Beide sind leicht erkennbar an den Einkaufstrolleys, die sie hinter sich herziehen.

Wem am Wasser rumliegen zu langweilig ist, kann die Radwege um den See und weiter rein in den Nationalpark Donau-Auen nützen. Allen anderen wird empfohlen, bei eintretendem Hitzegefühl am Wasser einen Schwimmausflug zur kleinen Insel in der Mitte des Sees zu unternehmen, um danach das Rumliegen fortzusetzen.

Lobau



Der Name Lobau kommt vom althochdeutschen Wort "lo" und bedeutet dichter Wald.

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