Kultur

(c) Barbara Pflanzner
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Kunststoff mal anders – nämlich als Kunst

1. Oktober 2011 • Kultur

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Unter dem Motto „The art to innovate“ ("Die Kunst Innovationen zu schaffen") bespielen derzeit fünf große aufblasbare Skulpturen aus Kunststoff eine Woche lang den Vorplatz des MQ.

Initiiert wurde das Projekt von dem weltweit führenden Anbieter von Kunststoffen und Basischemikalien, Borealis. Der Kurator Edelbert Köb lud zu der dreiteiligen Präsentation 17 international bekannte österreichische KünstlerInnen ein, sich mit der Unternehmensvision „Shaping the Future“ auseinaderzusetzen. Den Abschluss bilden nun die AirWorks von Wolfgang Bretter („Sphären Lego“), Jakob Gasteiger („Volumen 2“), Michael Kienzer („Wrong Tear“), Zenita Komad („Erleuchtung“) und Werner Reiterer („Balancing the Peace“).

Verschiedene Zugangsweisen mit verschiedenen Resultaten    

Je nach den Disziplinen, in denen die KünstlerInnen normalerweise arbeiten, lassen sich aus den Kunststoff-Arbeiten unterschiedliche künstlerische Herangehensweisen herauslesen: die Inspiration reicht von Materialeigenschaften wie Leichtigkeit und Mobilität, oft ist sie mit Humor und Ironie gekoppelt.    

Wolfgang Bretter referiert in seiner AirWork „Lego“ beispielsweise auf den Philosophen Peter Sloterdijk. Dieser verwendet den Begriff „Blase“ in seiner Trilogie „Sphären“, um den oder die Lebensräume des Menschen zu beschreiben. „Lego“ erscheint im ersten Moment als Gebilde, besteht tatsächlich aber aus miteinander verketteten Blasen.    

Jakob Gasteiger beschäftigt sich in seiner Arbeit „Volumen 2“ mit den Parametern Innen vs. Außen, Hülle vs. Kern, Transparenz vs. Dichte.    

In der Arbeit "Wrong Tear" untersucht Michael Kienzer das Material Kunststoff auf statische und dynamische Kräfte. Kienzer wählt die langgezogene Form, da sich so die Auftriebskräfte des Heliums am wirkungsvollsten entfalten können. Der Titel unterlegt das daraus entstehende tropfen- bzw. tränenförmige Gebilde mit Ironie.    

Zenita Komad greift mit den Augen in ihrer Arbeit „Erleuchtung“ auf ein Symbol zurück, das sie oft in ihren Werken verwendet. Weit aufgerissen schauen sie vom Glühbirnenkopf auf „eine Welt voller Wunder und Geheimnisse, in der Erwartung, dass ein Licht aufgehe.“    

Eine schwarze aufgeblasene Bombe mit dem Schriftzug „Balancing the Peace“ rundet den Skulpturenpark schließlich ab. Der Künstler Werner Reiterer demonstriert hier die Widersprüchlichkeit der Welt und die Absurdität des menschlichen Handelns – ohne erhobenen Zeigefinger.

„Plastik“ – nur ein Kunststoff oder doch eine Skulptur?     

Im deutschen Sprachgebrauch wird Kunststoff mundartlich gemeinhin als „Plastik“ bezeichnet. Dieser aus dem Griechischen stammende Begriff bedeutet im ursprünglichen Sinn „Skulptur“. Der Konnex dieser Begrifflichkeiten diente als Ausgangspunkt für die künstlerische Gestaltung der AirWorks: „Während bei der klassischen Skulptur bzw. in der klassischen Bildhauerei hauptsächlich die Materialien Stein und Metall zum Einsatz kommen und Form durch Wegnehmen, Aufbauen oder Zusammenfügen von Material gebildet wird, entsteht bei den AirWorks Körperlichkeit durch Zuschneiden von Netzen beziehungsweise durch Schnitte und nach dem Füllen mit Luft”, so Edelbert Köb.     

Eine Woche lang Innovationen

Die Arbeiten sind bis kommende Woche, 2.10.2011, zu sehen. Nach Präsentationen im Mai und Juni sind es die letzten Werke aus der Serie „The art to innovate“. 

The art to innovate
Mai – Oktober 2011
MQ Vorplatz

Teil 1 mit Lukas Beltrame Die laufende Banane, Gunter Damisch Flämmler, Julie Hayward Rezeptor, Hans Kupelwieser Flatulenz und Karl-Heinz Ströhle / Martin Strauss (1957-2010) We Got the Power.?Datum: 03. bis 08.05.??

Teil 2 mit Dorothee Golz Busenwunder, Marko Lulic Monument, klassisch, Peter Sandbichler Ohne Titel, Markus Wilfling Luftstöpsel und Erwin Wurm Der Popanz.?Datum: 28.06. bis 03.07.

Teil 3 mit Wolfgang Bretter Sphären Lego, Jakob Gasteiger Volumen 2, Michael Kienzer Wrong Tear, Zenita Komad Erleuchtung und Werner Reiterer Balancing the Peace.?

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Museumsquartier



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