Kultur

Bele marx

Licht und Raum

19. April 2011 • Kultur1 Kommentar zu Licht und Raum

Kunst im öffentlichen Raum müssen nicht immer freistehende Skulpturen sein. Kunst im öffentlichen Raum kann auch einen durchaus greifbaren Raum haben wie im Fall vom „Gläsernen Raum“.

Der „Gläserne Raum“ ist ein vollverglaster, transparenter (Ausstellung-) Raum, der unter den Stadtbahnbögen auf Höhe der U6 Station Josefstädterstraße positioniert wurde. Durch die Nurglaskonstruktion lassen sich die links und rechts am Gürtel vorbeiziehenden Lichterautokolonnen simultan beobachten. Der über den Boden schwebende Effekt wird durch ein innerseitiges, im Boden eingelegtes Lichtband erzeugt.

Die Raumwahrnehmung täuschen

Und in genau diesem Glaskubus ist nun Bele Marx’ fragile Lichtkonstruktion „aufhänger“ untergebracht. „aufhänger“ ist eine Rauminstallation, bestehend aus silbernen, ineinader verkeilten Drahtkleiderbügeln. Vom Lichtband und den Autoscheinwerfern angestrahlt, werfen die Drahtskelette unregelmäßige, zuckende Schatten an die gläsernen Wände und Boden. Das Schattenliniennetz, das den Kubus überzieht, verzerrt unsere Wahrnehmung, unserer räumliches Koordinatensystem. Wie wir Raum und Räumlichkeiten wahrnehmen entscheiden ja unter anderem auch Linien, Licht und Farben. Und genau diese Eckpunkte der Rezeption unterminiert Marx mit seiner Installation. Durch die Transparenz der umgebenden Wände gibt es keine klare Trennung zwischen Innen und Außen, das orthogonale System des Kubus wird durch das unstete Schattenliniengewirr ins Wanken gebracht.

Lücke, Leere, Nichts

Bele Marx lässt den Blick nicht zur Ruhe kommen, versucht man die Linien zu entwirren, verstrickt man sich unweigerlich nur noch mehr in dem ständig wechselnden, unruhigen Schattenlabyrinth. Der Raum wird permeabel, osmotisch durchdringen einander Innen- und Außenraum, die Schatten der Drahtbügel kriechen wie sich windende Schlangen nach außen auf die Gehsteige, die Autoscheinwerfer wiederum bringen das statische Licht des Leuchtbandes im Inneren aus seinem stoischen Gleichgewicht.

Es ist aber vor allem diese Leerstelle, das Fehlen von herkömmlichen Mitteln wie wir Raum wahrnehmen, die Marx Installation so einzigartig macht. Marx demaskiert unsren Blick und Sehgewohnheiten als abhängig; abhängig von Alltagsphänomenen, den Gegenständen und Koordinaten, die uns Halt geben, nicht zuletzt von dem, was wir tragen.

Ort: Kubus EXPORT – Der transparente Raum, Lerchenfelder Gürtel, Stadtbahnbogen 43, 1080 Wien; Erreichbarkeit: U6 Station Josefstädter Straße

Zeitraum: 11. März bis 29. April 2011

Finissage: Freitag, 29. April 2011, ab 17 Uhr

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Gäserner Raum

Stadtbahnbogen 43
1080 Wien
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  1. epoxy sagt:

    !
    ich mag den kubus!

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