Wien – Leben

(c) Svenni - Fotolia.com
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Landwirt will keiner sein

28. Mai 2010 • Leben

Bauer sucht Frau hat offenbar recht. Denn laut einer neuen IMAS Befragung können die Österreicher keinen Beruf weniger empfehlen, als den des Landwirts.

In der Landwirtschaft verdient man von allen Berufsgruppen am wenigsten, muss am zweit meisten leisten, hat keinerlei Aufstiegschancen, hat den Job, den Herr und Frau Österreicher am wenigsten empfehlen können und dazu noch den dritt unsichersten Job. Traumjobs schauen anders aus. Kein Wunder, dass mittlerweile das Privatfernsehen auf Partnerinnensuche für die viel geplagten Landwirte gehen muss. 

Seit 1980 befragt das IMAS regelmäßig die Österreicher, wie sie die verschiedenen Berufsgruppen einschätzen und welchen Beruf sie empfehlen können. Seit damals hat sich viel verändert. Einerseits sind neue Berufsgruppen dazu gekommen, wie beispielsweise Gesundheits- und Pflegeberufe, oder die Computerbranche. Andererseits werden ganz andere Berufe empfohlen als damals. Traumjob der 1980er war es bei Post und Bahn zu arbeiten, denn kein Job galt als sicherer, die Leistungsanforderungen wurden als gering eingeschätzt und Aufstiegsmöglichkeiten gab’s auch. Bloß der Verdienst war nicht so toll. Diese Einschätzung hat sich seither stark verändert. Wie die Österreicher auch insgesamt glauben, dass die Jobsicherheit heute viel weniger gegeben ist als noch in den 1980ern.

Heutige Traumjobs sind in der Computerbranche, dem Bank- und Versicherungsgewerbe und als Beamte bzw. Magistratsmitarbeiter. Besonders in der Computerbranche vermuten die Österreicher das reinste Schlaraffenland. Dort kann man angeblich am meisten verdienen, muss wenig leisten und hat tolle Aufstiegschancen. Ob das mit der Realität zu tun hat, oder doch eher darauf zurückzuführen ist, dass auch viele Menschen befragt wurden die ihr Leben großteils vor der Computerrevolution verbrachten? 
Auch die Bankenbranche sehen die Österreicher als Jobparadies. Eine Folge des letzten Jahres und der Skandale um Millionen Boni Zahlungen an einzelne Banker?

A Kieberer is ka Haberer?
Definitiv nicht mehr richtig ist der Wiener Mundart Ausspruch „a Kieberer is ka Haberer“. Der Job gilt als sicher und durchaus empfehlenswert. Auch ansonsten finden sich einige originelle Ergebnisse. So glauben die Österreicher, dass man bei einer Zeitung, oder beim Fernsehen wenig leisten muss, viel hingegen in den Berufen, in denen man händisch arbeitet. Auch denken die Befragten, dass die Arbeit in einem Handwerksbetrieb empfehlenswerter ist, als die bei einer Zeitung, beim Fernsehen oder in der Forschung. Wobei, wer schon einmal die horrenden Stundenkosten eines Handwerkers bezahlen musste, kann das vermutlich nachvollziehen.

Die gesamte Befragung und die genauen Ergebnisse finden sich bei der IMAS

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